Hej,
endlich habe ich mal wieder einen Internetanschluss. Ich sitze gerade in der Bibliothek von Särna und kann hier das Kabel nutzen solange keiner mit den hauseigenen PC ins Netz will. In den letzten 2 Wochen bin ich nicht so gut voran gekommen wie ich das gerne gewollt hätte- Vanessa war nicht so gut drauf und auch das Wetter war sehr bescheiden. Eigentlich wollte sie 3 Wochen bleiben aber meine Unruhe wird größer und darum ist sie schon heute zurück gefahren. Ich werde nun sehr schnell weiter wandern denn die Tage werden immer kürzer und gestern waren es in der Nacht bereits -3°. Meine Planung sieht nun so aus, den September ohne Pausentag zu laufen. In drei Tagen werden die letzten höheren Berge überwunden sein und der Weg einfacher werden. Ich hoffe dann besser und schneller voran zu kommen.
Mein Bruder Thomas hat mir eine sehr gute Motivatin mit auf den Weg gegeben. Ende Oktober ist in Essen die jährliche Spielemesse und ich war schon traurig dies Jahr nicht dort hin zu können. Er sagte mir nun, dass wenn ich bis kurz vor der Messe schon wieder auf dänischen Boden bin, er mich dort abholt und für drei Tage zur Messe fährt. Diese Motivation werde ich gerne annehmen und hoffe es zu schaffen.
Kamera
Dank Wacker habe ich nun eine neue Kamera. Diese macht gute Fotos und ich bin glücklich. Leider ist der Akku nicht der beste und hält nicht lange. Ich hoffe oft die Gelegenheit zu haben ihn zu laden. Die Bilder der letzten Etappen sind gemsicht. Die meisten Bilder wurden von Vanessa aufgenommen. Alle Bilder mit einen Datum sind von ihr.
Der Besuch von Vanessa war sehr schön und die Freude darüber hat das etwas langsamere Vorwärtskommen überwiegt. Nun bin ich aber auch froh wieder mein Tempo und meine Kilometer zu laufen. Ich nutze nun die Zeit hier noch um die fehlenden Etappen hochzuladen. Wie weit ich damit komme weiß ich noch nicht. Bis dahin alles gute!
Hike Faster
Aufgrund der Kürze heute mal ein anderes Update. Erst immer der Tagesbericht und dann die dazugehörigen Bilder. Bilder erstmal ohne Kommentare. Wenn ihr Fragen habt einfach fragen.
18.8
Endlich geht es wieder weiter und nach 2,5 Ruhetagen wird dies auch Zeit. Eigentlich waren für heute 19,9km geplant. Da Vanessa allerdings lange nicht wandern war mussten wir die Etappe teilen. Von der Fjällstation gingen wir zuerst zum Grövelsjön hinab und von dort über einen breit ausgetretenen Weg leicht bergauf. Das Kahlfjäll ist fast vorbei und Waldgebiete werden nun die meiste Zeit das Bild prägen. Nach knapp 5km war die Rasthütte am Olon erreicht. Ab hier wird der Weg kleiner und wird nicht mehr soviel begangen. Von Beginn an wanderten wir unter einer geschlossenen Wolkendecke aber bisher hielten sie den Regen zurück.
Wir querten eine Straße und kamen dann zur alten Sennerei Valdebygget. Dort legten wir eine Pause ein und der Himmel öffnete seine Schleusen. Zu diesem Zeitpunkt war Vanessa schon sehr fertig, denn der Weg war für eine erste Etappe nicht leicht. Wir gingen noch weitere 3km weiter und als wir an einem Windschutz ankamen entschieden wir uns dort zu bleiben. Ein Zeltplatz war schnell gefunden und wir waren glücklich aus dem Regen heraus zu kommen.
Am Abend spielten wir Karten und ich genoss den kurzen Tag. Ich glaube für die Strecke nach Sälen mehr Zeit zu benötigen als geplant aber dies macht nichts. Ich freue mich mal etwas Besuch aus der Heimat zu haben. Die verlorenen Tage werde ich schon wieder aufholen.
19.8.
Heute gingen wir nur knappe 7km zum eigentlichen Endpunkt von gestern. Es ist gut für Vanessa heute eine kurze Etappe einzulegen. Ich hoffe ihr Körper gewöhnt sich schnell an die Belastung. Das Wetter war heute traumhaft und wir waren nach 2,5 Stunden am Ziel, der Rasthütte Guttedalskojan. Wir bauten das Zelt auf und setzten uns in die Sonne, kochten eine Fischsuppe und relaxten etwas. Morgen werden wir dann nach Flötningen gehen und die Strecke auf 16km ausdehnen.
20.8.
Ein weiterer Tag liegt hinter uns. Heute hatte Vanessa mit den ersten Problemen zu kämpfen. An beiden Füßen bildeten sich Blasen und allgemein ist der dritte Tag immer einer der schwereren. Eigentlich wollte ich mit ihr heute einen Ruhetag einlegen aber da wir die letzten beiden Tage nicht so weit gekommen waren wie es geplant war, gingen wir trotzdem los.
Der Weg verlief weiterhin über Forstwege durch Waldgebiete. Die Steigungen waren kaum vorhanden und so konnte man gut laufen. Wir liefen gute 8km auf den Forstwegen, danach ging es querfeldein durch Sumpffelder und Heidegebiete. Die sonst üblichen Bohlenstege fehlten auf diesen Teil komplett. Nach 11km waren die Schmerzen in Vanessas Füßen zu groß und ich sagte es reicht. Sie wollte erst eine lange Pause machen und dann weiter gehen aber ich wollte dies nicht. Sie sollte ihre Blasen richtig behandelmn und ich denke morgen werden wir dann besser vorran kommen. Ich verliere nun ein paar der schn gewonnenen Tage aber diese werde ich erneut rauslaufen können. Morgen gehen wir nach Flötningen und vielleicht noch etwas weiter. Das Wetter wurde zum Abend hin immer besser und wo ich gerade diese Zeilen schreibe brennt die Sonne regelrecht nieder.
21.8.
Heute sind wir nach Flötningen gekommen und sogar noch ein Stück weiter. Wir starteten wieder gegen 9h und die Strecke bis Flötningen war sehr gut zu laufen. Erst ging es auf Feldwegen und dann ein kurzes Stück über festen Trampelpfad. Zum Schluss kamen wir wieder auf einen Feldweg und sahen die ersten Häuser von Flötningen.
In Flötningen gibt es einen kleinen Laden und dort gönnten wir uns eine lange Pause um die Akkus der elektronischen Geräte aufzufüllen und uns etwas Limonade zu kaufen. Nachdem wir auch noch ein Glas Apfelmus gegessen hatten machten wir uns wieder auf den Weg. Vanessa war heute viel besser drauf und so wollten wir noch zum nächsten Windschutz zu gelangen. Von Flötningen aus folgten wir noch knapp 3km einem Schotterweg bevor der Weg in den Wald abknickte. Die Strecke war ab diesem Zeitpunkt sehr schön und bis auf wenige nasse Passagen sehr gut zu laufen. Hinzu kam, dass das Wetter immer besser wurde und so machte es richtig Spaß. Gegen 17h erreichten wir den Windschutz und ich baute das Zelt auf. Wir spielten ein wenig Karten und liessen den Abend ruhig ausklingeln. Vanessa hat in zwei Tagen Geburtstag und an diesem Tage werden wir einen Ruhetag einlegen. Morgen gehen wir aber noch weiter. Laut Karte soll eine Rasthütte an einem See liegen und wenn sich das Wetter morgen halten sollte dann nutze ich diese Gelegenheit um ein Bad im See zu nehmen.
22.8. – 24.8.
Heute hatten wir die Alternative bis zum Busjön zu gehen oder weiter nach Röskosen. Da Vanessas Blasen allerdings sehr geschmerzt haben und das Wetter sehr gut war, sind wir ledeglich die 6km bis zur Rasthütte am Busjön gelaufen. Der Weg dorthin war bis auf wenige sumpfige Passagen gut zu gehen. Vereinzelt waren Bohlenstege über die Sumppassagen vorhanden, diese waren meist allerdings sehr alt und in dementsprechenden Zustand.
Die Hütte am Busjön war leider nicht ganz so schön gelegen wie ich es mir erhofft habe und auch der See selber war sehr schlammig. Nach einigen Suchen fand ich eine geeignete Stelle für das Zelt und kurz nachdem alles verstaut war, begann es zu regnen. In einer kurzen Regenpause nutzte ich die Zeit für ein kleines Bad und genoss den Abend. Ich hoffe mein trainierter Körper leidet nicht zu sehr unter den vielen Ruhetagen und den kurzen Etappen. Vom Kopf her bin ich aufs Wandern eingestellt und male mir schon aus, wie ich die verbleibenden Kilometer laufen werde. Morgen hat Vanessa Geburtstag und ich habe ihr einen Ruhetag versprochen, danach gehen wir dann weiter bis Id Persätern hoffe ich.
25.8.
Nach zwei Ruhetagen, einen geplanten und einen unfreiwilligen, gingen wir heute bis nach Röskosen. Die Strecke war nur sehr kurz aber da Vanessa nur noch bis Gördalen mitwandern wird ist dies in Ordnung. Ich denke die verlorenen Tage wieder rauslaufen zu können. Der Geburtstag von Vanessa war sehr schön und auch das Wetter spielte sehr gut mit. Eigentlich stand alles auf Aufbruch als wir gestern von prasselnden Regen geweckt wurden. Der Weg war ein Schlammpfad und so entschieden wir abzuwarten. Da es bis 15h nicht besser wurde blieben wir noch einen Tag länger am Busjö. Ich glaube diese Entscheidung war sehr gut denn heute war es zwar bedeckt aber trocken. Gestern hatte sich das Wetter bis abends nicht gebessert. Der Weg heute verlief wieder durch den schönen Kiefernwald und es gab nur einige kleinere Flüsse zu überwinden. Als wir dann hier ankamen fanden wir den Ort so schön, dass wir gleich hier blieben. Es gibt eine sehr geräumige offene Hütte und man konnte diese sehr gut einheizen und wir trockneten unsere Sachen. Auch das Gelände ist super, ein kleiner Fluss ist direkt hinterm Haus und im Umfeld des Hauses gibt es mehrere gute Zeltplätze. So straff und gut habe ich das Zelt schon lange nicht mehr aufgebaut. Wir lassen uns nun noch drei bis vier Tage Zeit um nach Gördalen zu kommen. Von dort fahren wir nach Särna und Vanessa von dort nach Hamburg. Ich werde meine Vorräte auffüllen und dann ab Gördalen weiter laufen.
26.8.
Heute sind wir das erstemal eine Etappe gelaufen wie sie von mir geplant war. Wir starteten gegen 9.30h bei bedeckten Himmel aber ohne Regen. Im Verlaufe des Tages wurde es noch sonnig und erst am Abend kam der alt bekannte Regen. Der Weg verlief heute mal wieder ein ganz kurzes Stück durchs offene Fjäll, war aber von Wald und Sumpfpassagen geprägt. Unterwegs kamen wir an zwei alten, privaten Hütten vorbei. Diese waren beide sehr schön gelegen und luden zu einer Rast ein.
Unser Tagesziel war die Schutzhütte Id Persätern und dort hatte ich das Gefühl eine Zeitreise zu unternehmen. Die Hütte ist bereits sehr alt und viele Vorgänger haben sich in ihr verewigt. Bei genaurem Hinsehen entdeckte ich Eingravierungen von 1884 und viele vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Eingeritzte Jahreszahlen findet man hier in vielen Hütten und dies legt oftmals daran, dass im 2. Weltkrieg sich viele schwedische Soldaten, die im Grenzgebiet ihren Dienst taten, in den Hütten verewigt haben.
Ich heizte erst einmal ein um unsere Sachen zu trocknen und dann haben wir Karten gespielt und den Regen in der Hütte abgewartet. Ich merke wie meine Unruhe größer wird und ich freue mich bald wieder längere Strecken gehen zu können.
27.8. – 28.8.
Der heutige Tag war kurz und schön. Wir starteten gegen 10.30h und kamen sehr schnell voran. Erst warteten wir den Regen ab und unterwegs war es trocken. Nachdem wir unser Tagesziel erreicht hatten begann der Regen erneut. Wir hatten also richtig Glück. Die Strecke war heute nicht markiert. Der Weg führte zu einem Großteil auf dem Winterweg entlang und war ansonsten sehr gut ausgetreten, Markierungen suchte man allerdings vergebens. Auf halber Strecke lag ein Windschutz am Drevsjö den wir für eine Rast nutzten.
Auf diesen Abschnitt waren an den Wintermarkierungen Zahlen angebracht. Der Zufall wollte es, dass diese bei knapp 2000 begangen und den Weg über abnahmen. Irgendwie hatte ich den ganzen Weg über die Zahlen mit Jahren gleichgesetzt und mir überlegt was im jeweiligen Jahr passiert ist. Das Tagesziel war im Jahre 1891 erreicht und ich bin schon gespannt bis in welches Jahr ich morgen laufen werde. Am Abend kam noch ein anderer Wanderer in die Hütte. Er kam auf der Strecke die wir morgen laufen werden und wir tauschten Informationen aus. Den Abend über spielten wir Karten und Würfel.
