Archiv für September 2010

Fagerhult

Hej,

wieder einmal war mir das Glück zugetan. Ich befinde mich in Fagerhult und meine grobe Wanderrichtung wird sich ab morgen nach Südwesten neigen. Gestern hatte ich zum Abend hin einen super Tag und habe durch ein sehr nettes schwedisches Ehepaar eine sehr gute Schlafmöglichkeit bekommen und somit auch die Chance auf ein Update. Somit hier nun die Berichte seit dem letzten Update. Morgen gehe ich nun nach Mullsjö und werde auch den Västra Vetterleden beenden. Bis bald alles gute wünscht euch

Hike Faster

16.9. – 18.9.

Nach einer geruhsamen Nacht in einen richtigen Bett ging es heute weiter. Da der Bergslagsleden nun einen weiten Bogen beschreibt habe ich mich entschieden einen Shortcut zu machen. Ich bin die ersten Kilometer auf der Straße nach Nora gelaufen um dann bei Pershyttan wieder auf den Wanderweg zu treffen. Die Strecke bis nach Nora war auch nicht ganz so schön aber ich kam schnell voran. Nora selbst besitzt noch einen alten Stadtkern aus Holz. Es gibt nicht mehr viele Städte in Schweden die einen alten Innenstadtkern aus Holzhäusern haben. Daher ist Nora auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich hatte bereits gestern die Möglichkeit die Stadt anzusehen und daher wanderte ich gleich weiter.

Kurz hinter Nora traf ich dann wieder auf den Bergslagsleden und folgte diesen an mehreren Seen vorbei bis nach Blankhult meinen Tagesziel. Dort angekommen suchte ich den in der Beschreibung beschriebenen Unterstand. Diesen fand ich nicht und suchte bereits einen Platz für mein Zelt. Vorher ging ich jedoch in der Anlage umher. Bei dieser Anlage handelt es sich um eine alte Schule die allerdings schon seit knapp 80 Jahren nicht mehr als solche genutzt wird. Mittlerweile ist es ein Freizeitheim und besteht aus mehreren Gebäuden. Als ich so umher ging kam ich an eine Hütte an der ein Aushang war. Dieser Aushang besagte, dass sie für Wanderer ist. Das fand ich sehr gut und schlug mein Lager dort auf. Es gab Elektrik und einen Trockenraum. Die primitiven Betten waren auch sehr gut und somit fühlte ich mich pudelwohl.

Auf dem Gelände war eine Gruppe Studenten die für eine Nacht mit ihren Dozenten hier waren. Es handelte sich um Studenten für einen Beruf im Kindergarten. Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner müssen hier in Schweden nämlich auch studieren. Ich unterhielt mich eine zeitlang mit den Dozenten und zog mich dann in meine Hütte zurück. Den Abend genoss ich bei einen Höruch da ich ja nicht auf den Akku achten musste.

19.9.

Nach zwei Tagen Dauerregen ging es nun endlich weiter. Ich hatte einen Tag fest eingeplant als Ruhetag, da ich wusste, dass es Bindfäden regnen würde. Gestern war es um 8h zwar bewölkt aber trocken. So machte ich mich auf den Weg und nach 2km fing es derbe an zu regnen. Glücklicherweise kam ich nach weiteren 500m an einer Rasthütte vorbei und stellte mich dort unter. Ich wartete dann auf das Ende des Regens. Als es um 10h immer noch nicht aufgehört hatte, hielt ich Rücksprache mit einen Freund, der im Internet nach dem Wetter guckte. Er meinte es sähe erst gegen abend wieder besser aus. Da die Rasthütte nicht besonders gemütlich war machte ich etwas, was ich normalerweise nicht gerne mache, ich drehte um und ging zur alten Hütte zurück. Dort konnte ich meine Klamotten trocknen und hatte elektrische Anschlüsse. Erst gegen 18h hörte es auf zu regnen und ich war glücklich über meine Entscheidung.

Heute war es dann super Wetter und ich machte mich um 8h auf den Weg. Der Weg war zwar noch matschig aber gut zu laufen. Ich kam an einer Reihe sehr schöner Orte vorbei und gegen 12h führte der Bergslagsleden an einen Rastplatz auf einen Parkplatz. Dort nahm ich meinen Lunch ein und eine Frau sprach mich an. Sie kam mir irgendwoher bekannt vor und im Laufe des Gespräch wusste ich dann auch woher. Sie ist im Sommer immer eine Hüttenwirten auf der Rogenstugan. Als ich vor zwei Jahren von Storlien nach Grövelsjön gelaufen bin war sie mit ihren Kindern auf der Rogenstugan. Heute nach zwei Jahren traf ich sie mitten in der Natur wieder. Die Welt ist halt sehr klein.

Nach dieser netten Begegnung setzte ich meinen Weg fort und kam weiterhin gut voran. Kurz vor meinen Tagesziel schlängelte sich auf dem Weg erneut eine Kreuzotter entlang und dieses mal war ich vorsichtiger. Ich fixierte sie mit meinen Wanderstock auf dem Weg und konnte sie diesmal in die Hand nehmen. Ich wollte ein Foto von den Giftzähnen machen und dies gelang mir auch. Leider ist es nicht ganz scharf geworden, da es schwer war die Schlange festzuhalten und nebenher den Fotoapperat hinaus zu ziehen und den Kopf richtig zu fixieren. Danach entlies ich die Kreuzotter wieder ins Gras und wanderte die letzten drei Kilometer zum Freizeitheim Stenbacken. Dort verbringe ich nun die Nacht und ein letzter Blick in den Himmel macht mich auch für morgen optimistisch, dass das Wetter gut werden wird.

20.9.

Nach einer viel zu kurzen Nacht kam ich gegen 7.40h in die Gänge und machte mich bei sehr guten Wetter auf den Weg. Ich hatte mir für heute eine ziemlich lange Etappe vorgenommen und war gespannt ob ich es schaffen würde. Der Weg führte weiterhin durch Waldgebiete die durch Heideflächen unterbrochen waren. Nach 10km erreichte ich Sixtorp. Auch hierbei handelt es sich um ein Freizeitheim. Dort traf ich Mathias, einen Lehrer aus Örebro. Er leitet in diesesm Herbst die Naturschule. Davon gibt es in Schweden 90 Stück und es wird versucht den Kindern in diesen Naturschulen das Leben in der Natur näher zu bringen. Mathias hat pro Woche zwei bis drei Schulklassen und zeigt ihnen Aktivitäten und Fertigkeiten die man für das Leben im freien benötigt. Wir unterhielten uns eine Weile und dann ging ich weiter.

Der Weg war auf den nächsten 19km sehr einfach zu laufen und auch die Passagen im Wald waren fest ausgetreten und nur wenig matschig. Auf der Strecke lagen die sogenannten Schmerzensbäume. In einer Zeit, als die Menschen wenig Geld hatten und sich keinen Arzt leisten konnten wurden diese Bäume als Heilstätte genutzt. Die Menschen kamen dort hin und stocherten mit einen Span in ihren kranken Zahn herum. Danach steckten sie den Span in den Baum und dieser sollte so die Schmerzen des betroffenen aufnehmen. Im Laufe der Jahre haben solche Bäume soviele Schmerzen aufgenommen, dass niemand mehr sich traute einen solchen Schmerzensbaum zu fällen. Daher stehen sie bis heute.

Das letzte Teilstück war dann wieder für den sportlichen Teil dieser Tour. Ich lief sehr schnell und wollte mein Ziel unbedingt noch erreichen bevor es dunkel wird. Dies gelang mir auch und ich kam gegen 19.15h an. Zum Schluss setzte mal wieder Regen ein und laut Beschreibung sollte es hier eine Übernachtungsmöglichkeit in einen Nebengebäude des Gemeindehauses geben. Leider erreichte ich niemanden und fand zum Glück einen kleinen Raum von knapp einen Quadratmeter. Dies war sehr eng aber trocken und warm. Ramundeboda, so der Name dieses Ortes besitzt alte Klosterruienen die gerade restauriert werden. In mehreren Containern waren sogar noch zwei Personen und ich sprach sie an ob ich dort Trinkwasser bekommen könnte und eine Dusche nehmen dürfte. Beides war kein Problem. Mittlerweile regnete es sehr stark und mein kleiner Raum kam mir wie eine Suite vor. Wie ich darüber morgen denke, nach einer sehr zusammengerollten Nacht wird sich zeigen.

21.9.

Nach den gestrigen Gewaltmarsch wollte ich heute etwas ruhiger und kürzer gehen. Es hatte die ganze Nacht geregnet und erst heute morgen um 5h aufgehört. So kann das ruhig immer sein, die Nacht über regnen und am nächsten Morgen hört es dann auf. Leider ist es meist aber nicht so. Ich habe die Nacht über sehr unruhig geschlafen, da es in dem kleinen Raum nicht anders möglich war. Immerhin hatte ich ein Dach über dem Kopf. Der Weg verläuft ab Ramundeboda für knapp 30km parallel mit dem Munkastigen, dem Mönchspfad. Ob die Mönche früher wirklich diesen Weg genommen haben ist allerdingsfraglich. Viele der alten Wege sind mittlerweile Hauptstraßen und es mangelt auch an eindeutigen Überlieferungen. Der Munkastigen ist mit einen Mönch auf Wanderschaft gekennzeichnet. Ich kann mir nicht helfen, wenn ich dieses Symbol ansehe, erkenne ich darin eher einen Sensemann. Ihr könnt ja auf den Fotos eure eigene Meinung bilden.

Meine Schuhe und Hose waren schnell durchnässt, da das Gras noch sehr nass war. Ich kam trotz allem wieder einmal sehr schnell voran und wunderte mich selbst ein wenig. Irgendwann an einem Windschutz sagte ich mir, ich versuche den Bergslagsleden heute zu beenden. Es waren zwar wieder jenseits der 40km zu laufen aber es sollte mir gelingen. Ich erreichte gegen 18h Stenkällergarden das Ende des Bergslagsleden. Dieser Wanderweg hat mir sehr gut gefallen und ich kann mir vorstellen ihn irgendwann erneut zu laufen, dann aber etwas ruhiger. In Stenkällergarden beginnt auch der nächste Abschnitt, der Västra Vätterleden. Diesem folge ich nun die nächsten 150km nach Süden. Dann befinde ich mich auf der Höhe von Göteborg und schwenke danach nach Westen zur Küste.

In Stenkällergarden gibt es einen der wenigen Campingplätze in Schweden, die das gesammte Jahr über geöffnet sind. Ich wollte heute unbedingt die Beine richtig lang machen können und ging zur Rezeption um hier eine Nacht im Zelt zu verbringen. Als ich erzählte, was ich mache waren die Besitzer sehr angetan und gaben mir für den Preis des Zeltes eine Hütte. Dies fand ich natürlich sehr gut und komme so in den Genuss dieses Luxuses.

22.9.

Heute habe ich etwas ruhiger angehen lassen. Nach den letzten doch ziemlich anstrengenden Tagen bin ich etwas langsamer gegangen. Am Ende standen dann aber doch mehr als 30km wieder auf dem Programm. Das Wetter war heute wieder traumhaft und es machte richtig spaß zu laufen. Der Västra Vetterleden ist ebenfalls sehr gut markiert und es gab keine Schwierigkeiten den Weg zu finden. Anfangs ging es viel auf und ab und nach 10km erreichte ich Granvik. Hier war einer der einzigen Orte an denen ich mal direkt an den Vätternsee, den zweitgrößten schwedischen See, kam. Ich fragte mich warum der Weg oftmals weit vom Wasser entfernt verläuft und bekam die Antwort etwas später bei einem Gespräch mit einen Schweden. Das Gebiet westlich des Vätternsees wird viel vom Militär genutzt und ist daher oft Sperrgebiet. Ich selbst sah heute öfter Militärmaschinen und hörte das Geräusch von Schüssen.

Nach weiteren 10km erreichte ich Forsvik, wo der Götakanal endet. Dabei handelt es sich um einen Kanal der den Vänernsee, dem größten See Schwedens, mit dem Vätternsee verbindet. Hinter Forsvik musste ich einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, da das Militär eine Übung abhielt und Teile des Wanderweges daher nicht passierbar waren. Auch diese Unannehmlichkeit war schnell überwunden und ich ging die letzten Kilometer nach Mölltorp wieder auf dem Weg. In Mölltorp kaufte ich Proviant ein und verlies noch den Ort um am Ufer eines schönen Sees mein Nachtlager aufzuschlagen. Auch Morgen soll es noch einmal richtig gutes Wetter werden bevor es am Freitag und Samstag wieder regnen soll. Ich werde daher morgen schön viel gehen um dann das Wetter abzuwarten.

23.9.

Nach einer kalten aber angenehmen Nacht machte ich mich kurz vor 8h auf die Strecke. Ich wollte heute unbedingt bis Hjo kommen. Dieser Ort liegt zwar etwas abseits des Weges aber viele Personen meinten es sei den Umweg Wert. Der Weg verlief anfangs wieder einmal durch Waldgebiete. Ich merke aber, wie langsam die landwirtschaftlich genutzten Flächen zunehmen. So ging ich später nach Hjo auch mal durch Felder. Was mir am Västra Vetterleden noch aufgefallen ist und was ich sehr gut finde ist, dass die Bohlenbretter hier immer mit Draht versehen sind. Dadurch sind sie bei weiten nicht so glatt wie ohne Draht. Ich stelle mir aber auch vor, dass es einen großen Aufwand macht die Bohlenwege so zu erhalten. Für die Sicherheit ist es auf jeden Fall besser.

Kurz vor Hjo passierten mir dann zwei Missgeschicke. ZumProfilsohle so gut wie nicht mehr vorhanden ist und zum anderen riss ich mir beim Absetzen des Rucksackes meine linke Beintasche an der Hose ab. Zum Glück sind dies nur Kleinigkeiten und ich hoffe die großen Lapalien bleiben mir erspart. Als ich dann Hjo erreichte fand auch ich den Ort sehr schön. Er liegt direkt am Vätternsee und im kleinen Hafen war es richtig gemütlich und ich legte eine Pause ein. In der Touristeninformation konnte ich umsonst ins Internet gehen und ein kleines Update machen, außerdem zeigte mir ein Blick auf den Wetterbericht, dass es nächste Woche ebenfalls gutes Wetter werden soll. Ledeglich der Samstag wird mit starken Regenfällen nicht sehr schön werden. Diese Zeit nutze ich dann für einen Ruhetag.

Da ich noch etwas Zeit hatte ging ich weiter und kam noch einige Kilometer voran. Als ich an einer großen Milchfarm vorbei kam wurden dort gerade die Kühe hinein getrieben. Da ich neugierig war fragte ich ob es möglich sei dabei zu zu sehen. Es war möglich und im gleichen Zuge fragte ich, ob ich die Nacht auf dem Gelände verbringen könne. Auch dies war möglich. Die Farm besitzt 300 Kühe, die zweimal am Tag gemolken werden. Dies geschieht mit Hilfe einer Maschine und jede Kuh bringt zwischen 10 und 30 Litern Milch pro Melkgang. Dies macht am Tag im Schnitt 10000 Liter Milch. Die Kühe werden im Schnitt 6-7 Jahre alt, dann ist ihre Zeit abgelaufen und sie werden geschlachtet. Eine Kuh hat eine Tragezeit von 9 Monaten und gibt danach noch 10 Monate Milch. Bevor sie erneut befruchtet wird, hat sie eine Ruhezeit von 2 Monaten. Heute abend und morgen früh habe ich somit superfrische Milch. Viele Personen aus den Großstädten wissen im übrigen nicht, dass Kühe nicht immer Milch geben. Wie wir Menschen nur dann wenn sie gekalbt haben.

Nun sitze ich im Vorraum der Milchabsaugmaschiene und schreibe diesen Bericht. Heute ist der erste Tag, an dem ich wirklich mal Probleme mit den rechten Bein hatte. Die Muskeln sind verkrampft und ich hoffe mit Massagen da entgegen wirken zu können. Auch aus diesem Grunde ist der Ruhetag am Samstag sehr sinnvoll. Ich lasse den Tag nun bei mehreren Gläsern frischer Milch ausklingen.

24.9.-25.9.

Ein langer, schöner Tag liegt hinter mir. Nach gefühlten 30 Litern Milch zum Frühstück kam ich richtig gut in Fahrt. Die Strecke unterschied sich nicht stark von den bisher gelaufenen Etappen. Die entscheidenden Situationen ergaben sich für mich erst gegen abend. Da ich ja mit Regen morgen rechne, habe ich früh begonnen einen geeigneten Schlafplatz zu finden. So richtig zufrieden war ich mit keinen und daher wurde es am Ende doch ein wenig später. Ein Windschutz der mir zusagte lag viel zu früh am Tage und dann kam lange Zeit nichts. Dann kam ich an den Punkt, wo der Västra Vetterleden eigentlich gleich wieder in den Wald abbiegt aber es eine Stichstrecke nach Fagerhult gibt. Ich entschied mich diesen Abstecher zu machen und damit begann mein Glück. Enteweder das Glück des dummen oder des tüchtigen. Ich hoffe in meinem Fall das letztere. In Fagerhult gibt es einen kleinen Landhandel und dieser wird von Kalid betrieben. Kalid kam vor 10 Jahren nach Schweden und stammt ursprünglich aus dem Irak. Wir kamen ins Gespräch und er bot mir zugleich an in seiner Garage zu schlafen. Das fand ich natürlich super und setzte mich bis zum Ladenschluss mit zu ihm in den Laden. Zwischenzeitlich zeigte er mir die Garage, da er nach Feierabend noch weiter fahren musste. So machte ich mich gegen 19h auf den Weg zur Garage. Auf den Weg dorthin traf ich Uffe (schwedische Form von Ulf). Er wunderte sich wo ein Wanderer in einem kleinen Wohngebiet hin will. Ich erzählte ihn was Kalid mir angeboten hatte und er schüttelte den Kopf und meinte das sei viel zu hart für einen Ruhetag. Er hat einen Wohnwagen und ich könne doch darin zwei Nächte schlafen. Zugleich bot er mir eine Dusche an und etwas zu essen. Wir plauderten viele Stunden und seine Frau reparierte meine Hose. Somit habe ich die wohl beste Unterkunft gefunden, die ich finden konnte.

Heute war nun mein Ruhetag und ich hatte das Glück, dass Uffe mich ein wenig rumgefahren hat. Der Regen plätscherte auf das Autodach und ich war glücklich über die Entscheidung eines Ruhetages. Wir waren an mehreren Plätzen. Unter anderen waren wir an Falks Grab. Bei Falk handelte es sich um einen Räuber der einen Posttransport ausraubte. Nach einiger Zeit wurde er gefasst und dem Platze, an dem nun das Grab liegt geköpft. Ein weiteres Highlight war der Besuch der Kirche in Habo. Diese Kirche war innen vollständig bemalt und es war sehr interessant diese Bilder in Ruhe zu betrachten. Im Endeffekt bekam ich sogar eine Privatführung und dies war sehr aufschlussreich. Ich kann nur jeden raten diese Kirche zu besuchen. Sie ist einen Umweg wert und wird nicht umsonst als “die malerische Holzkathedrale” bezeichnet. Am Abend kam noch die älteste Tochter von Uffe und Mia zu besuch. Sie mag es auch Brettspiele zu spielen und so haben wir am Abend mit den Eltern zusammen ein wenig gespielt.

Hjo

Hej,

ich habe mal wieder die Chance mich zu melden. Ich sitze gerade in der Touristeninformation in Hjo und kann hier kostenlos ins Internet. Leider nur mit dem örtlichen PC. Ein Update mit Berichten und Bildern folgt dann später. Ich komme immer noch sehr gut voran und komme der Fähre immer näher. Dies liegt aber auch an dem Wetter. Der September ist der bisher beste auf der Wanderung. Bis auf Samstag soll dies auch nächste Woche so bleiben und ich werde dann wohl am Samstag einen Ruhetag einlegen. Wenn ich weiterin so gut voran komme, werde ich bereits Anfang Oktober die Fähre nach Grenaa in Dänemark nehmen. Der Körper macht noch gut mit obwohl ich mittlerweile schon ein wenig die Knochen spuere. In diesem Sinne wuensche ich allen ein schönes Wochenende wenn es soweit ist.

LG Hike Faster

Uskavi

Hej,

ich befinde mich mittlerweile in Uskavi und bin auf den Bergslagsleden schon gut voran gekommen. Gestern hatte ich sehr viel Glück und mir wurde mal wieder sehr viel Gastfreundschaft zuteil. Ich schlief heute Nacht in einen richtigen Bett, habe geduscht und kann hier sogar mal wieder ein Update machen. Ich denke alles weitere erfahrt ihr aus den Berichten. Unni und Bente sind schon sehr nah bei Lindesnes und dürften diesen Punkt heute oder morgen erreichen. Die beiden haben dann ihr Projekt nach mehr als 2500km beendet. Ich sage schonmal Herzlichen Glückwunsch dazu und freue mich, wenn die beiden mich im Dezember besuchen kommen.

Hike Faster

@Steffi-HH: Ich bin nun bald in Boros und du sagtest mal ein Bekannter von dir ist meist bis Ende September dort. Ist dies noch der Fall?

6.9

Der Vasaloppsleden liegt hinter mir. Die lezten 9km nach Mora waren schnell gelaufen und ich kam um 9h am Ziel in Mora an. Es war ein schönes Gefühl die Kilometermarken immer weiter herunter laufen zu sehen. Auf dem Zielportal ist der Spruch “I fäders spår för framtids segere“ zu lesen. Auf deutsch: „In den Spuren der Vorfahren für die Siege der Zukunft“. Direkt am Ziel befindet sich das Vandrerhjem in dem ich schon eine Nacht verbracht hatte als ich Vanessa abholte. Dort hatte ich ein Buch hinterlegt welches ich nun abholte und ich fragte, ob es möglich sei eine Dusche zu nehmen. Dies war kein Problem und ich lud nebenher die Akkus alle auf.

Um 10h öffnete das Vasalaufmuseum und ich schaute mir die Ausstellung und den Film dazu an. Ich werde an diesen Rennen irgendwann einmal teilnehmen und es war ein sehr schöner Abschluss des Vasaloppsleden. Für die Statistiker noch einmal zwei Zahlen. Die meisten Siege errang Nils Karlsson, bekannt unter den Namen Mora Nisse Karlsson mit 9 Siegen. Den Rekord an abgeschlossenen Wasaläufen hält jemand mit 55 Läufen. Insgesamt haben 6 Männer mehr als 50 mal den Wasalauf beendet. Ich nutzte den Aufenthalt in Mora und kaufte einige Lebensmittel ein und konnte sogar kurz ins Internet gehen. Um 12.30h machte ich mich wieder auf den Weg.

Dies war ein wenig nervig, da ich die ersten 6,5km auf dem Vasaloppsleden zurück gehen musste bevor der Siljansleden abzweigte.

Ein Einschub für andere Wanderer. Auf dem Vasaloppsleden fand man öfter mal ein Schild für den E1. Dieses fehlt auf dem Siljansleden bisher komplett. Auch der Abzweig ist nicht gesondert ausgeschildert. Wer nicht unmittelbar nach Mora muss kann daher schon zwischen km 7 und 6 auf den Vasaloppsleden den Abzweig, welcher gut markiert ist, auf den Siljansleden nehmen.

Der Silansleden ist gleich wieder natürlicher. Es geht fast ausschließlich auf einen kleinen Weg durch den Wald. Feldwege werden nur gekreuzt und es gibt viele sumpfige Passagen. Die Markierung ist sehr gut und es machte Spaß bei besten Wetter zu wandern. Kurz vor meinen Tagesziel sah ich eine Hütte und diese ist offiziell für die Übernachtung von Wanderern des Siljansleden ausgewiesen. Somit nutze ich diese und freute mich erneut in einer Hütte schlafen zu können. Mal sehen ob ich morgen genau soviel Glück habe.

7.9.

Der Weg war heute einfacher zu gehen als gestern. Die Ausschilderung ist immer noch sehr gut und ich mache mir keine Gedanken, was den Siljansleden betrifft. Am Morgen war es schon sehr angenehm warm und ich startete gegen 7.40h. Kurz nach dem Start bot sich mir dann ein wunderschöner Ausblick. Ich ging auf der Flanke des Garberges hinab und hatte einen Blick ins Tal. Dieses lag unter einer Wolkendecke und ich hatte das Gefühl ganz hoch zu sein. Diese Wolkendecke war allerdings vielmehr der Morgendunst der langsam aufstieg und kurze Zeit später hatte ich das Gefühl es regne. Es war aber der Morgendunst der kondensierte. Man konnte richtig die kleinen Tropfen sehen und ich habe dies schon sehr lange nicht mehr in dieser Menge gesehen.

Der Siljansleden führte durch eine Menge Waldsiedlungen, die früher zum Viehauftrieb genutzt wurden. Heute befinden sich in den alten Gebäuden vor allem Ferienhäuser der Schweden. Nach längerer Zeit kam ich dann mal wieder an eine große Straße. Diese führte zu einem Forstmuseum und einen Vandrerhem. Ein angeschlossenes Restaurang verführte mich zu einer Portion Pfannkuchen. Nach dieser Stärkung ging es frisch weiter Richtung Leksand.

Dann kam mein erstes richtiges Orientierungsproblem auf der Tour. Da der Siljansleden so gut markiert ist verzichtete ich darauf, die GPS Koordinaten in mein Gerät einzugeben. Kurz vor Mangberg stand ich auf einmal an einer Wegkreuzung wo der Siljansleden in zwei verschiedene Richtungen führte. Ich hatte das Gefühl der rechte Weg wäre etwas besser und es stellte sich heraus, dass es der richtige Weg war.

Gegen 17h schlug ich meinen Lagerplatz an einen Windschutz auf und sprach ein Ehepaar an, welches direkt daneben wohnt. Sie waren sehr nett und ich hatte somit kein Problem mit Trinkwasser und konnte auch meine Batterien wieder auffüllen. Wir unterhielten uns sehr lange und während die beiden nun Fussball gucken schreibe ich meinen Bericht und habe für die nächsten Tage die GPS Daten in mein Gerät eingegeben. Nun gehe ich in mein Bett und freue mich schon auf morgen.

8.9.

Der Morgen zeigte mir erneut einen schönen Tag an. Ich stand wie immer gegen 6h auf und war um 7.30h mit allen Vorbereitungen fertig. Das Zelt packte ich mal wieder nass ein und danach ging ich zu dem Ehepaar von gestern. Sie schliefen noch und so ging ich meines Weges. Der Mann, sein Name ist Lars, hat mir gestern abend noch einige Bilder vom Wasalauf gezeigt. Er hat an dem Rennen schon 20 mal teilgenommen und seine beste Plazierung war Platz 126. Er ist also schon fast ein Profi und startet direkt im Feld hinter der Elite.

Der Weg war heute sehr matschig und ich versank des öfteren tief in selbigen. Mir waren Abschnitte auf Feldwegen sehr willkommen und ich überlegte wie weit ich denn heute gehen soll. Ich wusste, dass kurz vorm Abzweig des E1 vom Siljansleden eine Rasthütte sein soll. Mein GPS zeigte mir allerdings an, dass es bis dahin noch sehr weit ist. Etwas bedrückt ging ich weiter und wollte zumindest bis zu der Hütte kommen. Ich war daher sehr erstaunt als die Hütte auf einmal vor mir lag. Da war es gerade mal kurz vor 15h und eigentlich etwas zu früh um zu rasten. Ein weiterer Blick auf mein GPS zeigte mir an, dass es bis zum Abzweig noch mehr als 10km Luftlinie waren. Irgendwie konnte ich mir das alles nicht erklären und überlegte was ich mache. Ich ging dann munter weiter und keine 3km später war der Abzweig dann auf einmal da. Auf dem gesammten Siljansleden fand ich nicht einmal eine Spur des E1 und auf einmal war dort ein Schild und ich war sehr erfreut. Dies steigerte meine Motivation erheblich und ich merkte, dass ich nur eine falsche Koordinate eingegeben hatte.

An der Kreuzung war sogar ein Informationschild angebracht auf dem der Verlauf des Weges abgebildet war. Ich fotografierte es vorsichtshalber und machte mir Notizen. Aufgrund der Freude ging ich dann noch einige Kilometer weiter bis um 18h. In einer der Waldsiedlungen traf ich einen alten Mann der mir für die Nacht ein Bett in einer kleinen Hütte angeboten hat. Dies habe ich sogleich angenommen und konnte so meine Klamotten, die immer sehr verschwitzt waren, mal wieder richtig trocknen. Morgen geht es nun weiter auf einer Reihe lokaler Wege und ich hoffe den Weg gut zu finden. Mir geht es gut und ich freue mich nun immer nach Süden zu gehen.

9.9.

Zu allererst muss ich eine Aussage von gestern zurück nehmen. Ich monierte, dass auf dem Siljansleden erst am Ende ein einziger Hinweis auf den E1 vorhanden war. Dies stimmte nicht nur kam mir diese Erkenntnis erst heute. Als ich noch auf dem Siljansleden unterwegs war, sah ich des öfteren weiße Schilder. Ich dachte immer an regionale Skipisten für den Langlauf. Heute sah ich diese Schilder wieder und erkannte, dass es sich um ausgeblichene E1 Schilder handelt. Die beiden Wanderer und die Bezeichnung Europaleden 1 waren allerdings nur zu lesen, wenn man direkt davor stand. Nachdem ich die Erkenntnis hatte wusste ich nun auf was zu achten ist und fand an allen wichtigen Kreuzungen diese Schilder vor. Der Weg war heute sehr matschig und moorig. Des öfteren musste ich ohne Bohlenstege durch weite Moorfelder laufen. Dies nervt nach einiger Zeit schon sehr und nur die immer wiederkehrenden Waldsiedlungen, sie nennen sich Fäbods, motivierten mich wieder.

Die Fäbodkultur ist hier in Dalarna weit verbreitet. Wie ich ja schon vor zwei Tagen geschrieben hatte wurden im Sommer immer das Vieh hierhin gebracht und andere landwirtschaftliche Arbeiten durchgeführt. Vor hundert Jahren etwas waren große Teile des Waldes offenen Weideflächen gewichen und erst Mitte des letzten Jahrhunderts, als die Fäbods nicht mehr intensiv oder garnicht genutzt wurden begann sich der Wald wieder auszubreiten. Da man die Fäbodkultur gerne wieder aufleben lassen möchte ist man bemüht die Flächen wieder offener zu gestalten und rodet Waldgebiete wieder ab.

Wie so oft spielte mir der Zufall auch heute mal wieder in die Hände. Mein Trinkwasser war wieder einmal alle und ich kam an einem der alten Gebäude vorbei. Von weitem winkte mir ein Mann zu und ich ging sogleich hin um nach Wasser zu fragen. Es stellte sich heraus, dass er aus Deutschland kommt und hierhin ausgewandert ist. Er und seine Frau, sie heißen Kay und Kathrin, leben seit drei Jahren auf diesem Gelände. Sie wohnen das ganze Jahr über hier und genießen das Leben. In Deutschland war Kay Projektleiter in einer großen Firma. Da er im Jahr immer um die 60000km fahren musste war es irgendwann zuviel. Die beiden entschlossen sich auszuwandern und so kamen sie hierher. Kay stellt Honig her und seine Frau ökologische Seifen. Zusammen betreiben sie auf dem Gelände im Sommer ein kleines Café. Noch ist alles im Aufbau aber das entscheidende ist, dass sie sich pudelwohl fühlen bei dem was sie machen. Wir redeten etwa eine Stunde lang und sie boten mir gleich Frühstück an. So kam ich in den Genuss eines wundervollen Bauernfrühstückes und selbstgebackenen Brotes. Ich genoss die Unterhaltung und das Essen und war sehr angetan wie die beiden ihre Pläne verfolgen. Kay schaut sich zur Zeit bei den alten Menschen der Region die alten Handwerkskünste ab und möchte die Fäbodkultur leben. Auf der Hoomepage der beiden könnt ihr noch viel mehr Informationen bekommen.

www.skinnarasen.se

Im weiteren Verlauf des Tages kam ich noch durch mehrere Fäbods und kurz vor der Grenze zur Gagnef Kommune traf ich zwei ältere Frauen. Als sie hörten was ich mache gaben sie mir sogleich frisches Obst und füllten meine Wasserflasche nach. Ich hatte heute wirklich viel Glück bei meinen Begegnungen. Als ich dann die Gagnef Kommune erreichte war die Ausweisung des E1 fabelhaft. Es waren neue E1 Schilder überall dort angebracht wo es wichtig war und man fand öfter auch mal ein größeres Holzschild mit der Bezeichnung “Europaled 1″.

Am Abend erreichte ich dann Mockfjärd und kaufte im dortigen Supermarkt ein. Da ich nicht weiß, wann ich wieder einkaufen kann ohne einen großen Umweg machen zu müssen, besorgte ich mir Proviant für 10 Tage. Nach dem Einkauf ging ich noch kurz aus der Stadt hinaus und baute mein Zelt im Wald auf. Ein langer und ereignissreicher Tag geht zu Ende.

10.9. – 11.9.

Heute bin ich nach mehreren Tagen mal wieder weniger als 30km gegangen. Dies lag vor allem daran, dass ich um 15h an einen wunderschönen Ort kam und hier eine Nacht verbringen wollte, außerdem war ich heute das erstemal wirklich genervt von der Strecke.

Nach einer warmen Nacht im Schlafsack kam ich auch heute wieder gut in den Tag und startete um 7.30h. Anfangs lief der Weg schön durch den Wald aber dann ging es wieder mit den Moorfeldern los. Dies nervte mich heute so sehr, dass ich das erstemal negative Gedanken während dieser Tour bekam. Es gibt weder Chancen diese Moorflächen zu umgehen, noch liegen dort Bohlenstege und durch das hohe Gras kann man die etwas festeren Stellen im Moor nicht erkennen. Nachdem ich 4 oder 5 mal tief eingesunken bin meckerte ich lautstark über die Wegelage. Meine Schuhe, Strümpfe und Füße waren völlig durchnässt und ich merkte, wie sich Scheuerstellen bildeten. Heute konnten auch die Fäbods keine Motivation schaffen und ich taperte einfach weiter.

Nach verlassen der Gagnef Kommune war die Beschilderung mal wieder nicht vorhanden. Erst nach 6km traf ich auf einen Hinweis für den E1. Diesmal war es ein blaues völlig ausgeblichenes Schild. Auf einer Strecke von insgesammt 11km fand ich genau drei dieser Schilder, von denen eines mitsamt des Pfahles an dem es befestigt ist umgekippt war. Auf einen Plan hatte ich bereits gesehen, dass am nächsten Fäbod eine geschlossene Hütte sein soll. Als ich dann im Spansens Fäbod ankam war ich völlig überwältigt. Erstens lag die Hütte wirklich traumhaft an einen See und zweitens verfügte sie über Schlafplätze und Elektrizität. Sofort entschloss ich mich hier zu übernachten und dies war für meine Motivation sehr wichtig. Wasser holte ich aus einer Sickerquelle und meine Füße habe ich einfach mal an der Luft auskuriert. Morgen werde ich sie dann so pflegen, dass sich die Scheuerstellen nicht verschlimmern.

Im Gästebuch dieser Hütte fand ich zwei sehr interessante Einträge. Im Jahre 2008 ist wohl schonmal jemand von Palermo bis Grövelsjön gelaufen. Ob die Person dies in einen Schwung gelaufen ist weiß ich allerdings nicht. Vielleicht finde ich im Internet ja den Kontakt zu der Person um mich über den italienischen Teil besser zu informieren. Ein anderer Eintrag stammte aus den Jahr 2009. Da waren hier zwei Wanderer aus Hannover. Sie gingen oder gehen immer noch den E1 in seiner derzeitigen exestierenden Form von Grövelsjön nach Castelluccio de Norcia. Auch hier hoffe ich einen Kontakt herstellen zu können.

Abgesehen, dass ich den Tag über immer mal wieder lautstark über die matschigen Wege gemeckert habe und meine Füße die ersten Scheuerstellen bekommen haben, traf ich heute nicht einen einzigen Menschen. Den Abend über habe ich mich bis jetzt einfach nur entspannt. Für morgen bin ich nun wieder sehr motiviert. Leider ist es zum Abend hin stark zugezogen und ich denke das gute Wetter neigt sich nun dem Ende zu.

12.9.

Manchmal hat man Glück und manchmal hat man Pech. Tage an denen sich das Glück und das Pech aufheben sind mir die liebsten. Heute sah es bis zum Schluss fast so aus als ob das Pech überwiegen würde aber lasst mich am Anfang beginnen.

Gestern musste ich einen Zwangsruhetag einlegen. Es regnete Bindfäden und da die Hütte so super war, war die Entscheidung um 11h gefallen. Bis dahin wäre ich noch losgelaufen aber danach lohnte es sich nicht mehr und der Regen endete auch erst gegen 17h. Den Ruhetag habe ich diesmal fast ausschließlich im Liegen verbracht und mal ein wenig den Laptop aufgeräumt. Am Abend

Heute startete ich dann zwar auch im Regen aber dieser war sehr wenig. Die Markierung war heute sehr bescheiden, da nicht vorhanden. Ab und an fand ich mal Hinweise auf den Smeleden aber keinerlei Hinweise auf den E1. Meine GPS Koordinaten und meine gute Nase führten mich aber stets auf dem richtigen Weg. Ich weiß nicht genau wieviele Kilometer ich heute gelaufen bin aber ich denke es waren mehr als 40. In der Nähe von Smedjebacken wollte ich dann mein Zelt aufschlagen und gegen 17.30h meinen Tag ausklingen lassen. Das Problem war allerdings das Trinkwasser. Ich fand keinen geeigneten Ort mit Wasser und so ging ich immer noch weiter.

Irgendwann bin ich dann fast auf eine Schlange getreten. Diesmal war es sogar die giftige Variante. Ich zückte sogleich meinen Fotoapperat und schoß einige schöne Fotos. Die Schlange war zwar die ganze Zeit auf Angriff eingestellt aber ich hielt den Sicherheitsabstand ein. In schwedisch werden diese Schlangen Huggorm genannt und bei ihnen handelt es sich um eine Kreuzotterart. Da ich etwas am träumen war, war ich doch ein wenig erschrocken am Anfang.

Das Glück war dann am Ende auf meiner Seite. Zum einen wurde das Wetter immer besser, ich bin nicht auf die Schlange getreten und ich kam an einen Hof vorbei. Das einzige Gebäude weit und breit. Ich wollte mir dort eigentlich nur Wasser für den Abend holen. Das Ehepaar, sie waren beide schon jenseits der 70, war sehr nett. Sie heißen Reidun (ein alter Wikingerfrauenname) und Ouve. Reidun konnte etwas englisch und mit meinen gebrochenen schwedisch konnten wir uns gut verständigen. Sie boten mir zugleich an auf ihren Gelände zu zelten und Ouve drückte mir ein Bier in die Hand. Noch bevor ich mein Zelt aufbauen konnte hatte ich einige Brote bekommen und einen Tee. Als die beiden meine nassen Socken sahen und meine dreckige Kleidung boten sie mir auch noch an meine Wäsche zu waschen. Den Abend über erzählten wir uns Geschichten aus unseren Leben. Ouve hat 43 Jahre in einen Stahlwerk gearbeitet und war öfter mal in Deutschland zur Fortbildung. Als Hobby hielten sie sich Schafe und genießen nun ihren Ruhestand. Ich war total glücklich und der Tag endete sehr versöhnlich. Morgen versuche ich bis nach Kloten zu kommen. Dort beginnt der Bergslagsleden und dieser ist hoffentlich wieder besser markiert.

13.9.

Heute sollte es nochmal ein guter Tag werden bevor der Regen kommt. Ich wollte bis nach Kloten kommen um dann morgen auf den Bergslagsleden zu gelangen. Trotzdem lies ich es ein wenig ruhiger angehen. Ouwe und Reidun haben mich auch zum Frühstück eingeladen und ich kam erneut in den Genuss von Rührei und Speck. Ich trank mal wieder richtige Milch und für den Weg bekam ich noch Brot mit. Um 9.30h ging ich dann los. Ouwe hat mir noch gesagt, dass die Markierung des Smeleden in einen Bereich komplett weg sei. Ich versuchte trotzdem erneut den Weg zu gehen. Da ich dadurch so viel Zeit benötigte, habe ich mich dann doch an den Rat von Ouwe gehalten und bin auf einem kleinen Feldweg bis nach Björsjö gelaufen.

In Björsjö trifft der E1 auf die Malingsbo-Klotenrunde und folgt dieser knappe 20km bis nach Kloten. In Björsjö angelangen fand ich diese sogleich und die Markierung war um einiges besser. Somit habe ich nun den Bereich zwischen den Siljansleden und den Bergslagsleden vollendet und werde in Zukunft nicht mehr soviel über Markierungen schreiben müssen. Dieser Abschnitt war teilweise sehr anspruchsvoll zu laufen und ich hoffe ihn in Hamburg gut dokumentieren zu können.

Etwa auf halber Strecke zwischen Bjösjö und Kloten liegt Nyfors. Ein ganz kleiner Ort mitten im Wald. In Björsjö sah ich bereits auf einer Übrsichtskarte, dass es in Nyfors einen Tante Emma Laden geben soll. Ich war gespannt und in dem Ort gibt es auch noch einen Antikhandel. Ich schätze, dass es im Ort insgesammt nur 12 Häuser gibt und dann auf zwei solche Läden zu stoßen war komisch. Der Antikmarkt war mit sehr viel Trödel vollgestopft. Gläser, Klamotten und Bücher waren am meisten vorhanden aber auch sehr skurile Dinge. Wenn ich an solche Läden in Deutschland denke habe ich immer das Gefühl, dass die Händler grundsätzlich nur Ramsch aufkaufen und antike Dinge verkaufen. Hier war das Gefühl ähnlich und ich belies es bei einer kleinen Runde durch den Laden. Der Tante Emma Laden war dann wirklich ein solcher. Die Produktpalette war sehr dürftig aber man fühlte sich sogleich in der Zeit in die Vergangenheit gesetzt. Ein riesiger Tresen und eine alte Frau die sich nach den Wünschen erkundigte. Eine alte Kasse und das Flair der 60er, 70er Jahre. Auch hier schoss ich ein Bild und machte mich danach auf den Weg nach Kloten.

In Kloten, direkt am Beginn des Bergslagsleden gibt es ein Vandrerhem. Eigentlich hatte ich vor eine Nacht dort zu verbringen. Leider kann man dort nur Cash bezahlen und da ich nur noch 100 Kronen in der Tasche habe wurde es aus der Nacht im Vandrerhem nichts. Ich traf dort Silke aus Berlin. Sie war im Sommer im Urlaub in Schwedisch-Lappland. Nun ist sie erneut hier und brauchte einfach mal eine Auszeit von der Großstadt. Ich konnte dies sehr gut verstehen und wir unterhielten uns einige Zeit. Da ich noch ein paar Kilometer vor mir hatte machte ich mich erneut auf den Weg und begann schon heute den Bergslagsleden.

Nach ca. 3km kam ich an einen Hof vorbei und fragte ob ich mein Zelt dort aufbauen dürfe. Das alte Ehepaar kam aus Polen und sie sagten das wäre kein Problem. Bevor ich zum aufbauen kann wurde ich mit Essen verwöhnt und als es schon dunkel war meinten die beiden, Joel und Krystina, dass ich auch im Haus schlafen könne. Dies nahm ich danken an und morgen gehe ich dann weiter auf den Bergslagsleden. Ich hoffe auf nicht zu starken Regen.

14.9.

Auch nach den schönen gestrigen Abend startete ich heute sehr früh. Dies war mit etwas Überwindung verbinden, da es sehr stark regnete. Aus schlechter Erfahrung habe ich den Fotoapperat diesmal sehr gut verpackt und machte mich dann auf den Weg. Es machte trotz des schlechten Wetters spaß den Bergslagsleden zu laufen. Er ist super markiert und ausgetreten. Die ersten 20km vergingen wie im Fluge. Ich erreichte Gillersklack, einen Skiort dieser Region, und machte eine kurze Rast. Der Regen trieb mich aber sehr bald weiter und so ging ich im Regen vorwärts.

Nach weiteren 10km machte ich einen Abstecher nach Kopparberg. Dort holte ich ein paar Sachen im Supermarkt ein, ging zur Bank und verbrachte eine halbe Stunde in der Bibliothek um ein wenig im Internet zu surfen. Wie es der Zufall so wollte, war meine Zeit in Kopparberg die einzig regenfreie des Tages. Als ich mit allen fertig war und wieder auf die Strecke ging, begann auch der Regen erneut. Nach einer weitere Stunde erreichte ich Stjärnfors, wo ich die Nacht in einen Windschutz verbringe. Gegen 21h hörte dann auch der Regen auf und ich hoffe morgen auf etwas trockeneres Wetter.

15.9.

Heute war ein sehr guter Tag. Ich hatte heute sehr viel Glück und kam schnell und weit voran. Gestartet bin ich heute extra früh um 6.45h. Das Wetter war beim Start sehr durchwachsen und es regnete leicht. Bis um ca. 11h sollte sich daran auch nichts ändern. Die ersten 23km nach Nyberget gehören zu den anstrengensten des Bergslagsledens. Es geht öfter hoch und runter und der höchste Punkt des Bergslagsleden mit knapp über 400m wird erreicht. Der Nieselregen lies mich diese Strecke mit nur einer kurzen Pause gehen. Nach nur 5 Stunden erreichte ich dann Nyberget wo ich Kent traf.

Kent und seine Frau wohnen in Nybergete und wie viele Schweden betreibt er neben seinen richtigen Job ein klein wenig Landwirtschaft. Da er heute Spätschicht hat traf ich ihn überhaupt nur an. Auf dem Gelände vermieten die beiden für 100 Kronen pro Nacht Räume. Da es für mich allerdings noch viel zu früh war wollte ich noch weiter gehen. Kent fragte mich ob ich einen tee wolle und ich sagte nicht nein. Aus dem Tee wurde dann ein kleines schnelles Frühstück und ich kam mal wieder in den Genuss frischer Milch. Um kurz nach 12h macht ich mich dann allerdings wieder auf die Strecke. Das Terrain war nun deutlich einfacher und das Wetter war nun strahlend. Als ich durch eine Ansammlung von Höfen kam und nach Wasser fragte traf ich auf Thomas. Auch er betreibt ein wenig Landwirtschaft und auch er lud mich auf einen Tee und ein Brot mit Käse ein. Ich kam garnicht dazu meinen Lunch zu essen, war aber über das frische Brot sehr dankbar.

Irgendwie merkte ich garnicht wie die Kilometer an mir vorbei zogen und ich kam um kurz vor 17h nach Uskavi. Wenn ich den Kilometerangaben heute glauben schenken sollte, waren es insgesammt 46km. Ich kann mir dies aber nicht so wirklich vorstellen. Dort gönnte ich mir als Belohnung ein Eis und setzte meinen Weg nunmehr auf der Straße fort um einen Platz für die Nacht zu finden.

Immer noch war mir das Glück mehr als hold. Ich stand gerade in einer Einfahrt und eine Frau hiel an. Sie fragte mich ob sie mich mitnehmen könne und ich lehnte dankbar ab. Wir kamen ins Gespräch und da sie auch aus Deutschland stammt war die Verständigung sehr gut. Sie hieß Silke und wohnte in der Gegend. Sie bot mir zugleich ein Bett für die Nacht an und dieses Angebot nahm ich gerne an. Silke und Florian wohnen mit ihren beiden Kinder sehr schön und am Abend kam ich endlich mal wieder in den Genuss einer richtigen Dusche. Nach dem Abendessen zeigte ich noch ein paar Fotos bevor es ins Bett ging.

Kopparberg

Hej,

ich befinde mich gerade im Kopparberg in Mittelschweden. Leider kann ich hier nur an einen festen PC arbeiten und auf meine Berichte und Bilder muesst ihr noch etwas warten.  Ich komme gut voran und mache immer zwischen 30 und 40km pro Tag. Der Herbst schreitet mit langen Schritten vorwärts und ich bin froh schnell voran zu kommen. Heute morgen hat es sehr stark geregnet und ich nutze die Zeit um hier kurz zu schreiben. Bei der nächsten Gelegenheit hoffe ich dann die Berichte nachreichen zu können. Bis dahin

LG Hike Faster

Mora

Hej,

ich bin heute morgen in Mora angekommen und werde hier nur kurz bleiben. Ich habe einen Internetzugang für 30 Minuten und lade daher nur die letzten drei Tage hoch. Mir geht es sehr gut und ich komme gut voran. Wann ich das nächstemal zum updaten komme weiß ich noch nicht.

LG Hike Faster

3.9.2010

Der Kungsleden liegt hinter mir und ich befinde mich nun auf dem Vasaloppsleden. Nach einem letzten Anstieg ging es hinab zum Sälens Hogfjällhotel. Hier wollte ich ursprünglich ins Internet gehen aber zum einen renovieren sie gerade das Hotel und zum anderen haben sie nur einen Zugang über Telia. Telia ist ein schwedischer Anbieter für Telefon und Internet. Ich hätte mir einen 8 Stunden Zugang für 50 Kronen kaufen können nur leider ist es kein Minuten genauer Zugang. Das heißt, wenn ich mich einmal angemeldet habe läuft die Zeit ab, ob ich nun 10 Minuten online bin oder eben 8 Stunden. Daher entschied ich mich weiter hinab nach Sälen zu gehen.

Es gibt eine markierte Verbindungsstrecke vom Ende des Kungsleden zum Vasaloppsleden. Diese Verbindungsstrecke beginnt hinter dem Hotel und führt über die Skianlagen und eine Brücke hinab zum Startpunkt des Vasaloppsleden. Ich ging die Straße bis nach Sälen da ich noch einkaufen musste und hoffte dort ins Internet kommen zu können.

In Sälen angekommen erfuhr ich in der Touristinformation, dass es auch dort nur einen Zugang über Telia gibt. Ich konnte dort aber zumindest meine Akkus wieder aufladen. Nachdem die Einkäufe getätigt waren und ich eine Stunde gewartet habe ging ich zum Start des Wasalaufes.

Der Wasalauf ist das längste und größte Skirennen der Welt. In diesem Jahr nahmen an den einzelnen Wettbewerben mehr als 50000 Teilnehmer teil und davon über 16000 an dem 90km Rennen. Der Vasaloppsleden folgt zu einem großteil dem Vasalanglauf, geht aber oft durch Wälder und kleinere Pfade. Der Wasalauf (Vasalöppet) findet seit 1922 jährlich statt. Der historische Hintergrund des Laufes ist eng mit dem Freiheitskampf der Schweden verbunden. Im 16. Jahrhundert stand Schweden unter der Herrschaft des dänischen Königs Kristian II. Der schwedische Edelmann Gustav Ericsson Vasa kritisiert öffentlich das dänische Regime und wird dafür inhaftiert. Ihm gelingt die Flucht und er schlägt sich durch bis nach Mora in der Provinz Dalarna. Er hofft hier Mitstreiter für einen Aufstand zu finden. Im Jahre 1520 hält er eine Rede in Mora und die Bürger sind gegen den Aufstand. Völlig frustriert macht er sich weiter auf den Weg nach Norwegen. Nach seiner Abreise entbrennt eine heftige Diskusion und man entscheidet sich doch Gustav Vasa zu unterstützen. Man schickt zwei der besten Skiläufer hinter ihm her und in Sälen erreichen sie ihn. Zusammen kehren sie zurück nach Mora und die Strecke die sie dabei nutzten ist die Strecke des Wasalaufes. Der Aufstand wird immer größer und immer mehr Menschen schließen sich Gustav Vasa an. Im Jahre 1523 erreicht er Stockholm und befreit die Schweden von der dänischen Herrschaft. Einige Jahre später wird er zum König von Schweden gekrönt.

Nachdem ich im Informationszentrum das Internet nutzen durfte ging ich noch 10km auf dem Vasaloppsleden nach Smogan. Hier übernachte ich nun in einer der Hütten die es auf der Strecke gibt. Sie ist einfach gehalten und eine Nacht kostet nur 2.50€.

4.9.2010

Gestern abend als ich schon im Bett lag hörte ich gegen 21.30h Stimmen vor der Hütte. Erst dachte ich an Jugendliche, die vielleicht die Hütte nutzen wollten. Als ich gerade dabei war aufzustehen ging die Tür auf und herein kamen drei Wanderer. Es waren drei Studenten aus Uppsala. Die beiden Männer kamen aus Deutschland und die Frau aus Holland. Ich war erstaunt warum sie erst so spät kamen, denn draußen war es bereits stockdunkel. Sie waren aber erst spät gestartet und kamen nur langsam voran. Heute morgen sind sie mit mir zusammen gegen 6.45h aufgestanden und wollten möglichst viel an Kilometern schaffen. Bis jetzt habe ich sie nicht wieder gesehen und denke sie sind doch etwas weniger gelaufen.

Ich startete gegen 8.15h und auch heute war es wieder traumhaftes Wetter. Keine Wolke war am Himmel zu sehen und auch kein Wind war da. Trotz des Sonnenscheins steigen die Temperaturen aber nicht mehr über 15° an. Der Weg war sehr gut und die meisten Sumpfpassagen waren mit Bohlenstegen überplankt. Nach 12km kam ich an eine altes Sägewerk bei dem kleinen Ort Mangsbodarna. Das Sägewerk wurde im Jahre 1869 errichtet und im Jahre 1892 um 2km versetzt. Bis heute dient es der örtlichen Bevölkerung als Sägewek, wobei es meist zum Heimatfest den Besuchern gezeigt wird. Schön war, dass es frei zugänglich war und man genau die Funktionsweise erkennen konnte. Alles roch nach Holz und ich stellte mir vor wie hier damals die Arbeiter ihre Tätigkeiten vollrichteten. Das Wasser welches über eine Rinne zu einem Wasserrad geleitet wird treibt die Mühle an. Weitere drei Gebäude nach dem Sägewerk wurden ebenfalls über das kanalisierte Wasser betrieben. Eine Kornmühle, damit die örtliche Bevölkerung ihr Korn mahlen konnte, eine weitere Spezialsäge und ein Hobelhaus.

Nach diesen alten Gebäuden verlief die Strecke zu einen Großteil auf der Trasse des Wasalaufes. Da es sich dabei um eine sehr breite Trasse handelt war dies nicht so schön, immerhin nehmen an diesem Skilanglauf jährlich über 15000 Teilnehmer teil. Über Risberg erreichte ich nach 32km mein Ziel. Die Hütte liegt traumhaft auf einer Halbinsel mit einen kleinen Badesteg. Da ich schon relativ früh an der Hütte ankam (16h) nutzte ich den Abend um mich in die Sonne zu setzen und zu lesen. Morgen gehe ich bis ca. 10km vor Mora um ein letzes mal eine dieser Hütten zu nutzen.

5.9.2010

Juhu, endlich konnte ich nach einigen Wochen mal wieder meine Schuhe wachsen. Ich wollte es schon so lange aber bisher ergab sich nie die Möglichkeit, da sie einfach zu nass waren und wenn sie über Nacht mal trockneten, war es zu spät dafür da der Wachs auch ins Leder einziehen muss. Heute sind die Schuhe mal nicht nass gewesen. Der Weg verlief heute fast ausschließlich über Feldwege.

Ich brach um 7.45h auf, da ich heute 40km laufen wollte. Die letzte Hütte auf dem Vasaloppsleden war mein Ziel. Ein letztes mal wollte ich den “Luxus” einer Hütte nutzen. Der Luxus besteht allerdings nur darin, dass Zelt nicht aufbauen zu müssen und ein Dach über dem Kopf zu haben. Umso weiter ich Richtung Mora komme, umso wärmer wird es. Die Region zwischen Gördalen und Oxberg ist ein richtiges Kälteloch. Hier herrscht ein Klima wie in der Region um Abisko herum, also wie im äußersten Norden Schwedens. Ich hatte daher einige Nächte in Folge unter 0°. Ich merke dies auch an den Moskitos die nun wieder mehr vorhanden sind als die letzten 5 Tage.

Als erstes erreichte ich nach 6km Evertsberg. Dort wird beim Wasalauf der “Berg-Pris” vergeben. Dabei handelt es sich um eine Zwischenwertung bei der der erste 10000 Kronen erhält. Fast immer ist der Gewinner des Berg-Pris nicht der Sieger des Wasalaufes, da es zuviel Kraft kostet bis dorthin zu führen. Nach Evertsberg sind immerhin noch 42km zu laufen. Evertsberg selbst ist einer der größeren Orte am Vasaloppsleden. Im Ort gibt es eine alte Kirche aus dem 18. Jahrhundert und mehrere Übernachtungsmöglichkeiten. Nach dem Besuch der Kirche ging ich weiter und erreichte die Axistugan. Die Axistugan ist eine der schönsten Übernachtungshütten am Vasaloppsleden. Sie liegt auf dem Gelände einer alten Wassermühle und auch eine Bademöglichkeit ist nicht weit entfernt.

Mittlerweile war es in der Sonner sehr heiss und als ich nach Oxberg hinein kam sah ich von weitem die Fahnen einer Tankstelle. Ich malte mir schon aus eine kalte Cola zu trinken und sah dann, dass die kleine Tankstelle mit nur einer Zapfsäule nur Montags bis Freitags geöffnet hat. Mein Wasser ging langsam zur neige und ich hoffte an der kleinen Kapelle des Ortes Wasser nachfüllen zu können. Auf dem Weg dorthin rief mir ein Mann etwas zu und ich machte ihn darauf aufmerksam, dass ich nur englisch oder deutsch spreche. Ich fragte ihn ob er Wasser füch habe und er füllte sogleich meine Flasche nach. Göran, so sein Name kam mit mir ins Gespräch und bot mir sogleich ein Bier oder einen Kaffee an. Da ich beides nicht gerne trinke lehnte ich ab und er brachte mir stattdessen eine eiskalte Cola. Ich erzählte von meinen Projekt und es kam ein sehr nettes Gespräch auf. Ich blieb fast 45 Minuten und Göran brachte mir noch Zimtkuchen.

Wenn ich von meinen Projekt erzähle gibt es immer wieder einen faszinierenden Unterschied zwischen Skandinaviern und Deutschen. Die Skandinavier fragen immer zuerst nach dem warum und wie die Strecke verläuft. Die Deutschen fragen fast immer zuerst wie ich das mit dem Job mache.

Auch wenn es schwer fiel raffte ich mich wieder auf und ging weiter. Bei Hökberg hat man zwei Alternativen. Man kann über den Hökberg gehen (150 Höhenmeter im Ausfstieg, etwas kürzer und eine sehr schöne Sicht) oder um den Hökberg herum (etwas länger, keine Steigungen). Ich entschied mich für den Weg aussen herum. Als ich dann gegen 17.30h mein Ziel erreichte war ich froh und ein Blick auf meine Schuhe zeigte mir, dass sie trocken und somit zum wachsen bereit waren. Somit schließt sich der Kreis zum Beginn dieses Berichtes. Morgen habe ich noch 8,5km bis nach Mora und werde dort einkaufen und die Batterien auffüllen, eine Dusche ist auch wieder mal fällig und ich möchte das Vasaloppshus besuchen.

Sälen

Hej alle zusammen,

ich bin nun in Sälen angekommen oder viel mehr in Berga. Ich sitze im Informationszentrum zum Wasalauf und darf hier das Internet nutzen. Da sie nur bis 16h auf haben muss ich mich allerdings kurz halten.

Nachdem Vanessa wieder nach Hamburg zurück ist komme ich nun viel schneller voran. Das Wetter ist seit drei Tagen durchgehend gut und ich glaube es ist die längste Periode mit guten Wetter seit ich in Alta war. Ich werde heute noch 10km auf dem Vasaloppsleden gehen und hoffe in drei Tagen in Mora zu sein. Sollte ich dort nicht updaten können kann es bis zu 10 Tage von heute dauern.

Unten die letzten Berichte.

Hike Faster

@ Beat: Die ersten 2000km bin ich ja auch sehr ruhig gelaufen. Ich möchte aber auch gerne mal meine körperlichen Grenzen austesten. Ausserdem merke ich wie mir die kürzer werdenden Tage nicht gefallen. Ich möchte daher die Waldgebiete, die sich nun über 1000km erstrecken etwas schneller laufen. Ich starte halt morgens immer gegen 8h und laufe an die 10 Stunden. Da ich einen schnellen Schritt drauf habe, der mich selber nicht belastet, komme ich halt sehr weit.

@ Matze: Das mit der Messe finde ich super und ist wie gesagt eine sehr gute Motivation für mich. Da ich bei Thomas mitfahre und er dort ein kleines Appartement gemietet hat werde ich wohl nicht im Auto schlafen. Das Appartement ist für 4 Personen und wie es aussieht kommt auch Vanessa wieder mit. Dann wird es dort etwas eng werden aber da die Messe früh schließt können wir dort auf jeden Fall spielen. Wenn du mit fährst könnten wir dadurch in Thomas seinen Wagen etwas Platz gewinnen. Ich werde ihn auf jeden Fall mal anrufen und sagen, dass du auch zur Messe willst. Schließe du dich einfach mal mit Vanessa kurz.

29.8.

Heute war der letzte gemeinsame Wandertag mit Vanessa. Am Morgen hörten wir wieder einmal das altbekannte Geräusch vom Regen und ein Blick zeigte mir einen sehr dunklen Himmel. Da wir nur 12km nach Gördalen vor uns hatten warteten wir erst einmal ab. Als der Regen weniger wurde, starteten wir gegen 10.30h und spürten gleich die Kälte durch den Wind. Von der Hütte ging es erst einmal wieder bergauf ins Kahlfjäll. Oben angekommen waren wir dem Wind ausgesetzt und ich ärgerte mich meine Handschuhe tief im Rucksack zu haben. Die Hände waren nämlich eiskalt. Der Weg erforderte unsere volle Konzentration denn es galt mehrere Blockhalden zu queren. Das Tal, welches vor uns lag war unser Ziel und war schon sehr früh sichtbar. Aufgrund des Windes rasteten wir erstmals als es schon wieder hinunter ging. 20 Minuten nach der Rast kamen wir an einen Windschutz den wir uns etwas weiter oben gewünscht hätten. Die restliche Strecke nach Gördalen (sprich Jördalen) verlief dann sehr schön durch einen Wald.

An der Straße lag ein erneuter Windschutz und ich baute das Zelt auf. Wir zogen die nassen Sachen aus und machten uns danach auf den Weg zu einem Café. Wir hatten schon viele Einträge in den Hütten gelesen und mit anderen Wanderern geredet und alle meinten man könne dort gut und billig essen. Vor allem der Hamburger solle sehr gut sein. Im Café, welches einen gemütlichen Charakter verströmte, fragte ich erst einmal ob ich meine Akkus dort aufladen könne. Dies durfte ich und als alles Geräte angeschlossen waren bestellten wir unser Essen. Ich nahm den 200g Hamburger mit Pommes und Salat. Dieses Hamburgermenu kostete nur knapp unter 6€. Die Besitzerin des Cafés Gunilla war sehr nett und wir kamen ins Gespräch. Ich fragte sie warum sie so günstige Preise hat und sie meinte, sie beazahlte nur sehr wenig Miete für das Café und daher könne sie die Preise tief halten. Ich war darüber sehr erstaunt, denn in Deutschland würde fast niemand diese billigen Kosten weitergeben. Auch das Tagesmenu mit Nachschlag, Salat und Dessert kostet nur 8.50€.

Wir saßen bis um 19h im Café und gingen dann zu unseren Zelt. Morgen fahren wir mit dem einzigen Bus nach Särna. Dort werde ich meinen Proviant nachfüllen und Vanessa wird von dort aus Richtung Hamburg aufbrechen. Auf der einen Seite ist es schade, dass sie nun wegfährt, auf der anderen Seite kann ich dann aber wieder längere Strecken laufen.

30.8.

Särna

Die Nacht war heute bitterkalt (-5°) und die ganze Umgebung des Zeltes war mit Eis bedeckt. So froren wir uns warm und ich baute das Zelt ab. Wir waren froh als wir im Bus saßen. Es ist die Jahreszeit wo die Nächte, wenn sie denn klar sind, sehr kalt sind und die Tage sehr sonnig und warm. Ich mag diese trockene Kälte sehr gern.

Um 7.05h fuhr der Bus nach Särna. Dieser Bus ist zugleich der Schulbus und ein einziger kleiner Junge nimmt ihn in Anspruch. Der Busfahrer und der Junge waren schon ein eingespieltes Team. Da die Busse hier meist auch die Post abholen, übernahm der Junge diesen Job. Auf der Strecke, die Fahrt dauerte 1 Stunde, lagen 2 richtige Brieefkästen. Die Anwohner an der Straße können aber auch ein Zeichen an den Briefkasten machen wenn dort Post drinnen ist die mitgenommen werden soll. Ich lies meinen Blick oft über die Landschaft schweifen und vor allem die spiegelglatten Seen fand ich faszinierend. Als wir in Särna ankamen gingen wir zuerst zum Campingplatz und als die Rezeption um kurz vor 9h öffnete bezahlten wir für eine Nacht und 2 Duschmarken. Dies kostete für zwei Personen insgesamt 14€. Als das Zelt stand gingen wir zuerst in den Ort für den Tag einkaufen und schauten uns auf den Weg die alte Holzkirche aus dem 18. Jahrhundert an. Nachdem wir die örtliche Hauptstraße inspiziert hatten machten wir uns auf den Weg zum 3km entfernten Forst- und Verteidigungsmuseum. Der Besuch des selbigen war sehr interessant. Zuerst schauten wir uns einen Film über einen Forstarbeiter an der in der Region Dalarna sehr bekannt ist. Er gilt als einer der stärksten Männer Skandinaviens. Er war 2.14m groß und hatte wahre Pranken. Sein Ring (Durchmesser 33mm!!!) und seine Schuhe (Größe 55) kann man dort bewundern. Er lebte am Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde nur 54 Jahre alt. Auf dem Aussengelände des Museums führte ein Rundweg an mehreren alten Gebäuden vorbei, die die Forstgeschichte der Region sehr eindrucksvoll erklärten. Ein weiterer Teil des Museums beschäftigte sich mit den Verteidigungsanlagen, die man vorsorglich im 2. Weltkrieg hier aufgebaut hatte. So gibt es z.B. Eine 1,8km lange Panzersperre zu sehen die stark an den Westwall erinnert. Auch mehrere Bunkeranlagen konnte man noch besichtigen. Schweden erklärte sich, wie auch Norwegen und Dänemark, zu Beginn des Krieges neutral. Im Vergleich zu Dänemark und Norwegen wurden sie aber nicht von den deutschen überfallen. Die Angst war trotzdem da und so baute man aus diesem Grunde einige Verteidigungsanlagen die niemals benötigt wurden.

Zurück in Särna kauften wir dann den Proviant ein, den Vanessa für die Heimreise und ich für den weiteren Weg benötigte. Auf dem Campingplatz genossen wir dann den letzten gemeinsamen Abend.

Mors lilla Olle

In dem Ort Särna und auch im Forstmuseum gab es einige Hintergründe über ein sehr bekanntes schwedisches Lied und die dazugehörige Sage zu lesen. Im Jahre 1851 hörte ein Journalist eine sehr interessante Geschichte aus der Region. Im kleinen Ort Morsbacken soll eine Mutter mit ihren Kindern gelebt haben. Als die Mutter unterwegs war, spielte ihr jüngster Sohn draussen. Er war 1,5 Jahre alt. Ein Korb mit Blaubeeren stand in der Nähe und nach einiger Zeit erschien ein Braunbär. Der Junge hatte keine Angst und begann den Bären mit den Blaubeeren zu füttern. Als die Mutter wieder kam erschrak sie und vertrieb durch ihr Geschrei den Bären. Der Junge begann daraufhin sehr stark zu weinen. Aufgrund dieser Geschichte entstand ein Lied darüber, welches in Schweden sehr populär ist. Hier habt ihr einen Link zu diesen Lied.

Mors Lilla Olle

31.8.

Am letzten gemeinsamen Morgen standen wir früh auf und der Bus für Vanessa fuhr bereits um 8h. Ich brachte sie noch zum Bus und wir verabschiedeten uns. Mein eigener Bus fuhr leider erst um kurz nach 15h. Ich sprach den Busfahrer (der selbe wie gestern) aber schon am Morgen auf seiner Hinfahrt an und somit wusste er, dass ich am Nachmittag mitfahren wollte. Den Morgen über packte ich meine Sachen und gönnte mir die ersehnte Dusche. Gegen 11.30h machte ich mich auf den Weg und kaufte einige gestern vergessene Dinge ein. Als ich aus den Laden hinaus kam stand der Bus direkt gegenüber und ich fragte den Fahrer ob ich meine Sachen schon in den Bus stellen könne. Dies war kein Problem und ich fragte ihn, was er in der Zeit zwischen Hin und Rückfahrt so macht. Die meiste Zeit steht er einfach nur rum, da er keine weiteren Fahrten am Tag hat. Er muss ledeglich gegen 13h die Post abholen, die zu den Häusern auf der Strecke gebracht werden muss. Der Busfahrer fährt somit morgens knapp mehr als eine Stunde von Gördalen nach Särna, hat dann sozusagen frei und fährt um 15h wieder zurück. Auf meine Frage ob dies auf Dauer nicht langweilig sei nickte er nur und meinte die Wartezeit nerve schon. Nach dem Gespräch ging ich in die Bibliothek von Särna, die durch Zufall am Dienstag auf hat. Ich nutzte die Gelegenheit und habe meine Homepage geupdatet und einige Ausdrucke vorgenommen. Um 15h ging es dann zurück nach Gördalen. Ich war der einzige Fahrgast im Bus. Zu 98% fährt er alleine zurück. Der Fahrer musste unterwegs die Post und Zeitungen ausliefern und trotzdem kamen wir sehr schnell in Gördalen an. Ich packte meine letzten Dinge in den Rucksack und um 16.30h ging es dann los. Ich wollte noch 13km laufen und dies schaffte ich auch in knappen 2,5 Stunden.

Von Gördalen aus mussten zuerst 300 Höhenmeter aufgestiegen werden. Auf den Weg in die Höhe kam ich in das Gebiet des Fulafjället Naionalparks. Als das Kahlfjäll erreicht war ging es sehr eben weiter. Damit meine ich nur, dass keine Steigungen mehr genommen werden mussten. Auf dem Weg waren allerdings sehr viele kleine Blockhalden und sumpfige Passagen zu überwinden. Als ich an den Rörsjöhütten ankam traf ich 4 deutsche und einen Schweden. Diese schliefen alle in der Hütte und ich verzog mich in die kleine Rasthütte. Da es schon spät war, wollte ich mein Zelt nicht mehr aufbauen und in der Rasthütte hatte ich meine Ruhe und brauchte kein Geld zu zahlen. Ich aß erst sehr spät und machte am Abend nicht mehr viel. Morgen will ich mindestens 30km gehen.

[Galerie nicht gefunden]

1.9.

Ich erwachte bereits um kurz vor 6h und ein Blick nach draußen zeigte mir, dass es ein wundervoller Tag werden würde. Der Himmel war strahlend blau und die Sonne erhob sich langsam über den Horizont. Ich packte meine Sachen und frühstückte etwas bevor ich mich um 7.40h auf die Strecke machte. Die ersten 22km war die Strecke ohne größere Höhenunterschiede zu wandern. Es ging zum Großteil durchs Kahlfjäll und man konnte sehr weit gucken. Gegen 13.00h erreichte ich die Tangostugan und machte eine längere Rast. Danach ging es wieder bergauf und in einen großen Bogen nochmals übers Fjäll. Dann ging es 400 Höhenmeter hinab. Als ich den Tango erneut kreuzen musste, endete die Brücke mitten im Wasser. Eine kleine Planke war die einzige Verbindung zum anderen Ufer und ich balancierte hinüber. Um 16.40h erreichte ich nach 34km mein Tagesziel.

Ich habe vor ein paar Tagen mal geschrieben, dass auf den Wintermarkierungen Zahlen angebracht sind die immer weniger werden. Das erstemal fiel mir dies im 2000er Bereich auf und mittlerweile bin ich bei unter 600 angekommen. Ich meinte mal zu Vanessa als Scherz, dass diese Zahlen bei 0 in Sälen enden werden. Heute las ich auf einigen dieser kleinen Schilder das Wort Kungsleden. Somit hatte ich recht mit der Annahme, dass die Zahlen bis Sälen immer weniger werden. Mal sehen wie gut ich morgen vorwärts komme. Mir geht es sehr gut und ich möchte wieder mindestens 30km machen.

2.9.

Auch heute kam ich wieder gegen 8h auf die Strecke. Der Tag begrüßte mich erneut mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und es war abzusehen, dass es ein sehr schöner Tag werden sollte. Ich hatte mir für heute drei mögliche Endpunkte heraus gesucht und wollte sehen wie ich über den Tag komme.

Heute war die Strecke sehr wellig und ich musste viele Höhenmeter im Auf- und Abstieg überwinden. Die ersten drei Kilometer waren noch der einfachste Teil, denn es ging auf einen Forstweg relativ eben vorwärts. Zum Beginn des Tages ein sehr guter Einstieg. Danach ging es hinauf ins Kahlfjäll zur Lilldalsstugan. Diese Rasthütte gefiel mir sehr gut und ich ärgerte mich ein wenig, dass ich die 7km bis dorthin nicht gestern noch gelaufen bin. Nach weiteren 7km querte ich eine Straße und fand mehrere Zeichen für den Kungsleden. In diesem Zusammenhang möchte ich kurz darauf eingehen ob es den südlichen Kungsleden denn nun wirklich gibt oder ob es die Erfindung von Michael Hennemann, dem Autor des Conrad Stein Buches “Kungsleden” ist. Ich habe des öfteren in Foren und in Gesprächen so etwas gehört. Dies liegt vor allem daran, dass man im ersten Teil von Storlien nach Grövelsjön keinerlei Hinweise auf den Kungsleden findet. Nach Grövelsjön jedoch findet man sehr viele Hinweise. Zum Beispiel gab es schon im Jahre 1985 ein Faltblatt welches den Verlauf des südlichen Kungsleden zeigte. Somit kann ich sagen, dass es den südlichen Abschnitt wirklich gibt. Ob die Schweden ihn seinerzeit so nannten, da der Name Kungsleden ein Zugpferd ist könnte sein aber dafür kann man dem Autor keinen Vorwurf machen.

Kurz nach der Querung der Straße traf ich die erste Person des heutigen Tages. Es war eine junge Schwedin, die den Weg nach Gördalen ging. Ich finde es immer wieder schön wieviele Solotrekkerinnen es hier gibt. Wir tauschten kurz Informationen über den Weg aus und dann ging es weiter. An der nächsten Rasthütte traf ich dann auf eine sehr große Gruppe. Es handelte sich um eine Schulklasse von 20 Schülern (12 weiblich, 8 männlich) und 2 Lehrern. Die Schüler befinden sich im letzten Jahr des Gymnasiums und haben als Wahlfach Friluftsliv gewählt. Im Frühjahr haben sie bereits einen viertägigen Survivaltrip unternommen und nun sind sie für eine Woche auf Wander- und Angeltour. Geschlafen wird im Zelt und gekocht wird in kleinen Gruppen. Dies wäre ein Fach welches ich sehr gerne unterrichten würde.

Nach dieser Begegnung ging es mal wieder 300 Höhenmeter hinauf und ich gelangte wieder einmal ins Kahlfjäll und zur nächsten Rasthütte. Diese war mein minimales Ziel für heute. Da es noch früh war (15h) legte ich nur eine kurze Rast ein um dann weiter zu laufen. Das Terrain blieb wellig und sumpfig und ich ging noch bis 18.30h weiter und bezog nach 40km mein Quartier in einer Rasthütte. Morgen verlasse ich nun endgültig das Fjäll und komme nach Sälen. Dort werde ich meinen Proviant auffüllen, meine Akkus aufladen und wenn ich die Gelegenheit habe meine HP updaten. Da ich mich bereits knappe 15km vor Sälen befinde werde ich danach gleich auf dem Vasaloppsleden weiter gehen. Ab dort werden nur noch Höhen knapp über 500m erreicht und das Terrain wird hoffentlich nicht mehr ganz so sumpfig und steinig sein.