Ein wenig Theorie

Meist kommt man auf bekannten Wanderwegen, wie z.B. dem Kungsleden, an gut geeignete Furtstellen. Sie wurden schon oft benutzt und sind daher meist gut geeignet um sie auch zu benutzen. Anders sieht dies in Gegenden aus wo es keinen festgelegten Weg gibt.

Wenn man dort an einen FLuss kommt muss man sich selber eine geeignete Stelle suchen. Um einige Begriffe zu erklären dient die unten dargestellte Grafik.

Unbenannt

Stromstrich:

Wichtig beim Furten ist der Begriff des Stromstriches. In der Grafik oben die rote Linie. In diesem Abschnitt ist die Geschwindigkeit der Strömung am größten und somit liegen hier die größten Gefahren. Bei gerade Flussverläufen liegt der Stromstrich meist in der Mitte des Flusses. Nicht nur die Geschwindigkeit führt zu Problemen, meist ist im Bereich des Stromstriches auch der Fluss am tiefsten.

Prallhang:

Als Prallhang wird die Seite bezeichnet, wo das Wasser auf das Ufer „prallt“. Meist wird diese Seite durch ein steileres Ufer gekennzeichnet. Hier tragen die Flüsse langsam aber sicher das Ufer ab. Es gibt in Österreich einen Prallhang von über 40m Höhe.

Gleithang:

Der Gleithang liegt dem Prallhang gegenüber. Hier ist die Fließgeschwindigkeit meist niedrig und er ist gekennzeichnet durch ein seichtes Ufer an dem oftmals diverse Dinge liegen.

Oftmals ist der Weg zwischen Prallhang und Gleithang sehr klein, die Unterschiede im Flußverlauf allerdings gewaltig. Daher sind diese Stellen meist sehr ungeeignet für eine Überquerung.

Die Suche nach einer geeigneten Stelle

Mit der Zeit wird man Erfahrungen sammeln und schnell erkennen welche Stellen gut geeignet sind und welcher weniger gut. ein paar Tipps kann man aber schon geben.

Auch hierfür wieder eine kleine Grafik.

stellenAn Stellen wo der Fluss mehrere kleine Arme aufweist und in der Mitte eine Kiesbank liegt, ist es meist am einfachsten ihn dort zu überqueren. Es zeigt an, dass der Fluss es schwer hat einen genauen Verlauf zu bekommen und somit auf kleinere Arme ausweicht.

Auch an gerade Stellen ist ein durchwaten gut möglich. Im Beispiel oben würde ich trotzdem den Weg mit der Kiesbank vorziehen. Bei geraden Stellen merkt man relativ schnell wie tief und wie stark die Strömung ist.

Im unteren Beispiel handelt es sich im eine ungeeignet Stelle. wobei dies natürlich auch vom Wasserstand abhängig ist.

Der höchste Wasserstand bei Flüssen in den Bergen bzw im Fjäll ist in der Zeit der Schneeschmelze und nach starkem Regen zu erwarten. Sie sind dann nicht nur ziemlich kalt, sondern der Pegel kann schnell um das doppelte und mehr anwachsen (Abhängig von der Ausgangstiefe). Die Gefahr liegt dabei in Stufen verborgen die man nicht unbedingt sehen muss. Das eigentliche Ufer ist überschwemmt und plötzlich ist man am eigentlichen Ufer angelangt und es geht tiefer ins Flussbett.

Auch die Wassertiefe selber ist wichtig. Bis zu einer Tiefe von knapp 40cm ist mit einer geringen Strömung zu rechnen. Bis 80 cm können schon zwei Strömungszonen entstehen. Die tieferliegende der beiden kann einen mitunter die Füße wegreißen und es können treibende Steine mit ihr mitgerissen werden.

Vorbereitung der Überquerung

Die Trekkingstöcke sollten verlängert werden, stellt sie ruhig auf die maximale Länge ein. Der Brustgurt und Hüftgurt des Rucksackes sollte geöffnet werden, ab einer tiefe von mehr als 15cm würde ich die Stiefel ausziehen und am Rucksack anknoten und die Trekkingsandalen anziehen (oder welche Schuhe man zum durchwaten mitgenommen hat).

Ich würde niemals Barfuß durch einen Fluss waten!

Als letztes vergewissert euch noch einmal, dass alle empfindlichen Geräte (Kamera, Handy etc.) gut verpackt und vor allem Wasserdicht verpackt sind.

Klar sollte sein, dass ihr eure Hose hochkrempeln müsst und ggf. sie sogar ausziehen solltet.

Das Furten

Nachdem eine geeignete Stelle gefunden ist und die Vorbereitungen abgeschlossen sind kann es losgehen. Man besitzt immer 4 Fixpunkte (zwei Trekkingstöcke, zwei Füße). Von denen sind immer drei fest verankert und nur einer zur Zeit in Bewegung.

Furtet immer gegen die Strömungsrichtung mit leicht vorgeneigten Oberkörper. Geht langsam voran und leicht schräg, so steht ihr stabiler. eine letzte Grafik verdeutlicht dies.

FurtenDer eine Stock sollte immer hinter den Oberkörper befestigt werden um die Strömungsgeschwindigkeit auszugleichen, der andere wiederum tastet sich immer leicht vor und schaut nach geeigneten Stellen für die Füße. So arbeite man sich Schritt für Schritt vorwärts und erreicht hoffentlich trocken das andere Ufer (außer die Stellen die eh Nass werden mussten).

Hier noch ein Link zu dem Thema. Es handelt sich um eine Seite über Island und es sind wirklich schöne Galerien dort zu finden und auch etwas übers Furten.

Islandseite

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