Etappe 21

21

Sprangereid – Ulland (Mo. 22.3.2010)

Länge 84 km HM↑ HM↓
Verlauf:

Sprangereid (km 0) – Flatstad (km 6,6) – Lyndal (km 15,3) – (n) Kvalsvik – Kollevoll (km 26,2) – Farsund (km 36,8) – Fjellestad (km 38,4) – Vestbygd (km 53,6) – Felszeichnungen Pennefeltet (km 61,2) – Jolle (km 62) – Rydfjord (km 64) – Heskestad (km 66) – Gjervollstad (km 76,4) – Ulland (km 84)

Sehenswertes (S), Abstecher (A), U Pausen (U)

1 Farsund Kirche

2 Vestbygd Kirche

3 Lysta Leuchtturm

4 Pennefeltet Felszeichnungen

Kilometer

(km 36,8)

(km 53,6)

(km 55,1)

(km 61,2)

(S) (A) (U)

(S)

(S)

(S)

(S)

Anmerkung:
Links:

www.visitnorway.com/de

www.visitfarsund.com

Zeitungen, Fernsehen:
Kosten:

Pauschale

Essen Farsund

Normal

5€

(x)

Low

(2,50€)

(x)

Rich

(10€)

(20€)

Übernachtung:

Im Zelt bei Ulland

Karte + Bücher:

Nordseeküstenradweg Schweden und Norwegen, Conrad Stein Verlag Bd. 228 ISBN: 9-783866-862289

Zeitbedarf:

Fahrt (7h) – U Pausen (0h) – Fotos (1h) – Pausen (1,5h) – Sehenswürdigkeiten (1h) (1h) (1h) – Reserve (0,5h) – Sonstiges (0,5h)

Gesamtzeit:

11h (11h) (11,5h)

Abfahrt: 8.30h Land: Norwegen
Wetterdaten:
Zeitbedarf real:
Kosten real:
Sonstiges:
Sonnenaufgang:
6.31h
Sonnenuntergang:
18.41h

Über Nacht ist es sehr windig geworden und ich erwachte gegen 6.30h. Es sollte wieder ein wundervoller Tag werden und erlebte den Sonnenaufgang ganz bewusst. Der Wind pfiff mir um die Ohren und ich aß schnell ein paar Brote und packte dann meine Sachen ein. Als ich diese hinab brachte, traf ich Dag noch und er war ein wenig traurig, da er bei dem starken Wind nicht rausfahren konnte. Er machte mich aber schnell noch darauf aufmerksam, dass der Leuchtturmwärter noch was von mir wolle.

Der Leuchtturmwärter vom Lindesnes Fyr

Dies ist der letzte bemannte Leuchtturm. Dies liegt allerdings nicht daran, dass der Leuchtturm im Mittelpunkt steht sondern es geht darum die Gabäude und das Arreal in Ordnung zu halten, Schulklassen herum zu führen und dergleichen mehr. Da das Wort Leuchtturmwärter aber viel romantischer klingt habe ich es gewählt. …..macht diesen Job seit 1989 und er sagt selbst es ist ein absoluter Traumjob und ich würde sofort mit ihm tauschen. Er führt ein Buch, in dem sich alle Personen, die vom Nordkapp nach Lindesnes oder umgekehrt reisen verewigen und er macht von allen ein Foto mit dem Leuchtturm im Hintergrund. Er kann sehr gut deutsch und so war die Verständigung garkein Problem. Es sind sehr viele Menschen die Norwegen auf gesammter Länge durchqueren wollen, sogar in diesem Jahr sind schon 5 Personen fotografiert worden. Viele machen es auf Langlaufskiern. Aber auch zu Fuß, mit dem Rad oder auch mit einem Seekajak. Ein Mann Oslo hat im letzten Jahr ein Jojo durch Norwegen gemacht, er wanderte zum Nordkap, fuhr dann mit dem Rad nach Kirkenes und von dort mit dem Seekajak! nach Oslo. Ich startete dann endgültig gegen kurz vor 9h.

Kurs Nord

Das schöne daran, wenn man am südlichsten Punkt steht ist, dass man nach Norden fahren muss. Das ist für mich eine wichtige mentale Grenze und ich fühlte mich gut. Nachdem ich die 12km nach Sprangereid zurück gefahren bin kam ich wieder auf die eigentliche Strecke. Die Strecke bis kurz vor Lyngdal hatte es ganz schön in sich. Es ging mitunter steil und lange bergauf. Der Ausblick entschädigte allerdings dafür, denn es war einfach nur atemberaubend schön. Kurz vor Lyngdal verfuhr ich mich dann für knappe 4km. Ich war eh skeptisch und mein Tourenzettel sagte etwas ganz anderes aus, aber das Schild zeigte eindeutig nach links. Nachdem ich wieder zurück an der Stelle war konnte ich das Schild begutachten und es war mal wieder verdreht. Ich fragte mich wer an einer solchen Stelle das Schild verdreht und glaube, dass es auch aufgrund des Windes sich selbst verdreht haben kann. Ich kam danach gut nach Farsund und sah schon von weitem eine Statoil und gönnte mir einen Kakao.

Farsund

Farsund ist knapp 200 Jahre alt. Früher gab es hier einen regen Seehandel und im späteren Verlauf einige Industriezweige. Nach einen Brand Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Häuser im Schweizer- und Jugendstil wieder aufgebaut. Nach Farsund bagann die Lytahalbinsel und es kem wieder einmal flaches Terrain und ich kam gut vorran. Der Weg führte in der Nähe des Meeres entlang und an mehreren Stellen konnte man an den Sandstrand hinunter gehen. Es war mal wieder schön diesen typischen Landwirtschaftsgeruch in der Nase zu haben. An dieser Stelle waren sogar die Schotterwege angenehm zu fahren, dies sollte sie aber für die letzten 20km ändern.

Die Flucht der Raben

Die Schotterstrecken in Norwegen sind nicht nur sehr schotterig, sondern auch übersät mit Schlaglöchern. Man darf beim runter fahren wirklich keine Sekunde die Konzentration verlieren. Dies ist bei dieser Umgebung nicht gerade einfach, denn man würde viel lieber nach links oder rechts gucken. So passierte es dann leider doch einmal, dass ich nicht aufpasste. Ich knallte in ein Schlagloch mit knapp 30km/h. Dabei sprang mir der Deckel der Lenkertasche auf (Ihr erinnert euch, der eine Knopf war schon kaputt und der andere geht so schwer, dass ich ihn meist nicht schließe) und einges an Inhalt verteilte sich rechts im Unterholz. Zum Glück überstand sowohl das Handy als auch der Fotoapperat dies alles. Auch die beiden Raben aus Ton haben den Sturz überstanden nur war einer der beiden weg. Ich suchte knappe 10 Minuten bis ich ihn wieder fand. Somit nahm ich meinen Weg erneut auf und fuhr danach noch vorsichtiger. Im weiteren Verlauf habe ich dann sehr starken Brandgeruch in der Nase gehabt und sah überall Qualm. Anfangs dachte ich, es wären Feuer die Anwohner angezündet haben. Als ich dann allerdings mehrere Fauer an einem Hang sah, merkte ich, dass es sich um kleine Waldbrände handelte. Ich frage mich wie sie entstanden sind aber hatte zu keiner Zeit Angst. Die Nacht verbringe ich nun in einer Gerätehütte an einem See. Hier stehen Stühle rum, es gibt einen Tisch und ich bin geschützt vor dem Wind. Die Hütte war nur durch einen Riegel verschlossen. Heute waren es knappe 102km und ich hoffe morgen mal genau die Strecke zu fahren, wie sie auf meinen Zettel steht. Morgen erreiche ich die heftigste Steigung des Nordseeküstenradweges und es geht hinauf auf eine Höhe von 275m. Morgen steht das nächste Highlight auf dem Programm, die Helleren Fischerhütten.

Norwegische Landeskunde: „Matpakke“

Die Norweger sind ein sehr trotziges Volk und was sie kennen das soll auch ao bleiben. So nehmen jeden Tag viele Norweger ihr Matpakke mit. Dabei handelt es sich im Endeffekt um ein Butterbrot allerdings mit einigen Differenzen. Der Norweger nimmt immer nur eine Scheibe Brot, darauf wird dann der Aufschnitt (oftmals Geitost, auch dazu ein eigenes Kapitel später) gelegt und darauf kommt dann das sogenannte Mellomlegspapir. Ein Wachspapier auf welches wiederum die nächste Scheibe Brot gelegt wird. Die Frage warum man nich eine zweite Scheibe Brot verwendet um das ganze etwas stabiler zu bekommen brauch man nicht stellen denn ein Brot wird genauso wie oben beschrieben zubereitet. Übrigens ist dies ein typisches Zeichen für einen Norweger, dass jemand der eine zweite Scheibe Brot benutzt ein Ausländer sein muss. Mir erschließt sich ja bei festen Aufshcnitt der Sinn dieses Systems aber es wird genauso bei Marmelade oder Streichkäse gemacht. Guten Appetit! Wobei auch das falsch ist, denn in Norwegen sagt man nie so etwas wie guten Appetit sondern man isst einfach und sagt am Schluss Tak for maten (Danke für das Essen).

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