Etappe 22

22

Ulland – Sogndal Strand (Di. 23.3.2010)

Länge 85,1 km HM↑ HM↓
Verlauf:

Ulland (km 0) – Kwinesdal (km 13,8) – Froytland (km 25,0) – Flekkefjord (km 43,2) – Kvanvik (km 53,1) – Äno Siva (km 61,5) – Vintersto (km 71,5) – Helleren (km 73,6) – Sogndal (km 80,5) – Sogndal Strand (km 83,2)

Sehenswertes (S), Abstecher (A), U Pausen (U)

1 Kirche Kvinesdal

2 Flekkefjord Kirche

2a Flekkefjord Bymuseum

3 Flekkefjord Hafen

4 Äno Siva Kirche

5 Helleren Fischerhütten

6 Sogndal Kirche

6a Sogndal Strand Fischereimuseum

Kilometer

(km 14,5)

(km 43,2)

(km 43,2)

(km 43,4)

(km 61,5)

(km 73,6)

(km 81,8)

(km 85,1)

(S) (A) (U)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

Anmerkung:
Links:

www.visitnorway.com/de

www.sokndal.kommune.no

www.sogndalstrand.no

www.reisemal-sydvest.no

Zeitungen, Fernsehen:
Kosten:

Pauschale

Flekkefjord Museum

Pizza Inn Flekkefjord

Sogndalstrand Hotel

Normal

5€

(x)

(x)

(x)

Low

(2,50€)

(x)

(x)

(x)

Rich

(10€)

(2,50€)

(25€)

(70€)

Übernachtung:

Im Zelt bei Sogndal Strand

Karte + Bücher:

Nordseeküstenradweg Schweden und Norwegen, Conrad Stein Verlag Bd. 228 ISBN: 9-783866-862289

Zeitbedarf:

Fahrt (7h) – U Pausen (0h) – Fotos (1h) – Pausen (0,5h) – Sehenswürdigkeiten (2h) (2h) (3h) – Reserve (0,5h) – Sonstiges (0,5h)

Gesamtzeit:

11h (11h) (12,5h)

Abfahrt: 8.00h Land: Norwegen
Wetterdaten:
Zeitbedarf real:
Kosten real:
Sonstiges:
Sonnenaufgang:
6.30h
Sonnenuntergang:
18.47h

Ein Blick aus dem Fenster der Hütte sagte mir, dass der Himmel ein wenig bedeckt ist. Es sah allerdings auch nicht nach Regen aus und so kam ich gut gegen 8.30h los. Heute sollten einige steilere Anstiege auf dem Programm stehen und im Verlaufe des Tages sollte ich noch erkennen wie steil es werden wird. Zu Anfang musste und wollte ich erstmal Kvinnesdal erreichen. Nachdem es immer wieder leicht bergauf ging ergab sich für mich ein schöner Blick hinab zum Fjord und ins Tal. Zum einen erkannte ich wie frustrierend es ist und zum anderen wie schön. Frustrierend, da ich Luftlinie geschätzte 2km die Straße sah, die ich nehmen musste und ich wusste, dass der Weg ins Fjord und hinab lang sein werden. So war es dann auch, knappe 19km. Schön wiederum, da ich sah wie weit es bergab geht und wie weit das Tal ist. So düste ich hinab nach Kvinnesdal, die bisher längste Abfahrt.

Kvinnesdal

Eigentlich führt der Weg garnicht nach Kvinnesdal hinein, da ich einen Supermarkt benötigte radelte ich den kurzen Umweg und sah schon hinter der nächsten Kurve einen Laden und eine Statoil. Da die Anstrengung heute größer sein wird als bisher gönnte ich mir mal richtig was im Laden und holte mir einige Schokoriegel, ein Eis und Obst. Essen tat ich das alles bei der Statoil wo ich mir gleich wieder heißen Kakao gönnte. Da es mir in dem Moment so gut ging, rief ich gleich den Christian an und erzählte ihm wie es mir geht. Leider konnte ich die richtig großen Anstiege nicht umgmgehen und machte mich erneut auf den Weg. Anfangs verlief der Weg flach im Tal und ich las auf meinen Tourzettel wo die Serpentinen beginnen. So kam es dann auch und ich schob mein Rad die Straße hinauf. Es war der erste von drei heftigen Anstiegen und der einfachste von allen. Nachdem er überwunden war ging es bergab nach Feda und im weiteren Verlauf nach Flekkefjord.

Flekkefjord

Auch Flekkefjord besitzt viele Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Vor allem die Kirche mit ihrem achteckigen Grundriss fällt auf und war leider mal wieder abgeschlossen. Im 19. Jahrhundert war Flekkefjord der größte Exporthafen Südnorwegens und es wurde vor allem Holz verschifft. Ich gönnte mir in Flekkefjord nochmal eine etwas längere Pause, holte mir erneut einen Kakao verweilte einfach ein wenig.

Straße 44

Von Flekkefjord aus sollte die Straße 44 für die nächsten 25km mein Terrain sein. Ich wusste, dass nun bald der höchste Pubnkt des Nordseeküstenradweges erreicht werden wird. So ging es auch von Flekkefjord an bergan, allerdings nicht so steil und so lang wie ich es erwartet hatte und die 18km nach Ana Sira waren schnell erledigt. Kurz vor Ana Sira ging es schön bergab und bei der Kirche des Ortes putzte ich einen Teil meiner Ausrüstung. Dieser Ort ist wunderschön zwischen den steilen Berghängen ringsum gelegen und einer der schönsten Orte bisher. Danach kam dann der ängste Anstieg des heutigen Tages. Es ging knappe 4km bergauf und ich erreichte mit 275m den höchsten Punkt der Route (zumindest der Teil bis Bergen). Dies sollte Platz 2 sein am heutigen Tage, denn es wartete noch ein anderer Anstieg. Zuerst ging es im rasenden Tempo talwärts und ich stellte mit 64km/h einen neuen Spitzenwert auf. Die Serpentinen brachten mich hinab zum Jössingfjord.

Der Jössingfjord und die Helleren Fischerhütten

Der Jössingfjord ist nicht sehr tief eingeschnitten für einen Fjord. Die Berge drumrum sind aber für den Abbau von Titanerz sehr gefragt und es gibt einige Bergwerke in der Umgebung. Hier im Fjord kam es zu einen großen Umweltskandal als ein ansässiges Unternehmen bei der Produktion von Titanoxid Giftstoffe freisetzte und alles Leben im Fjord tötete. Dies war in den 80er Jahren und der Fjord war mit einer meterhohen Schlammschicht aus Titan bedeckt. Zum Glück hat sich der Fjord wieder erholt und das Unternehmen hat viel dafür getan, dass es dazu kam. Erst eider als Verursacher und später als Retter des Fjordes.

Dann kam ich zu einen weiteren Highlight der Radfahrt. Bei der Planung der Tour stieß ich auf die Helleren Fischerhütten und war total fasziniert davon. Heute konnte ich sie endlich persönlich sehen und war noch viel begeisterter. Es handelt sich dabei um 2 alte Holzhütten von 1880. Sie stehen unter einem Felsvorsprung und sind an dieser Stelle gegen Regen und Schnee geschützt und auch der Wind konnte nicht viel Angriffsfläche finden. Besiedelt wurde diese Gegend wohl schon zur Steinzeit und die Hütten stehen vielleicht schon viel länger da als bisher gedacht. Bevor die Straße durch deb Berg gebaut wurde, war dieses Tal nur über den Seeweg zu erreichen. Die Bewohner lebten vom Fischfang und einige Tiere konnten auf den Hängen der Umgebung grasen. Mit dem Bau der Straße war dieses Tal dann besser zu erreichen und die Hütten verloren an Bedeutung. Die letzten Bewohner verließen die Hellerenhütten 1920. Die Hütten sind das ganze Jahr über geöffnet und ich kann nur jeden raten, die Straße 44 von Flekkefjord nach Egersund zu fahren. Direkt hinter den Hütten begann dann Anstieg Nummer 3 für heute. Er war zwar nur knappe 2,5km lang dafür aber so steil, dass ans fahren nicht zu denken war. Es ging durch mehrere in den Fels gesprengte Tunnel und die Belohnung oben war ein wunderbarer Blick zurück ins Fjord. Oben gibt es einen Ausguck und dort steht eine Informationsafel über ein Ereignis des 2. Weltkrieges.

Die Altmark

Etwa zwei Monate bevor Norwegen von deutschen Soldaten besetzt wurde, kam es im Jössingfjord zu ersten Kampfhandlungen auf norwegegischen Gebiet bzw Gewässer. Die Altmark war ein Versorgungsschiff des deutschen Panzerkreuzer Admiral Graf Spee. Dieser hatte viele britische Handelsschiffe versenkt und viele Gefangene gemacht. Diese Gefangenen waren nun auf der Altmark und sie erreichte bei Trondheim norwegisches Gewässer. Norwegen war zu diesem Zeitpunkt neutral und die norwegischen Behörden konnten keine Gefangenen finden. Ob es überhaupt zu einer Kontrolle kam und wie es die deutshcen schafften die Gefangenen zu verstecken bleibt um dunkeln. Die britische Kriegsmarine nahm die Verfolgung auf und so versteckte sich die Altmark im Jössingsfjord. Churchill selber gab dann den Befehl zum entern. Dies geschah am 16. Februar 1940 und alle 299 Gefangenen konnten befreit werden, 7 deutsche Soldaten starben bei dieser Aktion. Deutschland wiederum nahm diese Aktion als Grund Skandinavien näher ins Blickfeld zu nehmen und warf Norwegen vor seine Neutralität nicht einhalten zu können. 2 Monate später wurde Norwegen dann von der deutschen Wehrmacht besetzt.

Ende des Tages

Nachdem der letzte Anstieg endlich geschafft war kam eine letzte rasende Abfahrt nach Hauge. Kurz danach erreichte ich Sogndal Strand, ein kleines Fischerdorf mit nur 80 Einwohnern. Im Sommer muss es hier sehr kuschelig sein, wenn auf der einen kleinen Straße die Menschen flanieren und in den doch vielen Cafés etwas trinken. Als ich dort ankam war alles noch zu und somit radelte ich noch knappe 6km weiter. Die Nacht verbringe ich in einer alten Hütte, hier kamen zwei ältere Leute hinaus, die gerade an der Hütte werkeln. Auf meine Frage, ob ich mein Zelt auf der Wiese aufbauen könne meinte er nur ich könne auch in der Hütte schlafen. Die ist eh leer und ich hätte dann Strom. Noch ein paar Worte zum Wetter. Es war wie gesagt wechselhaft. Mal bedekct, mal sonnig und vor allen windig. Er kam von West und somit mir immer entgegen. Heute machte es mir nicht soviel aus aber morgen geht es wieder in die Ebene, wenn er dann genauso pustet wie heute werde ich mein Pensum morgen nicht schaffen.

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