Etappe 29

29

Förde – Alfoten (Mi. 31.3.2010)

Länge 106 km HM↑ HM↓
Verlauf:

Förde (km 0) – Erdal (km 5,3) – Nanstdal (km 12,0) – Storebru (km 26,6) – Eikefgard (km 31,5) – Kreuzung 5/614 (km 39,8) – Kjaelkeny Kirche (km 68,5) – Svelg Kirche (km 80,4) – Alfoten (km 106)

Sehenswertes (S), Abstecher (A), U Pausen (U)

1 Nanstdal Kirche

2 Eikefgard Kirche

3 Kjaelkeny Kirche

4 Svelg Kirche

5 Alfoten Kirche

Kilometer

(km 11,5)

(km 31,4)

(km 68,5)

(km 80,4)

(km 106)

(S) (A) (U)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

Anmerkung:
Links:

www.visitnorway.com/de

www.bremanger.kommune.no

Zeitungen, Fernsehen:
Kosten:

Pauschale

Normal

5€

Low

(2,50€)

Rich

(10€)

Übernachtung:

Zelt bei Alfoten

Karte + Bücher:

Kümmerly + Frey, Central Norwegen (Blatt2), 1:335 000, 2007, ISBN 978-3-259-01032-7

Zeitbedarf:

Fahrt (9h) – U Pausen (0h) – Fotos (1,5h) – Pausen (1,5h) – Sehenswürdigkeiten (1,5h) (1,5h) (1,5h) – Reserve (0,5h)

Gesamtzeit:

14h (14h) (14h)

Abfahrt: 7.00h Land: Norwegen
Wetterdaten:
Zeitbedarf real:
Kosten real:
Sonstiges:
Sonnenaufgang:
7.11h
Sonnenuntergang:
20.15h

Die Nacht war sehr angenehm und ich stand extra früh auf, damit ich nicht mit den Bauarbeitern zusammen treffe. Ein Blick nach außen zeigte mir, dass es leichter Schneegriesel war, der über Nacht niedergefallen ist und auch jetzt noch zu Boden rieselte.

Die Passüberfahrt

Was mich allerdings dann erwartete hat alles übertroffen, was ich bisher erlebt habe. Der Pass nahm und nahm kein Ende und an ein Fahren war nicht zu denken. Es ging knappe 8km nur bergauf und was unten ein kleinwenig Schneegriesel war, war oben richtiger Schneefall. Mit jedem Meter wurde der Schnee mehr und somit auch das schieben. Kurz vor der Passhöhe waren es gut und gerne 25-30cm. Zwischenzeitlich nahm ich noch eine falsche Strecke und somit einen Umweg von 3,5km. Das schieben war so anstrengend und ich kam immer nur 40-50m vorran bevor ich eine erneute Pause benötigte. Ich war so kaputt wie nie zuvor und fand es schwerer als ein Marathonlauf. Die schlechte Sicht lies mir auch keine Chance zu erkennen, wann die Passhöhe erreicht ist. Ich wusste durch Fragen, dass am höchsten Punkt ein Tunnel sein soll. Ich wartete gespannt auf diesen Tunnel und als ich schon kurz davor war aufzugeben, lies ich das Rad stehen und ging zu Fuß weiter. Nach 500m kam ich dann zum Tunnel und entschloss mich weiter zu gehen. Als ich den Tunnel endlich erreichte, hatte ich die ersten 10km des Tages hinter mir und das in knappen 3 Stunden. Ich machte eine Pause auf dem Gipfel im Schutze des Tunnels. Als es dann endlich bergab ging war ich erst skeptisch. Auf dieser Seite des Passes war es allerdings ganz gut zu fahren. Ich traute mich trotzdem nicht mit mehr als 18km/h zu Tale zu fahren und meine Finger froren mir ab. Ich habe ja vor ein paar Tagen meine Handschuhe verloren und da ich sie bisher nie brauchte, sagte ich mir, ich kaufe in Trondheim welche. Meine Finger waren so kalt, dass ich sie nur mit Mühe wieder gerade bekam und so etnschloss ich mich erneut zu schieben. Auch dies ging nicht und improvisierte indem ich zwei Socken nahm und sie mir über die Hände zog. Dies schützte zumindest ein wenig. Als ich endlich auf die Straße Nummer 5 gestoßen bin machte ich eine kurze Pause in einem Bushäuschen. Kaum war ich etwas abgetrocknet kam ein Straßenräumfahrzeug vorbei und ich war von oben bis unten erneut Nass. Diese Räumfahrzeuge fahren hier mit einer heftigen Geschwindigkeit vorbei und der Schneematsch spritzt weit an den Straßenrand.

Das Klohaus

Ungefähr auf der Höhe von Eikefjord kam dann ein Rastplatz mit WC. Ich machte dort Pause und es war sehr schön warm. Es gab dort sogar einen Händtrockner und ich begann alle meine Sachen dort zu trocknen. Ich war einfach so fertig, dass ich überlegte dort die Nacht zu verbringen. Mein Ehrgeiz packte mich aber wieder einmal. Das Problem welches sich ergab lag wieder bei einem Tunnel. Ich wusste, dass auf der Strecke die ich nehmen wollte, erneut ein Tunnel lag. Dieser war ist knappe 4km lang und für Radfahrer gesperrt. Diesmal gab es keinen Weg der um den Tunnel herum führte. Ich bezweifel auch, dass ich heute darauf Lust gehabt hätte. Somit überlegte ich nach Florö zu fahren und den Tunnel zu umfahren mit Hilfe einer Fähre. Da ich nicht wusste ob dies möglich ist, rief ich mal wieder den Christian an, der für mich im Internet nachguckte und sah, dass es eine Fähre gibt, die ungefähr dahin fährt, wo ich hin musste.

Florö

Auch im Tal hatte es mittlerweile angefangen zu schneien und was viel unangenehmer war, es herrschte ständig ein heftiger Schneegraupel, der im Gesicht weh tat. Ich rief einmal bei der Fährgesellschaft an und sie teilten mir mit, dass heute abend ein Schiff nach Selje fährt. Daher entschied ich mich doch noch weiter zu fahren und fuhr nach Florö. Umso näher ich der Stadt kam umso heftiger wurde das Wetter. Ich sah mittlerweile mehr aus wie ein Schneemann. Das erste was ich in Florö machte, war eine Statoil anzufahren und erstmal 2 heiße Kakaos zu trinken. Anschließend ging es zum Fährterminal und ich besorgte mir eine Karte. Die 2,5 Stunden bis zur Abfahrt nutzte ich um mich im Aufanthaltsraum aufzuwärmen und einigermaßen meine Klamotten zu trocknen. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Menschen an, die allesamt an einer Passstraße (die ich eigentlich auch fahren wollte) gescheitert sind. Ich hatte zum Glück schon mein Ticket und schaute mir alles in Ruhe an.

Selje

Nach einer 90 minütigen Fährfahrt erreichte ich Selje. Diese Halbinsel muss im Sommer ein Traum ein. Ich habe mich auf der Fahrt mit einer Norwegerin unterhalten und sie hat mir einges erklärt. So sind wir unter anderem am höchsten Seefelsen Norwegens vorbei gekommen. In Selje suchte ich mir schnell einen geeigneten Schlafplatz und wurde zum Glück schnell fündig. Diesmal schlief ich im Laubengang einer Schule. Ich bin optimistisch, dass es morgen besser wird, denn schlechter geht es nicht.

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