Etappe 17

17

Langesund – Oysang (Do. 18.3.2010)

Länge 69,2 km HM↑ HM↓
Verlauf:

Langesund (km 0) – Aby (km 12) – Valle (km 22,2) – Nordbo (km 40,5) – Arosvingen (km 42,3) – Kragero Fähre (km 48,9) – Levang (km 58,5) – Oysang Fähre (km 69,2)

Sehenswertes (S), Abstecher (A), U Pausen (U)

1 Kragero Kirche

Kilometer

(km 48,9)

(S) (A) (U)

(S)

Anmerkung:

  1. Abfahrtzeiten der Fähre in Kragero sind 13.15h , 14.10h, 15.40h
  2. letzte Abfahrt der Fähre in Oysang ist 14.50h die erste fährt um 7.50h
Links:

www.visitnorway.com/de

www.visitkragero.no

http://fjordbat.no/

www.risor.no

Zeitungen, Fernsehen:
Kosten:

Pauschale

Fähre Kragero

Essen El Paso Saloon

Hotel Jegertunet

Normal

5€

6€

(x)

(x)

Low

(2,50€)

(6€)

(x)

(x)

Rich

(10€)

(6€)

(25€)

(75€)

Übernachtung:

Im Zelt bei Oysang

Karte + Bücher:

Nordseeküstenradweg Schweden und Norwegen, Conrad Stein Verlag Bd. 228 ISBN: 9-783866-862289

Zeitbedarf:

Fahrt (5,5h) – U Pausen (0h) – Fotos (1h) – Pausen (1,5h) – Sehenswürdigkeiten (0,5h) (0,5h) (0,5h) – Reserve (0,5h) – Sonstiges (0,5h)

Gesamtzeit:

9h (9h) (9,5h)

Abfahrt: 8.00h Land: Norwegen
Wetterdaten:
Zeitbedarf real:
Kosten real:
Sonstiges:
Sonnenaufgang:
6.34h
Sonnenuntergang:
18.21h

Schon beim aufwachen sah ich, dass es ein sonniger Tag werden sollte. Zumindest der Morgen war auf Sonne eingestellt und die Temperaturen waren sehr eisig. Ich konnte mich nur schwer hochkämpfen und ärgerte mich über mein Zelt. Ich hatte mir extra letztes Jahr ein Hilleberg Zelt geholt. Das Zelt ansich ist sehr geräumig und vom Platzangebot her gut. Auch die Verarbeitung scheint super zu sein. Ich habe nur noch nie ein Zelt gehabt, welches so derbe viel Kondenswasser bildet. Anfangs dachte ich der Fehler liege bei mir aber ich habe sämtliche Lüftungsklappen offen. Dieses Zelt ist die reinste Tropfsteinhöhle. Ok das Klima ist feucht und die Temperaturen noch nicht sehr hoch aber soviel Wasser, dass wenn man nur leicht gegen das Innenzelt kommt einen gleich mehrere Tropfen Wasser entgegen kommen hätte ich nun doch nicht erwartet. Ich bin auf jeden Fall sehr enttäuscht von dem Zelt. Auch die Lenkertasche von Vaude ist schon kaputt. Einer der Druckknöpfe ist herausgerissen und der andere geht sehr schwer. Auch dies ist für den Preis nicht akzeptabel.

Diese beiden Materialunzulänglichkeiten sollten leider nicht die einzigen am heutogen Tage bleiben. Ich war glücklich gestern 120km gemacht zu haben und wusste, dass ich bis Kragero nur knappe 20km vor mir hatte um dort die erste Fähre zu bekommen. Die Strecke bis dorthin war auch schnell gefahren und ich erreichte den Hafen von Kragero gegen 10.00h.

Kragero

Kragero ist ein sehr hübscher Ort unter den südlichen Küstenstädten Norwegens. Schön sind auch die Preise die hier bezahlt werden müssen und Kragero trägt somit den Beinamen „St. Tropez des Nordens“. Die Lage und die doch sehr vielen Sonnenstunden machen es zu einen beliebten Urlaubsort und es ist schön die vielen bunten Holzhäuser zu bestaunen. In Kragero hatte ich die Möglichkeit die Fähre zu nehmen, die um 11.30h fährt oder ein Taxiboot zu nehmen. Dieses Boot wäre etwas teuerer gewesen und somit wartete ich auf die Fähre. Mir war ja auch klar, dass die Fähre in Oysang um 14.50h fährt und es von dieser Fähre zur nächsten nur 20km sind. Die Zeit sollte also durchaus reichen. Die Fähren in Kragero sind ein ganz eigenes Thema und machten mich etwas nervös. Es handelt sich bei ihnen um kleiner Auto und Personenfähren, die die örtlichen Inseln bedienen. Am Fährnleger fahren aber 4 verschiedene Fähren und es war garnicht so leicht herrauszubekommen welche denn nun die richtige ist. Als ich dann auf meiner Fähre war, war ich trotzdem erstaunt als sie um 11.20h ablegte und nicht wie geplant um 11.30h. Mein erster Gedanke war natürlich, dass ich doch eine falsche Fähre genommen hatte aber es stellte sich heraus, dass alles ok war. Die fähre legte nur kurz ab um für eine andere Fähre den Anleger kurz frei zu machen. Danach legte sie erneut kurz an und fuhr dann um 11.32h endgültig ab.

Der Kampf zur Fähre

Wie es der Murphy so will sollten diese 20km es in sich haben. Es lag nicht an der Strecke, die schön aber flach war. Es lag auch nicht am Wetter. Nach knappen 4km bermerkte ich, dass ich nicht mehr rund treten konnte. Ich legte eine Pause ein und stellte fest, dass beim Tretlager sich eine Kontermutter aus Plastik gelöst hatte. Diese Kontermutter hielt das Schutzblech am Rahmen fest und festigte das Tretlager. Ich wollte diese dann einfach festdrehen und merkte, dass das innere Gewinder sich mitdrehte. Notgedrungen fuhr ich dann weiter bis Levang. Dort gab es eine KFZ Werkstatt und kurz vorher einen Supermarkt. Da es nur noch knappe 10km zur Fähre waren und ich super in der Zeit lag gönnte ich mir ein Eis im Supermarkt und setzte mich auf die Bank davor. Mit meinen gedanken war ich bei der blöden Plastikmutter und wurde doch unruhig und schob das Rad zur KFZ Werkstatt. Dort versuchte ich zuerst selber etwas zu reparieren und fühlte, dass ich etwas vergessen habe. So war es auch und leider nichts geringeres als meine Brieftasche mit Geld und Karten drin. Ich bin sofort die 100m zum Laden zurück gelaufen und ein Norweger, der in seinen Auto davor saß erkannte mich schon und meinte er habe sie im Laden abgegeben. Im Laden erfuhr ich dann, dass ein Kollege der Kassiererin schon mit dem Auto hinter mir hergefahren sei um sie mir zu bringen, da sie ja gesehen hatte, dass ich mit dem Rad unterwegs war. Wartete ich kurz und bekam meine Brieftasche wieder. Alle beteiligten weigerten sich mit der norwegischen Trotzigkeit einen Finderlohn anzunehmen. Ich bedankte mich für die außergewöhnliche Hilfe und ging wieder zur Tankstelle. Das Geld war natürlich noch komplett vorhanden.

Bei der Tankstelle sprach ich sogleich einen Mechaniker an, da mir das richtige Werkzeug fehlte. Dieser kam allerdings auch nicht weiter und holte noch seinen Chef. Beide versuchten dann knappe 45 Minuten mein Rad wieder fit zu machen und scheiterten. Das Innengweinde der Plastikmutter war total abgefahren. Ich verstehe nicht, wie man an einer solchen Stelle ein 2€ Plastikteil einbauen kann. Ich habe den Fehler gemacht diese Schraube nicht oft genug zu überüprüfen und nachzuziehen, dann wäre es soweit bestimmt nicht gekommen. Auch die beiden Mechaniker wollten unter keinen Umstänmden Geld haben. Ich radelte schnell weiter und hioffte nur das Rad möge doch bitte bis zur Fähre halten. Meine Gedanken waren zu dieser Zeit aber meist bei der Hilfsbereitschaft der Norweger. 2 Mechaniker die fast ne Stunde unentgeldlich an meinem Rad rumgeschraubt haben waren schon verwunderlich für mich. Aber so ist dieses Land und die Leute und ich werde in den kommenden Wochen bestimmt einiges über die norwegische Lebensart zu berichten haben. Ich erreichte dann um 14.25h die Fähre und konnte somit die Überfahrt genießen.

Risor

Die Fähre brachte mich nach Risor und direkt neben dem Fähranleger gabe es einen Intersport. Dieses Geschäft hat viele Räder im Angebot und der Inhaber kann auch einen Mechaniker auftreiben. Am Freitag Nachmittag allerdings nicht mehr und eigentlich holt er auch nur einen, wenn schon ein paar Räder auf eine Reperatur warten. Dies nützte mir nicht viel und ich hoffte in Arendal, einer größeren Stadt Hilfe zu bekommen. Risor selber hat auch wieder einen ganz eigenen Charme. Die Städte sind zwar alle irgendwie gleich aber doch hat jede ihren eigenen Reiz. Von Risor aus fuhr ich weiter und es begann die Zeit, in der meine Kette öfter runter sprang, da das vordere Kettenblatt viel Spiel hatte und hin und her schlackerte. Dies war nervig aber ich kam doch km für km vorran.

Tvedestrand

In Tvedestrand steht das schmalste Haus Norwegens und wird aufgrund seiner Bauart „Bügeleisen“ genannt. Ich hatte bereits ein Foto von dem Haus gesehen aber wenn man real davor steht seht man erst wirklich wie schmal das Haus ist. Der Ort selber fügt sich ungemein harmonisch in die Umgebung ein und vom Hafen zur Kirche hinauf waren doch einige Höhenmeter zu überwinden. Die Fahrt ging, wenn auch nerviger, weiter und ich radelte bis kurz nach 20h. Ich kam dabei schon fast bis Arendal und hatte trotz des kaputten Rades wieder mehr als 100km geschafft. Da ich mich schon in der Nähe von Arendal befand hatte ich nur Probleme einen ordentlichen Schlafplatz zu finden. Nach diesem Tag war ich ein wenig genervt und hatte keine Lust mein Zelt aufzubauen. So war ich wirklich erfreut, als ich eine im Bau befindliche Lagerhalle fand und quartierte mich da für die Nacht ein.

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