Den Zeitpunkt, an dem ich das erste Mal etwas von europäischen Fernwanderwegen hörte, kann ich nur noch grob benennen. Ich muss damals ungefähr 15 Jahre alt gewesen sein. Die Situation allerdings weiß ich bis heute noch genau. Wir waren mit unserer Klasse auf einem Wandertag. Damals ging man an solchen Tagen auch immer noch wandern, und unsere Lehrer führten uns in den Süden Hamburgs nach Neugraben. Irgendwann im Verlaufe des Tages bemerkte ich immer wieder weiße Kreuze an den Laternen bzw. Bäumen um mich herum.

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Auf meine Nachfrage erklärte mir mein Lehrer dann, was es damit auf sich hat. Wir redeten im weiteren Verlauf noch oft darüber. Der Gedanke eines Weges quer durch Europa war für mich faszinierend. Ich träumte davon, wie es wäre diesen Symbolen immer weiter zu folgen, bis Italien. Nachdem ich bemerkt habe, dass wir in Nordrichtung unterwegs sind, gab ich dies unterfangen erst einmal auf. In Zeiten ohne Internet war es sehr schwer, Informationen über diesen Weg zu finden, und das einzige Buch war der altbekannte Krause, den ich persönlich eher ungeeignet für diese Wanderung finde. Dieses Buch war die nächsten Tage meine Lektüre, bis ich genug davon hatte, ständig etwas über den Streckenverlauf zu lesen. Die Vision, den E1 in voller Länge zu erwandern, war  geboren.

Zurück auf die nähere Planung kam ich erst ein paar Jahre später. Ich hatte mittlerweile schon einige deutsche Etappen dieses Weges begangen, hatte Kontakte zu Personen geknüpft, die mehr Ahnung hatten als ich. Ich wusste nun, wie der Verlauf irgendwann mal sein soll und in welchen Bereichen er bereits existiert. Damals dachte ich noch, schön, du wartest noch ein paar Jahre, bis der endgültige Verlauf steht und alles markiert ist. Leider hat sich seitdem bis auf wenige Ausnahmen nichts weiter getan, und der Weg besteht noch genauso wie vor mehr als 10 Jahren.

Im Jahre 1996 kam ich dann zu dem Entschluss, den E1 zu gehen, allerdings in Abschnitten und so im Verlaufe der nächsten Jahrzehnte viele Bereiche des europäischen Wandernetzes abzudecken. Ich war 21 und wusste, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. So ruhte der Gedanke den Weg komplett zu gehen bis ins Jahr 2003.

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