Archiv für März 2011

Genua

Ave,

nach einen Apenninunwetter und um noch einige Besorgungen zu machen bin ich nach Genua hinein gefahren. Ich habe den Tag genutzt und mir die Stadt angesehen und nebenher einige Erledigungen zu machen. Genua ist sehr schön. Viele kleine, tlw. schmuddelige Straßen prägen das Bild der Altstadt. Ein Tag ist leider viel zu wenig um diese Stadt ausreichend zu erforschen aber es reichte um meine Neugier zu wecken.

Ab Morgen geht es weiter in den Apennin. Dieser Abschnitt gefällt mir sehr gut bisher und ich hoffe auf ein wenig Wetterbesserung. Wann das nächste Update kommt kann ich noch nicht sagen aber vielleicht werde ich einen Abstecher nach Florenz machen.

LG Hike Faster

22.3.2011      Bellindrono – Tornavento

Heute morgen habe ich noch schnell ein Paket mit der nicht mehr benötigten Ausrüstung gepackt und nach Hamburg zurück geschickt bzw. machen das Theo und Elisa für mich. Der Brief auf den ich noch warte war immer noch nicht angekommen und nun hoffe ich, dass er heute ankommt und Theo ihn dann an die nächste Adresse senden kann. Ich laufe doch tatsächlich schneller als die Post einen Brief zustellen kann.

Heute machte ich mich gegen 8h auf den Weg und war schon gespannt ob heute das böse erwachen kommt und die Markierung nicht mehr vorhanden ist. Dem war nicht so und auch heute war es ein sehr schön markierter und zu gehender Weg. Das super Wetter tat dem auch gut und meist verlief der Weg über Feldwege und durch Wald. Nachdem der Ticino erreicht war immer entlang des Flusses bzw des dazugehörenden Kanals. Ab Osmote hätte man den Weg auch von Süd nach Nord gehen können denn ab dort ist er auch in diese Richtung ausgeschildert. Wielange das anhält wird sich zeigen. Informationstafeln mit dem Wegverlauf waren in regelmäßigen Abständen zu finden und der Weg verlief nur selten und wenn kurz über Straßen.

Für mich stellte die Versorgung mit Trinkwasser das größte Hindernis heute dar. Allgemein war es mal wieder schön relativ flach zu laufen. Ich denke auch die nächsten 4 Tage werden noch so sein. Am Ticino angekommen kamen mir immer wieder Radfahrer entgegen. Die Italiener sind schon sehr Rennrad begeistert. Mein Nachtlager habe ich an einem Parkinformationszentrum aufgeschlagen, hier gibt es frisches Wasser und ich kann auch morgen meine Flaschen auffüllen.

23.3.2011      Tornavento – Boffalora Sopra Ticino

Ein von der Strecke kurzer aber vom Gefühl her sehr langer Tag neigt sich dem Ende. Die Strecke waren vielleicht 17km aber diese bin ich zumeist erst nach 16h gelaufen. Am Morgen merkte ich ein leichtes Ziehen im unteren Bereich des Rückens. Ich tippte darauf mich verlegen zu haben aber schon nach den ersten paar Metern strahlte der Schmerz in den gesamten Beckenbereich aus. Ich setzte den Rucksack ab und versuchte eine schmerzfreie Position auf dem Boden zu finden. Dies war nicht möglich und mir wurde sehr schlecht. Erst da konnte ich den Schmerz  der Niere zuordnen. Nachdem ich mich übergeben hatte wurde es ein wenig besser. Dieses Druckgefühl im Unterleib blieb.

Ich ging Abschnittsweise weiter und kam nach Turbigo. Hier musste ich Proviant nachkaufen und schon kurz vorher waren die Schmerzen fast weg. Die italienische Mittagspause in den Läden hat mich zusätzlich ausgebremst, da ich um 12.40h pünktlich 10 Minuten nach der Schließung des Ladens ankam. Aufgrund meiner körperlichen Verfassung war dies auch nicht so schlecht und ich ruhte mich einfach mal 3Std. aus. In der Zeit konnte ich dann endlich auch wieder normal auf Klo gehen.

Ich kaufte das nötigste ein und machte mich mit viel Energie auf die Strecke. Die Wanderung dehnte ich bis zur absoluten Dunkelheit aus und hoffe diese Schmerzen und dieses akute Leiden kommen nicht wieder. So etwas ist mir noch nie wiederfahren und ich hoffe das passiert auch nicht wieder.

24.3.2011      Boffalora Sopra Ticino – Cascina Venara

Am Morgen stellte ich erleichtert fest, dass ich keine Schmerzen in der Nierengegend hatte. Das Wetter war wieder sehr gut und ich startete bereits um kurz vor 7h. Der Weg folgte weiterhin dem Ticino und war sehr leicht zu laufen und zu finden. An einigen Stellen verwunderte mich dann aber doch die Wegführung, da der E1 tlw. Große Bögen beschrieb.

Ich lief und lief und hatte das Gefühl heute Bäume ausreißen zu können. Die Pausen hielt ich kurz und viel gab es auch nicht zu sehen. Die Etappe war sehr lang, nett zu laufen aber auch nicht besonders spektakulär. Erst kurz vorm Ende kam ein kleines Highlight. Über den Ticino führte eine Brücke die auf Schiffen gelagert war. Mit ansteigenden Wasserstand bzw. fallendem stieg auch die Brücke mit an. Wenn ein Auto darüber fuhr wackelte alles ein wenig aber die Konstruktion fand ich schon sehr nett. Die Brücke trug den Namen „Ponte di barche“, die „Brücke der Schiffe“.

Am Abend fiel ich nach knappen 48km ziemlich kaputt in meinen Schlafsack. Ich kochte mir noch meine Nudeln um die Kohlenhydratspeicher wieder zu füllen und schlief dann schnell ein.

25.3.2011      Cascina Venara – Pavia – Voghera

Genau an der Stelle wo ich mein Nachtlager aufgeschlagen hatte war eine Verzweigung des E1. Zumindest stand dies in meinen Buch drin. Man konnte dem Ticino weiter nach Pavia folgen oder aber nach Süden abknicken und dem eigentlichen E1 weiter laufen. In der Praxis zeigte sich keine Verzweigung und nur die Route nach Pavia war an dieser Stelle beschildert.

Ich entschied mich spontan für die Wanderung über Pavia und bis zur Stadt waren es auch nur 12km. Um 7h war ich bereits auf dem Weg und konnte die Ponte Coperto schon gegen 9.30h sehen.  Bei dieser Brücke handelt es sich um eine rekonstruierte Brücke die bereits im 14. Jahrhundert an dieser Stelle den Ticino überspann. Das bekannteste Bauwerk in Pavia ist die Basilika San Michele Maggiori. In ihr wurde im Jahre 774 Karl der Große zum König der Langobarden gekrönt. Leider war die Basilika wegen Bauarbeiten nicht zugänglich.

Von Pavia stand mir noch ein weiter Weg bevor und ich machte mich nach einer knappen Stunde auf den Weg Richtung Tortona. Die Markierung des E1 endet in Pavia und von dort gab es nur die Alternative auf Straßen zu laufen. Vielleicht hätte ich doch die eigentliche Strecke wählen sollen aber dafür war es zu spät. Ich folgte anfangs kleineren Straßen und dann der SS35 bis nach Bottarone. Ab dort wieder auf kleineren Straßen bis nach Voghera.

Wieder waren es mehr als 40km und zum Glück hatte mir Vittorio (mein Couchsurfhost) angeboten mich aufzupicken. So kam er mit dem Auto und holte mich ab. Wir fuhren noch einkaufen und ich klärte ab, dass er mich am nächsten morgen wieder nach Voghera bringen wird. Mein Brief auf den ich solange gewartet hatte war dann auch genau heute angekommen und ich konnte die Benötigten Dokumente unterschreiben. Ich hoffe auf dem Rückweg geht nichts verloren. Vittorio zeigte mir auch noch eine schöne Strecke am Scrivia entlang.

Beim Einkaufen heute war das Highlight die sehr große Auswahl an Pastasorten. Erst kam das Regal mit den abgepackten Nudeln und dann noch einmal ein ähnlich großes Regal mit frischen Nudeln. Ich dachte ich würde so ziemlich alle Sorten kennen aber da lag ich weit daneben. Leider hatte ich meinen Fotoapparat nicht dabei.

26.3.2011      Voghera – Sottevalle

Vittorio musste am Morgen noch arbeiten und dies passte mir gut in den Plan. Der letzte Tag im flachen sollte nochmal lang werden und wieder kam ich gegen 7h los. Das erste Stück bis nach Tortona verlief noch über Straßen und dann kam ich an den Scrivia. Von dort an sollte die Strecke richtig schön werden. Auf jeden Fall werde ich irgendwann nochmal die eigentliche Strecke wandern um zu wissen ob man nicht auch an dieser Stelle eine schöne Strecke finden kann. Bis auf den Teil vom Ticino bis zum Scrivia war es eine sehr schöne Strecke.

Nachdem der Scrivia erreicht war folgte ich der beschriebenen Route von Vittorio. Es handelt sich um eine strecke die auch die Mountainbiker benutzen und die ausgeschildert ist. Der Fluss gleitet vor sich hin und langsam geht es wieder höher. Bis Arquata Scrivia genoss ich den flachen Abschnitt noch. Kurz vor Arquata Scrivia stieß ich wieder auf das E1 Symbol und folgte ihm. An vielen Stellen ist der weg aber schon überwuchert und schwer zu erkennen. So gelang ich zur archäologischen Stätte Liberna. Hierbei handelt es sich um eine alte römische Siedlung die bereits im Jahre 89 v. Chr. An dieser Stelle existierte. Die genaue Jahreszahl der Gründung ist nicht bekannt. Man kann auf den Fotos gut die Umrisse der Häuser und des Amphitheaters erkennen und einen Eindruck gewinnen wie eng und groß es damals gewesen sein muss.

Von Arquata Scrivia an war der Weg dann wieder sehr gut ausgewiesen und es ging sogleich bergauf. Irgendwie hatte ich noch die Energie und den Willen ein wenig in die Ausläufer des Apennins hinein zu laufen. Auf dem Weg traf ich ein italienisches Ehepaar und war erstaunt wie gut die Frau englisch sprechen konnte. Im Gespräch ergab sich dann, dass sie Englischlehrerin ist. Sie gaben mir noch Tipps für den Ligurischen Höhenweg und dann war ich alleine  auf der Strecke. Ich freue mich schon auf den Apennin wenn ich auch denke, dass er sehr anstrengend werden wird. Es ist ein ständiges auf und ab und die höchsten Punkte meines Weges liegen nur knapp unter 2000m.

Kurz vorm Ende der Etappe kam ich noch an einen alten schon tlw. Verfallenen Hof vorbei. Mein Nachtlager schlug ich dann aber doch noch ein wenig später auf.

27. – 28.3.2011        Sottevalle – Crocetta d´Orero

Die erste richtige Apenninetappe. Schon am Morgen tröpfelte es leicht und ich hoffte zumindest die Sicht würde sich halten. Leider tat sie dies nicht und ich musste Pausen einlegen und warten, dass sich der Nebel bzw. die tiefhängenden Wolken verzogen. Mein Ziel für heute war es den Ligurischen Höhenweg zu erreichen und dies gelang mir auch.

Vorher waren zwei ausgesetzte  Gipfel zu überwinden und gerade immer dann kam die schlechte Sicht hinzu. Gerade auf dem Gipfel des Monte Alpe war dies schade. Auf dem Gipfel erhebt sich eine kleine Kapelle und man hätte eine wunderbare Sicht auf die Umgebung haben können. Kurz vor dem Zusammenschluss des E1 und des Ligurischen Höhenweges oder besser gesagt der Alta Via war die Markierung etwas schlechter und der Regen nahm zu.

Die Freude war dann aber umso größer bei mir endlich die Alta Via erreicht zu haben. Ich ging weiter und erreichte nach kurzer Zeit den Passo dei Giovi. Da ich mich an den Regen gewöhnt hatte ging ich weiter und hoffte auf eine gute Schlafgelegenheit. Leider sollte mir dies Glück heute nicht vergönnt sein und ich schlug mein Zelt am letzten Hof und der Bergkapelle von Orero auf.

Am nächsten  Tag war der Regen noch immer da und noch viel heftiger als gestern. Ich wagte einen blick hinaus und ging ein paar Meter die Alta Via weiter. Der Weg war sehr matschig und die Regenwolken hingen wieder sehr tief. Ich entschied mich daher abzuwarten wie sich das Wetter entwickeln sollte. Als es bis 14h immer noch nicht aufgehört hatte zu regnen blieb ich doch lieber in meinen Zelt liegen. Erst am Abend klarte es auf und ich freute mich auf einen schönen nächsten Tag. So dachte ich zumindest.

29.3.2011      Crocetta d´Orero – Passo della Scoffera

Am Morgen begrüßte mich die Sonne und ich ging völlig motiviert  los. Das Packen dauerte heute alles ein wenig länger und ich startete gegen 9h. Mir gefällt die Alta Via immer mehr und der Weg zieht sich meist an Hängen entlang oder direkt auf einen Kamm. Die Aussicht auf die unter einen liegenden tlw. verlassenen Bergdörfern ist atemberaubend und der Weg ist mitunter sehr anspruchsvoll zu laufen.

Mein Plan war es bis Scoffera zu wandern, dort Proviant zu kaufen und dann weiter zu gehen. Nach zwei Tagen Dauerregen hoffte ich auf Wetterbesserung. Diese Hoffnung zerschlug sich dann allerdings schnell. Ich hatte bereits gelesen, dass das Wetter an der Küste sehr gut sein kann, während in den Bergen der Regen hängt. Dieses Phänomen konnte ich mit eigenen Augen und auch mit meinen Körper erleben. Als ich knapp die 1000m erklommen hatte und mir sich der nächste Ausblick bot, war dieser sehr dunkel. Eine Schlechtwetterfront zog auf mich zu und das grollen des Donners war schon sehr gut hörbar. Ich erhöhte mein Tempo um den Abstieg nach Scoffera noch vor dem Regen zu bewältigen. Ich wusste, dass es dort steil hinab gehen würde.

Wenn das Pech einmal da ist, kommt es immer noch dicker. Der Regen um es genauer zu sagen der Hagel holte mich just ein als es an den Abstieg ging. Bei dem Wetter ein Ding der Unmöglichkeit und so hockte ich mich hin und wartete den Hagelschauer ab. Nachdem der Hagel in starken Regen übergegangen war startete ich den Abstieg. Der ganze Weg war sehr matschig und ich musste mich stark konzentrieren nicht auszugleiten. Wenn neben einem es knappe 150m steil hinab geht sollte man dies auch besser tun. Ich erreichte völlig durchnässt Scoffera und entschied mich spontan einen Abstecher nach Genua zu machen. Dafür sprach außer meiner Stimmung auch mein Geldbeutel den ich noch auffüllen wollte für die nächsten Apenninetappen.

In Genua erfuhr ich in der Touristeninformation, dass das Hostel ein ziemliches Stück außerhalb liegt und ich musste den Bus nehmen, dieser baute dann noch einen Unfall und ich durfte den Berg doch noch erklimmen. Natürlich liegt das Hostel auch genau auf der obersten Terrasse über Genua. Trotzdem war ich sehr glücklich da zu sein und werde mir morgen Genua ansehen, Einkäufe erledigen und mir einen Frisör gönnen.

Tortona

Salve,

ich bekomme langsam eine Abneigung gegen Hunde. Es ist unglaublich wie viele Hunde es hier gibt. Wenn man sich einem Hof nähert geht das Gebelle schon weit vorm erreichen des Hofes los und hält auch noch lange danach an. Meist haben die Besitzer auch mehr als einen Hund und kaum ist man am ersten Hof vorüber geht das Gebelle am nächsten Hof weiter. Die Hunde sind alle auf dem Gelände und kein einziger kommt einen zu nahe aber das ständige Gekläff geht mir wirklich auf die Nerven. Zum Glück habe ich das Ende der Poebene fast erreicht.

Ich befinde mich nun in Tortona. Heute werde ich ein letztes mal couchsurfen denn nun wartet der nahezu unbewohnte Apennin auf mich. Wie ich es dann mit den Updates machen werde muss ich mir dann überlegen. Irgendwann werde ich mal nach einer Möglichkeit suchen. Leider hat der Couchsurfhost hier kein Wireles Lan und ich schreibe nur einen kleinen Text.

Die Strecke bis hierher war sehr schön. Kurz hinter Biandronno erreicht man den Ticino. Man folgt diesem Fluss und der Weg ist sehr gut gekennzeichnet. Die Probleme mit der Markierung beginnen erst sobald man den Fluss verlässt. Mal sehen wie das heute weiter geht. Ich bin froh sobald der Ligurische Höhenweg erreicht ist.

Vor zwei   Tagen hatte ich einen ganz schlimmen Tag. Ich wachte morgens auf und spürte ein Stechen auf der linken Seite des unteren Rückens. Ich dachte ich hätte mich verlegen und ging ganz normal um 7h los. Die Schmerzen zogen sich allerdings über den ganzen Unterleib hin und ich merkte nun, dass es sich um Nierenschmerzen handelte. Nach einen Kilometer hielt ich es kaum noch aus und legte eine Pause ein. Ich setzte mich hin und lag mich hin in der Hoffnung eine Schmerzfreie Position zu finden. Dies war nicht möglich und da ich eh Proviant benötigte ging ich stückchenweise weiter. Nach ca. einer Stunde musste ich mich dann insgesamt 4mal übergeben und machte mir langsam Sorgen was das sein könnte. Erst als ich um 12.45h den Supermarkt erreichte wurden die Schmerzen besser. Ich musste noch 3 Stunden warten bevor der Supermarkt wieder aufmachte und nutzte die Zeit zur Erholung. Ich konnte dann endlich auch auf Klo gehen und schmerzfrei urinieren, wobei der Anfängliche Urin sehr dunkel war. Seitdem ist alles wieder gut und ich hoffe nur ich habe irgendwas schlechtes gegessen. Getrunken habe ich in der ganzen Poebene nur Wasser aus Flaschen.

Nun mache ich mich fertig und werde weiter gehen. Euch allen ein schönes WE.

Hike Faster

Briandonno

Nun bin ich in Italien angekommen, dem letzten Land auf meinem langen Marsch. Das Wetter ist traumhaft und bei Temperaturen um 18° lässt es sich gut laufen. Ich sagte immer Italien ist für mich das „schwarze Loch“. Ich habe kaum Informationen über die Strecke gefunden und viele Berichte sagten mir schon, dass es eher spärlich markiert ist. Die ersten beiden Tage allerdings war der Weg gut zu finden. Um dem ganzen ein gewisses Abenteuer zu geben laufe ich ja auch noch komplett ohne Karten. Mal sehen wie sich das die nächsten Tage entwickelt. Wenn ich erstmal im Appenin angekommen bin soll die Markierung auch wieder besser sein.

Zumindest habe ich in Italien endlich mal wieder das Gefühl auf dem Europäischen Fernwanderweg unterwegs zu sein. Weder im Schwarzwald noch in der Schweiz fand man Hinweise darauf. Die letzten Etappen waren nochmal ziemlich anstrengend. es ging viel rauf und runter und es waren drei Tage in Folge innerhalb einer kurzen Strecke 700 Höhenmeter zu überwinden. Nun kann ich einen Teil meiner Ausrüstung zurück schicken und ich freue mich die nächsten Tage durch die Poebene wandern zu können.

Die Autos bzw. der Fahrstil der Italiener ist schon gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nun warum André hier so gerne Auro fährt. Das wichtigste Utensil ist die Hupe, fast noch wichtiger als die Bremsen. Die Italiener hupen munter drauf los bevor eine unübersichtliche Kurve kommt und wer als erstes hupt der hat halt Vorfahrt. Völlig überflüssig hingegen sind die Blinker die eh keiner nutzt. Mir wäre das Autofahren etwas zu anstrengend hier aber ich denke es ist alles eine Frage der Zeit bis sich auch das ändert.

Gegen Wochenende habe ich nochmal eine Couchsurfingübernachtung gefunden und werde mich dann nochmal melden, wie es dann im Appenin weiter geht wird sich zeigen. Bis dahin erstmal alles gute, die aktuellen Fotos und mehrere alte Berichte.

Hike Faster

17.3.

18.3.

19.3.

20.3.

18.1.2011      Bispingen – Soltau

Diese Nacht hatte es etwas geregnet und ich war froh unter der Schutzhütte zu liegen. Mal sehen wann ich mein Zelt auf der südlichen Schleife das erste mal aufbauen muss. Ich stand mit dem ersten Morgengrau auf und frühstückte erst mal ein wenig. Es kam eine Frau vorbei, die etwas verwundert war, wie man um diese Jahreszeit draußen schlafen kann. Wir unterhielten uns kurz und ich packte meine restlichen Sachen zusammen.

Der Weg verlief anfangs an der Luhe entlang bis zu deren Quelle. Drei kleine Seen, die wie Terrassen aussahen ließen mich nicht genau erkennen, wo genau die Quelle denn nun ist. Am obersten See war eine Rastbank und in einem Vogelhaus ähnlichem Gebilde gab es einen Stempel, dass man an der Luhequelle war. Weiter ging es durch Waldgebiet und immer in Hörweite der A7. Als ich an Stübeckshorn vorbei kam füllte ich meine Wasservorräte auf. Überall waren hier Bewohner einer Behindertenwohnanlage damit beschäftigt das Laub aufzufegen und kaum sahen sie mich, stürmten sie auch schon auf mich zu.

Den Rest des Weges lies ich sehr ruhig angehen. Ich wusste, dass Benedikt, mein Couchsurfhost, erst ab 16.30h kann. Ich kam trotz mehrerer kleinerer  Pausen sehr früh in Soltau an und ging direkt zum Spielzeugmuseum. Dort arbeitete ehrenamtlich eine Frau mit der ich mich lange über das Museum unterhielt. Der Schwerpunkt lag auf Spielzeug des 19. Jahrhunderts und es gab vor allem Puppen, Teddys und Blechspielzeug zu begutachten. Gegründet wurde das Museum von einer privaten Familie, die ihr Spielzeug der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Mittlerweile bekommt das Museum sehr viele Sachspenden und die Räumlichkeiten langen bei weitem nicht aus alles zu zeigen.

Eine der Erkenntnisse die ich schon gewonnen habe ist, dass ich nach meiner Rückkehr mehr ehrenamtlich arbeiten möchte. In welche Richtung es genau gehen wird, werde ich sehen. Dies wäre eine Arbeit, die mich bestimmt sehr ausfüllen würde. Gegen 16.30h kam dann Benedikt an und wir fuhren zusammen einkaufen und dann zu ihm. Den Abend redeten wir sehr viel und machten uns zum Abendessen „Strammen Max“. Da Benedikt am nächsten morgen ab 7h arbeiten muss, werde auch ich sehr früh starten.

19.1.2011      Soltau – Hermannsburg

Gegen 6h stand ich auf und packte meine Sachen, nach den letzten Tagen, die selten vor 8.30h losgingen, war dies nicht ganz einfach. Im dunkeln setzte Benedict mich am Spielzeugmuseum ab und ich machte mich auf dem Weg. Ich fand die Zeichen recht gut und genoss es in den Tag hinein zu wandern. Der Weg war heute unspektakulär und ich freue mich schon auf die ersten größeren Erhebungen hinter dem Steinhuder Meer. Gegen 10h begann es dann zu regnen und leider in einer Stärke, die mich nicht entscheiden lies, ob es besser ist die Regensachen alle anzulegen oder aber nicht. Wie so oft in einer solchen Situation entschied ich mich zu spät dafür. Ich stoppte zog den Regenschutz über und die Regenjacke an und keine 10 Minuten später hörte es dann doch auf.

Gegen Nachmittag kamen über eine Wiese mehrere Kindergartenkinder und eine Erzieherin auf mich zugelaufen. Sie gehörten zu einem Waldkindergarten in der Nähe und wollten wissen wo ich hin wandere. Sie erzählten mir, dass doch mehrere Personen den Fernwanderweg gehen. Gerade die Stammstrecke von Flensburg nach Genua ist doch sehr populär. Heute lief ich sehr lang und kam noch ein gutes Stück dichter an Celle heran. Hinter Hermannsburg fragte ich ein letztes mal für heute nach Wasser und ging noch eine knappe halbe Stunde bis zu einer kleinen Schutzhütte.

Als ich schon fest eingekuschelt in meinem Schlafsack lag kam gegen 19.30h ein Auto auf dem Feldweg vorbei und leuchtete mit einer Taschenlampe den Weg ab. Ich konnte nicht erkennen ob es sich um einen Förster oder so handelte. Als er mich in den Kegel seiner Taschenlampe bekam wies er mich darauf hin, dass es nicht erlaubt ist hier zu zelten. Ich bejahte dies und erklärte ihm den Unterschied zwischen zelten und biwakieren und das ich gerne alles zusammenpacken könnte um dann ein paar hundert Meter  weiter mein Zelt aufzubauen. Es war das erste mal, dass mir auf der Wanderung jemand unfreundlich gegenüber trat. Der Rest der Nacht verlief dann zum Glück ohne weitere Zwischenfälle.

20.1.2011      Hermannsburg – Celle

Die letzte Nacht habe ich erstaunlich gut geschlafen und freute mich auf diesen Tag. Noch knappe drei Tage werde ich nun in der Ebene laufen und ich mache mir ein paar Gedanken wie die Teilstrecke an der Leine wohl werden wird. Da ich mich sehr nah an Bergen befand musste ich fast den ganzen Tag über den Beginn meiner Tour nachdenken und wie ich zwei Tage in Bergen war. So gleich auch der Name ist, so anders sind doch die Umstände die mich an diese Orte führte.

Diesen Abend würde ich erneut couchsurfen und da Elena nicht vor 17h daheim ist überlegte ich bereits wo ich mich denn hineinsetzen könnte. Zuvor kam ich noch an einen Supermarkt vorbei und kaufte mir ziemlich viel ungesundes Zeug. Eine Frau die hinter mir in der Schlange stand und ziemlich viel gesundes Zeug einkaufte stellte einen Vergleich zwischen männlicher und weiblicher Ernährung auf. Als sie dann draußen meinen Rucksack sah, kamen wir erneut ins Gespräch. Ich erzählte ihr von meiner Tour und auch diesmal war die erste Frage „Wie finanziert man so etwas und woher nimmt man sich die Zeit?“. Ich erzählte, dass ich normalerweise Lehrer bin  und sie sagte mir sie arbeite in der Behörde in Niedersachsen. So bekam ich eine Visitenkarte in die Hand und habe nun etwas Vitamin B dort.

Elena kam dann doch extra etwas früher nach Hause und ich musste nicht so lange in der Kälte stehen. Elena ist Geophysikerin und kommt gebürtig aus Turkmenistan. Als letztes hat sie in Sibirien gearbeitet und dort Bohrungen für Ölfirmen ausgewertet in Celle wertet sie nun Bohrungen für Brunnen aus und arbeitet sehr gerne in diesem Bereich. Am Abend gab es einen russischen Eintopf. Nun habe ich für die nächsten 7 Nächte eine feste Unterkunft.

21.1.2011      Celle – Scherenbostel

Der Tag sah etwas trübe aus und auch wenn es stark bedeckt war, so regnete es nicht oft und wenn nur kurz. Der Weg wirkte trotzdem trist und so ging ich ohne größere Pausen. Weiterhin ist die Markierung sehr gut und man kann eigentlich nicht falsch gehen. Bei Rixförde kam ich an einen sehr schönen Hof vorbei und ging auf einer Birkenallee entlang. Bei etwas wärmeren Temperaturen wäre dies ein wunderschöner Pausenort. Nach Querung einer Straße bei Allerhoop kam ein etwa 350m langes unwegsameres Stück. Dies sollte aber auch die einzige Schwierigkeit heute sein.

Kurz vor der Autobahn ist der Weg umgelegt wurden. Dadurch wurde er etwas länger. Da ich komplett ohne Karten laufe hoffte ich der Umweg sei nicht zu lang. Es sollte aber kein Problem sein den Weg zu finden und der Umweg hielt sich wie gesagt in Grenzen. Ich wanderte noch etwas weiter als Wennebostel, da ich mir dachte am nächsten Tag könnte mich die Yvonne dort besser raus lassen. Die nächsten zwei Nächte kann ich nämlich an ein und denselben Ort schlafen. Yvonne und Daniel habe ich letztes Jahr im Rogengebiet in Schweden kennengelernt. Da wir die ganze Zeit über in Kontakt standen, boten die beiden mir an bei ihnen zu schlafen. Ich freute mich schon lange darauf, da ich es immer wieder faszinierend finde wie sich Fäden die sich auf der Wanderung ergaben erneut zusammen fügen.

In Scherenbostel überholte mich eine ältere Frau die beim Nordic Walking war. Ich erhöhte mein Tempo etwas und wir gingen gemeinsam bis zum Bahnhof von Mellendorf. Dort nahm ich die S-Bahn bis nach Langenhagen wo mich die Yvonne abholte. Der Daniel war leider dieses Wochenende nicht in Garbsen und wir telefonierten lediglich. Am Abend kam aber Daniels Vater und ein paar Nachbarn vorbei um auf den Geburtstag des Vaters anzustoßen.

22.1.2011      Scherenbostel – Steinhude

Heute stand die Überquerung der Leine an. Bevor ich aber dort war stand ein ausgedehntes Frühstück am Anfang des Tages. Ich packte nur das nötigste ein und Yvonne fuhr mich zum Startpunkt hin. Ich hatte ihr angeboten, den heutigen Tag mit mir zu laufen aber da sie noch andere Dinge zu tun hatte lehnte sie ab. Über Nacht hatte es leicht geschneit und die Wege waren leicht mit Schnee bedeckt. Am Wegesrand entdeckte ich einen Hinweis auf die Strecke des Europäischen Fernwanderweges. Im Bereich des Otternhagener Moores war der Weg sehr matschig und ich befürchtete schon, dass die Leine ziemlich weit über die Ufer getreten sein muss.

Kurz vor Bordenau war ich gezwungen einen Umweg zu laufen. Die Leine hatte einen Großteil des Weges überflutet. Ich kam mit knapp einen Kilometer Umweg in Bordenau an und ein Mann erzählte mir, dass die Straße über die mein Wanderweg läuft gesperrt sei. Als ich nach Alternativen fragte gab eine Möglichkeit 5km weiter nördlich die Leine zu überqueren. Dies war für mich zu Fuß keine so schöne Alternative und ich wollte mir die Überschwemmung zumindest mal ansehen. Es stellte sich heraus, dass der eigentliche Fluss gut über die Brücke zu überqueren war. Allerdings war die Straße auf der anderen Seite auf knapp 200m überflutet. Ich  krempelte mir einfach die Hosen hoch und ging auf der Straße durch das Wasser. Ich zog einige verwunderliche Blicke auf mich und ging langsam durch das Wasser. Es war kalt und die Strömung nicht zu unterschätzen. Die Tiefe hielt sich mit knapp 25-30cm aber in Grenzen. Da ich mich an die Straße hielt war der Untergrund sehr gut zu laufen und ich habe das erste Hindernis auf der südlichen Schleife überwunden.

Die restliche Strecke bis nach Steinhude war einfach aber aufgrund der durchnässten Schuhe doch ein wenig unangenehm. Mit dem Abholen klappte alles super und der Abend reichte um die Schuhe zu trocknen. Yvonne und Daniel besitzen einen Wellensittich mit dem Namen Leo. Ich habe noch nie einen Vogel soviel reden gehört und als er auf meiner Schulter saß und sagte „duschen!“ war ich doch etwas verwundert, da ich kurz vorher geduscht hatte. Morgen geht es nun mit Rucksack weiter und die letzte Flachetappe liegt an.

23.1.2011      Steinhude – Bad Nenndorf

Der schönste Teil der heutigen Strecke lag gleich am Anfang entlang des Steinhuder Meeres. Yvonne brachte mich relativ früh nach Steinhude und wir kauften uns noch ein Fischbrötchen bevor es los ging. Als ich so am Ufer des größten Sees in Niedersachsen entlang lief, musste ich immer an die Zeit denken, als André noch hier wohnte und wir des Öfteren als Vorbereitung auf einen Marathon um den See herum liefen. Der See wirkte so groß auf mich und ich konnte mir nur schwer vorstellen die 30km zu joggen. Im Jahre 1999 waren wir aber sehr gut im Training und die Strecke war in etwas mehr als 2,5 Stunden gelaufen. In Erinnerungen schwelgend  kam ich am Hagenburger Kanal an und wendete dem Steinhuder Meer den Rücken zu.

Da es wieder stark bedeckt war, waren erneut wenige Menschen unterwegs und nur einmal wurde ich wegen meines Schildes auf dem meine Tour beschrieben steht, angesprochen. Die ersten Ausläufer des Deisters wurden überschritten und am Ufer des Mittellandkanals grüßten mich die vorbeifahrenden Binnenschiffer.

Später als ich eigentlich dachte erreichte ich Bad Nenndorf und machte mich auf den Weg zu meiner Schlafgelegenheit an diesen Abend. Heute kam ich bei Janine unter. Janine ist gerade dabei ihr Abitur zu machen und will danach für ein Jahr nach Australien und „Work and Travel“ machen. Sie wohnt noch bei ihren Eltern und zur Begrüßung gab es frischen Kuchen. Ihr Vater ist bzw. war Tauchlehrer. Leider kann er diesen Beruf nach einen Schlaganfall nicht weiter ausüben. Am Abend sahen wir und noch eine DVD an und ich beschäftigte gedanklich schon einmal mit der morgigen ersten „Bergetappe“.

Bellinzona

Buon Giorno,

ich bin in der italienisch sprechenden Schweiz angelangt. Die letzten Tage waren immer noch sehr schleppend und anstrengend. Vielleicht bin ich einen Tag zu früh wieder gestartet aber im Nachhinein ist dies schwer zu sagen. Durch den Magen-Darm-Virus habe ich extrem viel Flüssigkeit verloren und leider konnte ich bis gestern den Flüssigkeitshaushalt auch kaum auffüllen, da ich erst seit heute wieder einen ruhigen Darm habe. In Verbindung mit einen knapp 25kg schweren Rucksack, Etappen von mehr als 25km und gewissen Metern im Anstieg war dies alles nicht ganz so schön wie sonst. Auf der Nordseite war zumindest noch wunderbares Föhnwetter und ich kam gut voran.

Den Gotthardpass musste ich aber leider auslassen. Die Lawinengefahr war noch auf Stufe 3 und dies alleine reichte schon um es sein zu lassen. Auch weiß ich nicht, ob der Körper dazu noch zu schwach gewesen wäre. So nahm ich ab Göschenen den Zug bis Airolo und stieg dort bei stark bewölktem Himmel wieder aus. Gestern lief ich dann bis kurz vor Biasca um dann mit dem Zug nach Bellinzona zu fahren. Ich hatte abgeklärt, hier zwei Tage nächtigen zu können. Heute konnte ich dann ohne Rucksack zurück fahren und die Strecke bis nach Bellinzona schließen. Heute war seit dem Start im Januar auch der Tag mit dem meisten Regen. Es fing etwa 20 Minuten nach dem Start an stark zu regnen und tut dies bis jetzt. Es war schön zu wissen, dass eine feste Unterkunft auf mich wartet.

Heute ist auch die letzte geplante Couchsurfing Nacht. Wie es dann in der nächsten Zeit mit Updates und dergleichen aussieht wird sich zeigen. In zwei Tagen werde ich in Italien ankommen und somit das letzte Land auf der Reise erwandern. Hier nun die Bilder der letzten Tage und endlich die ersten Berichte. Diese liegen zwar nun schon lange zurück aber selbst wenn sie keiner lesen sollte, so sind sie für mich wichtig. Ich habe dort auch nochmal die dazugehörenden Gelerien eingefügt und diese auch beschriftet.

LG Hike Faster

14.3.

15.3.

16.3.

15.1.2011      Hamburg Blankenese – Steinbeck

Nach 2,5 Monaten Pause ging es nun endlich weiter. Viele und auch ich selber waren gespannt wie ich nach einer solchen Pause wieder ins Wandern hineinkommen würde. Die letzte Nacht verbrachte ich bei meinen Eltern und genoss es noch einmal von meinen Eltern verwöhnt zu werden. Heute Morgen ging es los und um 9.30h sollte in Blankenese die erste Fähre ablegen. Meine Mutter begleitete mich noch bis zur S-Bahn am Flughafen und dann war ich wieder alleine.

Als ich in Blankenese ankam führte mich mein Weg durch das Blankeneser Treppenviertel. Diese Anordnung aus schmalen Gängen und Treppen hat schon immer eine besondere Anziehung auf mich ausgeübt. Ich stieg hinab zur Elbe und war um 9.20h pünktlich am Fähranleger. Außer mir waren nur noch zwei andere Fahrgäste mit unterwegs. Als die Fähre schließlich ablegte, kam auch ich mit jeden Meter den sie sich von Blankenese entfernte besser zurecht.

Nach knapp 20 Minuten erreichte ich das Fischerdorf Cranz und tat meine ersten richtigen Schritte auf der Südschleife. Ich machte mir Gedanken ob alles klappen wird und ob ich es bis Palermo schaffe. Mit jedem Schritt kam ich besser wieder hinein und nach einer halben Stunde hatte ich schon gar nicht mehr das Gefühl eine lange Pause gemacht zu haben.

Der Weg führte über einen Deich bis zum Dorf Neuenfelde. Hier verweilte ich ein paar Minuten in der Kirche. Die Kirche besitzt eine Arp-Schnittger-Orgel und ich frage mich immer, wie eine so kleine Ortschaft an eine so große Kirche kommt. Da der Weg noch lang war ging ich schnell weiter und erreichte bald die B73 und kurze Zeit später die Fischbeker Heide.

Die ersten 4 Etappen kenne ich schon von früher und musste mich nicht sehr auf den Weg konzentrieren. Die Fischbecker Heide wirkte im jetzt im Januar ein wenig trist, war aber ein sehr schöner Teil des heutigen Tages. Kurz vor der Waldsiedlung Tempelberg ging es dann wieder in den Wald hinein. Beim Karlsstein und der gleichnamigen Schenke gönnte ich mir eine Spezi und machte mir Gedanken wie wohl das erste mal Couchsurfing werden würde. Der graue Himmel und die fortschreitende Zeit ließen es schnell dunkel werden und ich erreichte dann schon in völliger Dunkelheit Steinbeck.

Ich telefonierte mit Uwe, einem Lehrer der noch 2 Wochen bis zu seiner Pensionierung hat. Er bot mir sofort an mich abzuholen und so saß ich 20 Minuten später im Auto. Wir redeten übers Reisen und über Couchsurfing. Da es auch für ihn und seine Frau die erste Erfahrung in diesem Bereich ist, haben sie aus diesem Anlass Perlhuhn gemacht. Ich genoss es und dachte mir im stillen, dass wenn ich immer so gut essen würde, keine Probleme haben werde mein Gewicht zu halten. Als besondere Überraschung sagte Uwe dann noch zu mir, dass er mir morgen meinen Rucksack nach Undeloh fahren wird. Ein langer aber sehr schöner erster Tag geht zu Ende.

16.1.2011      Steinbeck – Undeloh

Nach einen gemeinsamen Frühstück brachte mich Uwe wieder nach Steinbeck und meinen Rucksack konnte ich im Auto lassen. Somit konnte ich gleich am zweiten Tag einen Tag ohne Rucksack laufen. Aufgrund der gestrigen Dunkelheit hatte ich mein eigentliches Tagesziel Buchholz nicht erreicht. Die paar Kilometer, die mir gestern noch gefehlt hatten waren schnell gewandert und ich schaffte es auch noch vor einem Radrennen im Buchholzer Stadtwald den Bahnhof zu erreichen.

Ich wanderte aus Buchholz hinaus und das Wetter war heute sehr gut. Durch das Höllental gelangte ich auf den Brunsberg und lies den Blick lange über das Gelände schweifen. Danach wanderte ich den Rest des Tages fast ausschließlich durch Wald. In Handeloh gönnte ich mir ein schönes Bauernfrühstück und setzte meinen Weg dann fort. Ich traf bis nach Undeloh hinein keinen anderen Menschen.

An der Kirche von Undeloh rief ich dann Uwe an und dieser war erstaunt wie schnell ich unterwegs bin. Nach einer knappen halben Stunde war er da und wir verabschiedeten uns herzlich. Es war knapp 16h als ich meinen Rucksack schulterte und aus Undeloh hinaus ging. Ich wusste, dass auf dem Wilseder Berg eine Schutzhütte sein sollte. Da mir dies aber etwas zu weit war, hoffte ich auf eine frühere Gelegenheit.  Kurz vor Ende des Dorfes kam ich an einen Stand mit Bienenprodukten vorbei. Eine Frau gab mir den Tipp, mir mal die Bienenunterstände anzusehen. Sie lud mich auch gleich ein auf der Rückfahrt doch einfach vorbei zu kommen. Ob ich dies schaffen werde wird sich zeigen aber die Idee mit den Bienenunterständen war sehr gut.

Auf halben Weg zwischen Undeloh und dem Wilseder Berg kam ein sehr guter Bienenunterstand in Sicht. Ich breitete meine Sachen aus und freute mich auf die erste Nacht im Freien seit längerer Zeit. Die nächsten beide Tage stehen eher kürzere Tagesabschnitte auf dem Programm und ich werde noch einmal draußen schlafen müssen, bevor es zum nächsten Couchsurfer geht.

17.1.2011      Undeloh – Bispingen

Die Nacht war sehr angenehm und dafür, dass es erst Mitte Januar ist sehr mild. Auch für heute scheint es ein milder und schöner Tag zu werden. Da ich auch heute im freien übernachten möchte kommt mir dies sehr gelegen. Ab morgen Abend schlafe ich dann für einen längeren Zeitraum bei Couchsurfern und Bekannten die ich auf der nördlichen Schleife kennengelernt habe.

Nach einem schönen Frühstück unter dem Bienenunterstand ging es weiter in Richtung des Wilseder Berges. Dies wird der erste richtige Backen auf dieser Tour sein. Mit einer Höhe von 169m ein fast unüberwindbares Hindernis. Die schöne Aussicht entschädigte für die Strapazen. Diese offenen Heideflächen sind für mich ein kleiner Ausgleich für dieses flache Terrain. Hinab vom Wilseder Berg gelangte ich in das Heidedorf Wilsede mit seiner kopfsteingepflaserten Straße und den alten reetgedeckten Häusern. Trotz des eigentlich schönen Wetters habe ich bis hierhin heute noch keine Person getroffen.

Ein Wegweiser zeigte mir alsbald an, dass ich mich dem Totengrund nähere. Dieser Ort hatte keinerlei religiöse und bestattungstechnische Gründe. Vielmehr handelte es sich um einen Abschnitt ohne Wasser. Daher war der Boden für die Bauern der Umgebung nicht interessant. Es handelte sich für sie um „toten Grund“. Dies erwies sich als Glück für die Lüneburger Heide. Im Totengrund ist noch die ursprüngliche Heidelandschaft gut zu erkennen. Sie wurde hier nie durch Landwirtschaft verändert. Anfang des 20. Jahrhundert kamen Pläne auf den Wilseder Berg aufzuforsten und den Totengrund mit Häusern zu bebauen. Der Pastor Wilhelm Bode erkannte die Gefahr für die Heide und überzeugte den Münsteraner Prof. Dr. Andreas Thomsen den Totengrund zu kaufen. Im Jahre 1913 standen bereits mehr als 30qkm unter Schutz. Ein Gedenkstein am Totengrund erinnert an diese erste Naturschutzmaßnahme in Deutschland.

Hiernach verlief der Europäische Fernwanderweg längere Zeit durch dichten Wald um erst kurz vor Behringen wieder offenes Gelände zu erreichen. Von Behringen bis Bispingen war es ein einfacher Weg und ich freute mich nach Bispingen zu gelangen. Dort angekommen kaufte ich ein wenig für den Abend ein und füllte meine Wasserflaschen auf. Ich wusste, dass es etwa 3km hinter Bispingen eine Grillhütte gibt. Diese wollte ich als Schlafplatz nutzen. Um nicht zu früh dort zu sein verweilte ich noch etwas im Ort und ruhte mich aus. Gegen 16h kam ich dann bei der Grillhütte an und war froh über das Dach über dem Kopf. Mittlerweile war es etwas zugezogen und es tröpfelte leicht. Da ich nicht vorhersagen konnte wie sich das Wetter in der Nacht entwickeln würde, war es eine sehr gute Wahl. Ich zog mich schnell um und baute mein Lager auf um mich dann schnell in den Schlafsack zu legen.

Ich habe viel gelesen denn die Zeit vom dunkel werden bis zum nächsten morgen ist sehr lang. Morgen geht es nach Soltau und ich werde dort das Spielzeugmuseum besuchen gehen.

In der Schweiz

Hej alle zusammen,

endlich finde ich mal wieder die Zeit bzw. die Energie etwas zu schreiben. Mein Wegin der Schweiz war bis vor drei Tagen sehr schön und ich kam gut vorwärts. Die Schweizer bei denen ich geschlafen habe, haben mich sehr gut versorgt und ich hätte wohl auch über den Gotthardpass mit Schneeschuhen laufen können.

Cyrill, ein Schweizer den ich in Norwegen getroffen habe, hat mir alles nötige Material vorbei gebracht. Leider kam ein Magen-Darm-Virus dazwischen.Erst bekam ich knapp unter 39° Fieber und seit gestern abend sitze ich mehr auf dem Klo als das ich anderes mache. Es ist die erste Krankheit seit meiner Bronchitis letztes Jahr im März. Allerdings muss man bei einer so langen Tour immer mit solchen Zwischenfällen rechnen.

Glück im Unglück war, dass ich gerade bei Beat und Annette war. Die beiden verfolgen meine Website schon seit Beginn an und sie haben mir sogleich angeboten mich hier auszukurieren. Dafür war ich sehr dankbar und ab morgen werde ich dann weiter wandern. Ich hoffe dies ist nicht zu früh aber mein Gefühl sagt mir, dass es ok ist.

Heute abend werde ich dann noch ein paar Bilder hochladen. Mal sehen was ich jetzt noch so schaffe bis dahin. Mit Beat habe ich ein wenig Backgammon gespielt und dies war sehr schön. Ich habe bestimmt seit 12 Jahren dieses Spiel nicht mehr gespielt und merkte sogleich, dass Beat es öfter spielt. Er stand einmal im Halbfinale der schweizer Meisterschaften. Ich habe den Aufenthalt hier sehr genossen auch wenn ich nicht voll einsatzfähig war.

Morgen geht es nun wie gesagt weiter. Ich bin bis ungefähr einen Tag an Andermatt heran gekommen und wäre dann übermorgen auf dem Gotthardpass. Leider ist aufgrund meiner Verzögerung die Lawinengefahr angestiegen und wenn sich daran nichts ändert eine Überquerung mit Schneeschuhen zu gefährlich. Die endgültige Entscheidung darüber treffe ich in Andermatt und fahre sonst mit dem Zug durch den Tunnel. Es wären die ersten Kilometer, die ich nicht wandern könnte aber ich werde auch kein unnötiges Risiko eingehen.  Zur Not komme ich auf der Rückfahrt hier erneut vorbei und schließe die Lücke.

Bis bald Hike Faster

@Wolfgang: ich war bereits am „schmotzige Dunschtig“ in Konstanz bzw soweit davor, dass wir abends mit dem Zug hinfahren konnten.

7.3.

8.3.

9.3.

10.3. –  13.3.

Konstanz zum 3.

Hej,

nun geht es endlich weiter. Der Tag gestern war noch einmal sehr schön und ich habe den ersten Karnevalsumzug meines Lebens miterlebt. Das war schon sehr nett und ich habe den Aufenthalt hier rundum genossen. Leider hat die Zeit nicht ausgereicht um die fehlenden Berichte nachzuschreiben. Daher heute nochmal nur die Bilder.

Wenn die Temperaturen es zulassen kann ich dann ja endlich mal schreiben wenn ich nicht bei so netten und interessanten Personen bin und die Zeit daher anders verbringen will.

Ich werde die nächsten beiden Tage jeweils 1,5 Etappen laufen um diesen zusätzlichen Tag aufzuholen. Mit den geplanten Übernachtungen kommt es aber dennoch hin, da ich dies schon geklärt habe. Heute fahre ich den Rest mit der S-Bahn um dann morgen an dem Punkt weiter zu wandern, wo ich heute aufhöre. Dann werde ich schon in Rapperswil sein und habe den Tag wieder eingefangen.

Bis bald

LG Hike Faster

23.2.

24.2.

25.2.

26.2.

27.2.

28.2.

1.3.

2.3.

3.3.

4.3.

5.3. – 6.3.

Konstanz die 2.

Hej,

ich werde noch heute hier in Konstanz bleiben. Zum einen ist meine Wäsche noch nicht fertig und heute ist noch ein großer Karnevalsumzug. Das Update habe ich auch noch nicht geschafft und dies sind alles gute Gründe noch eine Nacht zu bleiben.

Ich werde dann heute abend die Fotos hochladen und ab morgen weiter wandern. Bis dahin alles gute

Hike Faster

Konstanz

Hej,

ich bin in Konstanz angekommen und habe die letzte Etappe auf deutschem Boden hinter mich gebracht. Im Schwarzwald hatte ich meist mit schlechtem Wetter zu kämpfen, dies hat sich in den letzten Tagen erheblich gebessert. Heute bin ich knappe 44km gewandert und werde mich morgen erneut melden. Nun möchte ich duschen und mich ausruhen. Bis morgen.

Hike Faster