Etappe 7

7

Givskud – Hald Hoovegard (So. 7.3.2010)

Länge 86,1km (+ 2,8Ü) HM↑ HM↓
Verlauf:

Givskud (km 0) – Oster Nykirke (km 7,2) – Margarethe Digit (km 9,4) – Norum Snode Kirche (km 17,3) – Norhoved (km 20,4) – Vrads Kirche (km 27,9) – Asklev (km 34,2) – Brande Kirche (km 35) – Funder Station (km 40) – Funder Kirkeby (km 43,5) – Kragelund Kirche (km 48,4) – Grathe Kirche (km 58,7) – Thorning Kirche (km 63) – ABZ Sjorup (km 71,2) – Skelhoje (km 78,9) – ABZ Hald Hovegaard (km 84,3) – Hald Hovegaard (km 86,1)

Sehenswertes (S), Abstecher (A), U Pausen (U)

1 Oster Nykirke Kirche

2 Margarethe Digit Alter Wall

3 Norre Snede Kirche

3a Norre Snede Egnsmuseum

4 Vrads Kirche

5 Brande Kirche

6 Funda Station Lokomotive

7 Funder Kirkiby Kirche

8 Kragelund Kirche

9 Grathe Kirche

10 Thorning Kirche

10a Thorning Blicherregnenmuseum

11 Lygard Kirche

12 E´Bindstouv Museum

13 Hald Hovegaard Ruinen

14 Hald Hoovegaard Herrensitz

Kilometer

(km 7,2)

(km 9,4)

(km 17,3)

(km 17,5)

(km 27,9)

(km 35)

(km 40)

(km 43,5)

(km 48,4)

(km 58,7)

(km 63)

(km 63,3)

(km 74)

(km 74,3)

(km 85,2)

(km 86,1)

(S) (A) (U)

(S)

(S)

(S + U 0,5h)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S)

(S + A ↔ 5,6 km)

(S + A ↔ 5,6 km)

(S + A ↔ 1,8 km)

(S)

Anmerkung:
Links:

www.haervej.dk

www.visitdenmark.com

www.givskudzoo.dk

www.viborg.dk

Zeitungen, Fernsehen:
Kosten:

Pauschale

E´Bindstouv Museum

Egnsmuseum

Blicherregnenmuseum

Niels Bugges Essen

Niels Bugges Schlafen

Normal

5€

3€

(x)

(x)

(x)

(x)

Low

(2,50€)

(x)

(x)

(x)

(x)

(x)

Rich

(10€)

(3€)

(5€)

(4,50€)

(60€)

(55€)

Übernachtung:

Primitiver Zeltplatz bei Hald Hovegaard

Karte + Bücher:

Bikeline Heerweg, Ochsenweg ISBN 3-85000-182-2

Zeitbedarf:

Fahrt (6h) – U Pausen (0,5h) – Fotos (0,5h) – Pausen (0h) – Sehenswürdigkeiten (3h) (3h) (4h) – Reserve (0,5h) – sonstiges (0,5h)

Gesamtzeit:

10,5h (10,5h) (12h)

Abfahrt: 8.45h Land: Dänemark
Wetterdaten:
Zeitbedarf real:
Kosten real:
Sonstiges:
Sonnenaufgang:
6.59h
Sonnenuntergang:
18.01h

22.3.2010

Givskud – Hald Hoovegaarg 82km

Zeit: 8.15h – 15-45h

Wetter: sonnig bis bewölkt 8°

Heute kam ich gegen 8.15h los und die ersten Kilometer waren schnell gemeistert. Sowohl das Wetter als auch der Wind waren mir sehr gut gesonnen. Erst zum Schluß der Etappe kam der Wind wieder etwas heftiger ins Spiel. Ein Großteil der Etappe verlief über den jütischen Höhenrücken, hier bekam ich schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende. Es handelte sich zwar durchgehend um kurze aber knackige Anstiege aber richtig heftige Abschnitte waren nicht dabei. Trotzdem musste ich an einigen Stellen schieben und merke, dass ich in den Fjorden ein paar Probleme bekommen werde. Heute waren meine Beine zwar noch sehr schwer aber es ändert nichts an den Tatsachen. Ich werde es spätestens in Norwegen merken.

Mitten in der Landschaft sah ich von weitem dann die Oster Nykirke. Weit und breit waren keine Höfe zu sehen und ich fragte mich einmal mehr, warum an einen solchen Ort eine so große Kirche steht. Diese Frage habe ich mir sowieso sehr oft gestellt und bin fasziniert wieviele größere Kirchen es in kurzen Abständen gibt.

Oster Nykirke

Da es in der Kirche einen Flyer gab, nutze ich die Gelegenheit die Kirche mal ein wenig näher vorzustellen. Sie liegt auf einer der höchsten Anhöhen des Landes auf 127m über dem Meer. Die Kirche wurde ungefähr um 1150 gebaut und die Sage berichtet, dass die Lage der Kirche von höheren Mächten bestimmt wurde. Der Sage nach wurden zwei Ochsen mit verbundenen Augen aus den Dorf gejagt und die Einwohner legten ein Gelübde ab, dass sie genau da, wo sie die Ochsen am nächsten Morgen liegend oder weidend vorfinden würden, eine neue Kirche bauen werden.

Wie die höheren Mächte es so wollten konnte man sich keinen besseren Ort für eine Kirche aussuchen. Das Altarbild und die Kanzel stammen aus dem Jahr 1632. Beide sind mit Szenen aus dem Neuen Testament verziert. Die Kanzel ist mit Frauengestalten versehen, die die christlichen Tugenden symbolisieren. Glaube, Liebe, Hoffnung, Mässigkeit, Weisheit und Kraft, auch hier sagt die Legende, dass sowohl die Kanzel als auch das Altarbild von einen blinden Holzschnitzer aus Vonge gestaltet worden seien.

Die Kirchenglocke verrichtet seit 1438 ihren Dienst, also seit 572 Jahren. In diesem Zusammenhang muss ich immer an Friedrich von Schiller denken und Das Lied von der Glocke. Vor der Kirche steht die ehemalige Kirchenscheune. Früher diente sie dazu, den Zehnten, die die Bauern an die Kirche abführen mussten aufzunehmen. Später wurden hier die Pferde untergestellt und heute dient sie als Geräteschuppen und das Klo, welches ja auf allen Friedhöfen vorhanden ist, ist auch in ihr untergebracht.

Die Heerstraße behielt sehr lange ihre Bedeutung als Jütlands meist benutzte Handelsstraße. Sie hatte, wie der Name aber auch schon sagt eine große militärische Bedeutung. Die Bevölkerung war oftmals gezwungen ihre Habseligkeiten vor den Soldaten in Sicherheit zu bringen. Dazu vergruben sie oft in der nähe der Kirchen ihre Schätze. Auch um die Oster Nykirke wurden mehrere Funde gemacht, der bedeutenste war eine schwere Goldkette mit den Namenszügen eines Priesterpaares. Soviel erstmal zu einer kleinen Begegnung am Wegesrand.

Es folgten im Verlaufe des Weges mehrere Kirchen und heute hatte ich wirklich Glück, denn bis auf zwei Stück waren alle offen. In Norre Snede fand ich direkt bei der Kirche einen Supermarkt und habe mir erstmal typische dänische Naschies geholt. Ich werde sie heute abend im Zelt mal probieren. Ich hatte auch einen großen Hunger auf Früchte und war ersteunt, dass Obst hier nach Stückzahl verkauft wird. Zumindest einzelne Früchte. So kostet sowohl eine kleiner als auch ein großer Apfel 2 Kronen. Weiter unten fand ich dann für 10 Kronen einen Beutel mit ca. 2Kg Bananen drin. Diese waren älter und ich kaufte sie sofort. Den ganzen Tag hatte ich dadurch frisches Obst, denn von innen waren die Bananen noch tadellos.

In Vrads traf ich auf den Ort, wo ich im November mit der Wanderroute auf den Heerweg treffen werde. Danach zog sich der jütische Höhenrücken immer noch weiter hin und ich testete vermehrt die Übersetzungen des Rades. Ich merke schon, dass aufgrund des Winters und meines Muskelfaserrisses mir einiges an Erfahrung fehlt.

Kurz hinter Skelhoje nahm der Radweg das erstemal einen anderen Verlauf als in meinem Buch angegeben war. Ich kam dadurch zwar nicht Hald So vorbei, fand dafür aber einen sehr schönen Zeltplatz vor.

Die Nacht auf dem Hofe von Heike Cordt

Ich hatte ja schonmal in einem Artikel beschrieben, dass es in Dänemark primitive Lagerplätze gibt. Einige dieser Plätze sind auf Höfen untergebracht und dies war auch bei diesem der Fall. Kurz nachdem ich angekommen war kam auch schon die Hausherrin hinaus und es stellte sich heraus, dass sie super deutsch sprechen konnte. Heike und ihr Mann Sven finden es schön, wenn ab und an Wanderer vorbei kommen und bei ihnen schlafen. Mir wurde sofort eine Dusche angeboten und auch die Küche und Stube standen mir sofort offen. Allgemein wird hier ein ungheures Vertrauen gezeigt und selbst als Heike weg war und ich ganz alleine auf dem Hof war, war keine Tür verschlossen.

Heike gehörte zur dänischen Minderheit in Deutschland und lebte ursprünglich auf Sylt. Im Alter von 15 entschied sie sich alleine nach Dänemark zu gehen um hier ihr Abitur zu machen. Damals war das ein Unterschied von 2 Jahren. Sie wohnte in der Schule und lernte schon damals ihren jetzigen Mann kennen. Am schwersten war es für sie, dass sie als deutsche oft nicht beachtet wurde. Dies waren nach dem Krieg immer noch vorherrschende Vorurteile. Heike lernte schnell dänisch und erst über die Familie ihres Mannes wurde sie herzlich aufgenommen. Zum Glück ist dies heute einfacher und die Schatten des Krieges verblassen immer mehr. Dies ist aber schon die zweite Geschichte die mit dem 2. Weltkrieg zu tun hat. Als ich durch die Froslev Plantage radelte, hatte ich ja auch schonmal Gedanken daran. Heike und ihr Mann leben mit einer Menge Tieren auf den Hof und freuen sich gerne über Besuch. Vor ein paar Jahren hatten sie einmal 51 Übernachtungen in einem Monat, dies war dann aber doch ein wenig zuviel. Dieses Jahr wollen sie den Heerweg mit Islandponys abreiten um besser Fragen beantworten zu können. Diese Form des reisens auf dem Heerweg wird immer populärer und wird viel von Skandinaviern genutzt. Ich danke für die Gastfreundlichkeit die mir entgegengebracht wurde und werde mich gerne mal revanchieren.

Auf dem Heerweg gibt es auch eine Waderroute die als Pilgerweg eingerichtet wurden ist. Mittlerweile verläuft dieser Pilgerweg von Viborg bis zur Grenze und in Abständen von ca. 12Km gibt es Pilgerherbergen die in den Sommermonaten geöffnet haben und in denen man für wenig Geld übernachten kann.

Getrübt wird dieser wunderschöne Tag nur dadurch, dass ich mich sehr kränklich fühle und leicht erhöhte Temperatur habe.

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