Etappe 20

20

Kjirkjekleiva – Sprangereid (So. 21.3.2010)

Länge 96,7 km HM↑ HM↓
Verlauf:

Kjerkjekleiva (km 0) – Rosstad (km 15,1) – Eid (km 21,3) – Harkmark (km 25,5) – Tregde (km 33,2) – Mandal (km 42,9) – Liam (km 53,4) – Vigeland (km 58,3) – Snik (km 62) – Lonestrand (km 64,2) – Remasvik (km 69,9) – Sprangereid (km 73,3) – Nedre Vaga (km 84,8)

Sehenswertes (S), Abstecher (A), U Pausen (U)

1 Kirche Hankmark

2 Mandal Kirche

3 Mandal Promenade

4 Mandal Uranienborg

4a Mandal Stadtmuseum

5 Vigeland Kirche

7 Sprangereid Kirche

8 Lindesnes Leuchtturm

Kilometer

(km 26,6)

(km 42,9)

(km 43,0)

(km 43,5)

(km 43,5)

(km 58,3)

(km 73,7)

(km 84,8)

(S) (A) (U)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

Anmerkung:
Links:

www.visitnorway.com/de

www.lindesnesregionen.com

www.nordsjovegen.no

www.lindesnes-gjestehus.com

www.lindesnesfyr.no

Zeitungen, Fernsehen:
Kosten:

Pauschale

Gästehaus

Museum Mandal

Leuchtturm Lindesnes

Dr. Nielssens Mandal

Normal

5€

45€

(x)

(x)

(x)

Low

(2,50€)

(x)

(x)

(x)

(x)

Rich

(10€)

(45€)

(2,50€)

(6€)

(20€)

Übernachtung:

Lindesnes Gjestehus inkl. Frühstück

Karte + Bücher:

Nordseeküstenradweg Schweden und Norwegen, Conrad Stein Verlag Bd. 228 ISBN: 9-783866-862289

Zeitbedarf:

Fahrt (8h) – U Pausen (0h) – Fotos (1h) – Pausen (1h) – Sehenswürdigkeiten (2h) (2h) (2,5h) – Reserve (0,5h) – Sonstiges (0,5h)

Gesamtzeit:

12,5h (12,5h) (13,5h)

Abfahrt: 7.30h Land: Norwegen
Wetterdaten:

Zeitbedarf real:

Kosten real:

Sonstiges:

Sonnenaufgang: 6.31h

Sonnenuntergang: 18.39h

Heute geht es endlich weiter, mir werden zwar die Geschichten über Sensoren und Handscanner fehlen, die auf grünen Untergrund nicht gut funktionieren aber ich freue mich auf neue Natureindrücke. Ich werde allerdings auch Christian vermissen, durch ihn habe ich sehr viel über Norwegen und die Norweger gelernt. Er hat mir viele norwegische Produkte näher gebracht und mittlerweile weiß ich, wo überall Sicksensoren eingebaur sind. Man muss dazu wissen, dass Christian seinen Job liebt und es war wirklich interessant das alles mal erklärt zu bekommen. Wir sind gegen 9h nach Kristiansand gefahren und dort kaufte Christian mir ein Abschiedsgeschenk (dazu gleich mehr). Weiter ging es zum Radladen und auf einen Parkplatz in der Nähe des Radladens hatten wir dann mit dem Funkwireleslan so eine gute Verbindung, dass ich es doch noch schaffte Berichte und Fotos hochzuladen. Dann endlich konnte ich mein Rad in Empfang nehmen. Die Norweger haben natürlich kein Ersatzteil gehabt und haben selber etwas hingebastelt. Ich hoffe dies wird länger halten.

Die Fahrt zu Christian

Da die Strecke ja direkt vor Antjes und Christians Tür vorbei führt habe ich mein Gepäck dort gelassen und konnte so die ersten knapp 50km ohne Gepäck fahren. Dies war sehr angenehm und auch den Abschied von Christian wollte ich dann dort in Ruhe machen. Es ging schnell nach Kristiansand hinein. Bis auf einen kleinen Altstadtkern eine sehr hässliche Stadt aber immerhin die 6. größte des Landes (Anmerkung der Redaktion: Sie war zumindest so schön, dass sie mein Rad repariert hat). Auch die Festund Christiansholm war nicht so beeindruckend, da schon eher der Dom, der sogar mal geöffnet war. Er ist im inneren mit viel Holz ausgekleidet und macht einen sehr gemütlichen Eindruck. Ich verließ Kristiansand wieder und kurz danach verlief der Nordseeküstenradweg auf einem Teil der alten Poststrecke Oslo-Stavanger. Ein wunderschöner Abschnitt der meist auf Schotterstrecken verläuft und auf einer Länge von knapp 500m sogar noch mit Schnee bedeckt war. Ich merkte schon des öfteren, dass die Norweger gerne schießen, denn ich habe viele Schießstände gesehen. Auf diesem Postweg allerdings mal einen ganz anderen. Der Schießstand selber war auf meiner Seite, die Zielscheiben knappe 200m entfernt auf der anderen Seite eines Sees. Vom Schießstand aus geht es bestimmt 30m runter dann kommt Wasser und auf der anderen Seite steigt es wieder an. Mir ist es ein Rätsel wie man die Scheiben ablesen soll aber da ich da nicht schießen werde, was ich hoffentlich nie wieder muss, war es mir auch egal. Nach 50km erreichte ich dann Christians Haus.

Der Abschied

Ich packte meine Taschen aufs Rad und schmierte mir noch einmal ein Brot bei Christian. Wir saßen auf der Bank vorm Haus und es war ein viel zu schöner Tag um zu arbeiten oder zu radeln. Dann war die Zeit gekommen um tschüss zu sagen oder besser Ha de. Es war kein tränenreicher Abschied aber schon einer der nicht ganz einfach war. Ich werde zwar erst im Dezember aber dann endlich ein Gastgeschenk an die beiden verschicken. Christian wollte mir noch was gutes tun und hatte ein Geschenk für mich. Die führende Tankstellenkette hier heißt Statoil. Es gibt davon mehr als 350 Filialen landesweit und es gab bisher keinen Tag, an dem ich nicht mindestens an einer Statoil vorbei gekommen bin. Auf jeden Fall hat man bei der Kette die Möglichkeit eine Kaffeeflatrate zu kaufen (in meinen Fall eher eine Kakao oder Teeflatrate). Man bekommt für knappe 16€ einen Becher (Thermobecher mit Griff) und einen Deckel. Nun kann man so oft und soviel Kaffee, Kakao, Espresso, Tee oder Wiener Melange trinken wie man will und dies das gesammte Jahr 2010 lang. Da ich noch an vielen Statoilfilialen vorbei kommen werde, werde ich den Becher noch oft nutzen, sogar heute kam ich an einer vorbei (Hehe Christian, in Mandal gabs keine aber in Vigeland) und holte mir dort 2 Kakao.

Die Fahrt an der Küste

Die nächsten 20km verlief der Weg immer an der Küste und es ging mal mehr und mal weniger hinauf und hinab. Das Wetter war super und bis auf ein paar stärkere Böen war es alles kein Problem. Ich hatte mitlerweile den Ehrgeiz heute noch nach Lindesnes zu kommen, den südlichsten Punkt Norwegens. So fuhr ich und fuhr ich und kam auch gut vorran. Die letzten Kilometer (12) nach Lindesnes waren aber besonders hart, weil mein Kopf mir immer sagte ich muss diese Kilometer morgen wieder zurück fahren. Um 20.30h erreicht ich dann nach 124km den Lindesnes Fyr.

Lindesnes Fyr

Als ich da war, waren alle Strapazen vergessen. Es bot sich mir ein wundervoller Ausblick und ich behaupte mal der schönste Sonnenuntergang den ich bisher erlebt habe. Es gab viele Stellen an denen ich hätte wunderbar zelten oder schlafen können. Da das Gebiet um den Lauchtturm allerdings abgesperrt ist, dachte ich mal wieder sehr deutsch und wollte auf einen Parkplatz zelten. In dem Moment traf ich Dag. Dag kam gerade von hoher See mit einen Seekajak an. Er sah aus wie Anfang 50, war aber auch schon knapp über 60. Wir kamen schnell ins Gespräch. Er arbeitet in Oslo und hat morgen einen Termin hier in der Nähe. Er kennt den Leuchtturmwärter (den letzten Norwegens, dazu morgen mehr) und schläft heute da. Er meinte der schönste Schlafplatz sei direkt beim Leuchtturm in einer der alten Flakstellungen des 2. Weltkrieges. Er selbst hat auch schon oft dort unter freien Himmel geschlafen. Er meinte zwar auch, dass es heute sehr ruhig ist und ich nochmal im Herbst wieder kommen solle, denn dann peitschen die Stürme über den Felsen und dann mache es erst richtig Spaß. Er besuchte mich dann noch oben in der Flakstellung und wir redeten noch knapp ne Stunde. Danach wollte er schlafen, denn am nächsten morgen wollte er noch vor der Arbeit ne Runde mit dem Kajak drehen und den Sonnenaufgang um 6.30h vom Meer aus sehen. Auf die Frage, wann er denn mit der Arbeit beginnen müsse sagte er nur, wenn die Zeit dafür da ist, erstmal geht es darum das Leben zu genießen und auch dies ist typisch norwegisch. Somit ging ein schöner Tag für mich zu Ende und genoss die Nacht in der Flackstellung. Ab morgen gehen dann die richtig großen Steigungen los.

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