Etappe 18

18

Oysang – Grimstad (Fr. 19.3.2010)

Länge 89,6 km HM↑ HM↓
Verlauf:

Oysang Fähre (km 0) – Risor Hafen (km 0) – Risor Kirche (km 0,8) – Bossvik (km 8,2) – Laget (km 13,8) – Bergedal (km 19,8) – Krogväg (km 25,2) – Sagesund (km 29,5) – Tvedstrand (km 35,8) – Kilsund (km 48,1) – Stengereid (km 56,8) – Arendal Kirche (km 68,6) – Fevik (km 81,2) – Grimstad (km 89,6)

Sehenswertes (S), Abstecher (A), U Pausen (U)

0 Risor Aquarium

1 Heilig Geist Kirche

1a Risor Museum

2 Sondelet Kirche

3 Kirche Dypvag

4 Twedstrand Bügeleisen

5 Twedstrand Kirche

6 Kirche Flosta

7 Kirche Stokken

7a Arendal Museum

8 Arendal Kirche

9 Arendal Rathaus

10 Kirche Hisoy

11 Grimstad Kirche

11a Ipsen Museum

11b Seefahrtsmuseum

Kilometer

(km 0)

(km 0,8)

(km 0,8)

(km 8,2)

(km 24,5)

(km 35,7)

(km 35,8)

(km 51)

(km 60,7)

(km 68,1)

(km 68,6)

(km 68,6)

(km 72,7)

(km 89,6)

(km 89,6)

(km 90,5)

(S) (A) (U)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

Anmerkung:

1. Bei dem Bügeleisen handelt es sich um das schmalste Haus Norwegens.

Links:

www.visitnorway.com/de

www.risor.no

www.tvedestrand.kommune.no

www.fevik.no/fevik_no.htm

www.grimstad.net

Zeitungen, Fernsehen:
Kosten:

Pauschale

Mc Donalds

Fähre Oysang

Risor Aquarium

Risor Museum

Arendal Museum

Ipsen Museum

Grimstad Vertshus

Normal

5€

10€

7€

(x)

(x)

(x)

(x)

(x)

Low

(2,50€)

(10€)

(7€)

(x)

(x)

(x)

(x)

(x)

Rich

(10€)

(10€)

(7€)

(6€)

(3,50€)

(3,50€)

(7€)

(55€)

Übernachtung:

Im Zelt bei Grimstad

Karte + Bücher:

Nordseeküstenradweg Schweden und Norwegen, Conrad Stein Verlag Bd. 228 ISBN: 9-783866-862289

Zeitbedarf:

Fahrt (7,5h) – U Pausen (0h) – Fotos (0,5h) – Pausen (0,5h) – Sehenswürdigkeiten (2,5h) (2,5h) (4,5h) – Reserve (0,5h) – sonstiges (0,5h)

Gesamtzeit:

11,5h (11,5h) (14h)

Abfahrt: 7.30h Land: Norwegen
Wetterdaten:
Zeitbedarf real:
Kosten real:
Sonstiges:
Sonnenaufgang:
6.36h
Sonnenuntergang:
18.34h

Da ich mich bereits 5km vor Arendal befand konnte ich ohne große Probleme morgens starten und erreichte die Stadt gegen 8.15h. Dies war sehr schade denn zum einen war Samstag und zum anderen machen die meisten Geschäfte dann frühestens gegen 10h auf. Ich war natürlich auf der Suche nach einem Radladen und erfuhr ziemlich schnell, dass ich da wohl bis nach Kristiansand müsste. Da ich mit den Gedanken logischerweise immer noch bei meinem Rad war, hatte ich nicht die Ruhe lange zu verweilen und mir die Stadt anzusehen.

Von Arendal ging es nach Grimstad und auf diesem Teilstück sprang die Kette nicht einmal ab. In Grimstad legte ich eine längere Pause an der Kirche ein. Bei ihr soll es sich um die zweitgrößte Holzkirche des Landes handeln und sie soll über 1000 Sitzplätze haben. Auch diese Kirche war wie soviele andere abgeschlossen. Der Tag war wieder traumhaft und ich entledigte mich meiner langen Hose und konnte die Fahrt in kurzer Hose fortsetzen. Der Radweg wollte üer Lillesand nach Birkelund führen. Teilweise aber auf Schotterwegen, die ich mir mit dem Rad nicht zutraute. Ich habe an dieser Stelle weiter die Straße genommen und bin direkt nach Birkelund gefahren. Der Abschnitt war so traumhaft schön und doch auch sehr anstrengend. Es ging immer hoch und runter aber diesmal schon ein wenig heftiger als zuvor. Die „Bakken“ (norwegisch für Hügel) werden jetzt immer heftiger werden und ich hoffe meine Beine werden sich auch immer mehr an die Belastung gewöhnen.

Birkeland

Mittlerweile war es wirklich sehr heiß geworden und ich schwitzte sehr. Meine Hände waren von der Kette her schwarz und ich wusste, dass selbst wenn ich den Rest schieben müsste, dass ich Kristiansand erreichen würde. In Birkeland gönnte ich mir dann etwas, was ich mir sehr lange nicht gegönnt hatte und holte mir ein halbes Hähnchen (kylling).

Der letzte Teil

Auf dem Weg nach Kristiansand wurde es mit der Kette immer schlimmer. Die schöne Strecke entschädigte zwar dafür aber ich wollte wirklich nur noch ankommen. Ungefähr 10km vor Kristiansand sprang mir mal wieder die Kette ab und sogleich kam ein norwegischer radrennfahrer an und fragte was denn los sei. Ich erklärte ihn mein Problem und er nannte mir einen Fahrradladen bei Kristiansand. Da es aber zu schwer zu beschreiben war schlug er vor schnell nach Hause zu fahren und mir dann mit dem Auto entgegen zu kommen. Er sagte wo ich fahren müsste und die Strecke entsprach genau der meinen. So fuhr ich und schob ich, legte des öfteren die Kette auf und kam dem Ziel immer näher. Genau an der Stelle, an der mein Radweg von der Straße abwich kam der Norweger (ich fragte leider nicht nach seinen Vornamen) wie verabredet mit dem Auto an und wir luden es ein. Er brachte mich dann zu dem Radladen hin und erklärte denen alles. Da es bereits Samstagnachmittag war baute er schnell mein Rad auseinander und ich sah das erstemal das ganze Problem. Sie meinten das Rad könnte erst am Montag repariert werden. Im Endeffekt hätte ich bereits heute meinen Schlafplatz erreicht. Der Norweger brachte mich dann noch mit all meinen Taschen zum Busbahnhof. Dort unterhielten wir uns noch übers Radfahren und ich erfuhr, dass er mittlerweile 63 Jahre alt ist. Er zeigte mir wieder einmal wie fit die Norweger sind (Auch dazu später mal ein eigenes Thema).

Christian

Schon lange wusste ich, dass ich eine Schlafgelegenheit hier in Südnorwegen haben kann. Öfter habe ich Emails mit Antje, so der Name von Christians Frau, hin und hergeschrieben und als ich in Sandefjord war kam ich auf die Idee meinen Ruhetag bei den beiden zu verbringen. Da hatte ich den ersten Kontakt mit Christian, der mir leider mitteilen musste, dass Antje in Deutschland im Krankenhaus liegt und mich somit leider nicht persönlich in Empfang nehmen kann. Er freute sich aber shcon auf mich und meinte es sei kein Problem meinen Ruhetag bei ihm zu verbringen.

So rufte ich ihn von Kristiansand aus an und er holte mich dort ab. Von Anfang an war es eine total entspannte und sehr nette Begegnung. Wir redeten an diesem Abend sehr viel und merkten schnell, dass wir in vielen Bereichen des Lebens gleiche Ansichten haben. Als ich dann den Wohnort der beiden sah war ich total überwältigt und dachte mir wie schön es doch ist, wenn das Rad erst Dienstag fertig ist. Ich kann den Ausblick der sich mir hier bot nicht in Worte schreiben und weiß leider auch, dass die Fotos nur einen Bruchteil dessen wiederspiegeln was man fühlt, wenn man selber hier steht. Vor allem war es schön zu sehen wie sich auch Christian nach fast 2 Jahren über diesen Anblick freut und ihn nicht als „normal“ hin nimmt. Den ersten Nachmittag und Abend bombadierte ich ihn regelrecht mit Fragen zu den Norwegern, dem Land und wie es war auszuwandern. Auf die Frage was die größte Umstellung war antwortete er: „Mit der Zeit umzugehen“. Es ist ein völlig anderes arbeiten als in Deutschland. Es ist viel entspannter und erfreulich ist, dass in Norwegen immer der Mensch als solches zählt und nicht die Position die er einnimmt. Sinnbildlich dafür ist, dass er mehrere Anzüge im Schrank hängen hat, von denen er für die Arbeit noch nie einen hier benötigte. Das Bild vom Strickpullovertragenden Geschäftsführer ist nicht aus der Welt gegriffen. Wir saßen den Abend über am Steg und ich brachte Christian doch öfter mal zum Nachdenken. Er meinte soviel wie in den letzten paar Stunden habe er schon lange nicht mehr nachgedacht über das Land und die Leute. Auf jeden Fall fühlen sie sich beide hier sehr wohl und machen es in meinen Augen richtig. Sie versuchen nicht ihr deutsches Leben hier einfach fortzuführen, sondern integrieren sich voll und ganz. Dazu gehört unter anderem auch, dass sie privat bis 22h norwegisch sprechen um die Sprache besser zu lernen. Christian meinte dann ab 22h darf gestritten werden. Am Abend kochte er dann noch etwas und es gab mal wieder frischen Salat. Ich genoss die Zivilisation und fühlte mich sehr gut aufgenommen und pudelwohl.

Ruhetag 1

Nachdem ich erstmal ausgeschlafen habe begann ich mit der Materialpflege. Mein Zelt habe ich aufgebaut und getrocknet, es wurde ausgefegt und ausgewischt. Die stinkende Wäsche konnte gewaschen werden. Naja zuerst mussten wir das Wasser, welches aus der Maschine auslief aufwischen. In Norwegen wird halt das Wasser ab und an in die Maschine zurück gedrückt und muss daher erstmal abgepumpt werden. Da Christian nicht so oft Wäsche wäscht hat er daran nicht gedacht und so ergoß sich das Wasser über den Boden. Am Ende drehte sich die Trommel dann aber doch und auch meine Wäsche wurde wieder sauber. Um mein Rad brauchte ich mich ja nicht zu kümmern, da es in Kristiansand zur Reperatur ist. Als der Pflichtteil erfüllt war kam die Kür. Wir fuhren mit dem Boot raus in die Schären und angelten. Es war für mich einfach nur wunderschön und es zeigte mir wie sehr man das Leben hier genießen kann. Wir blieben knappe 3 Stunden draußen und fingen zwar leider nichts aber erlebten eine wunderbare Bootsfahrt. Den Nachmittag über spielten wir dann Carcassonne und Zug um Zug. Darüber freuten wir uns beide sehr und ließen den Abend bei einem schönen Essen ausklingen.

2. Ruhetag

Den zweiten Ruhetag musste Christian arbeiten. Er nahm mich mit nach Mandal, einer Stadt, die ich mit dem Rad eh durchfahren würde und die ich somit schonmal erkunden. Ich schaute mir die kleine aber schöne Stadt an und ging dann auf den Uranienborg hinauf, einem 67m hohen Aussichtsfelsen von dem man eine wundere Sicht hat. Der Rest des Tages wurde zum relaxen genutzt und nun denke ich mal langsam an das updaten meiner Seite.

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