Artikel getaggt mit Nachdenkliches

Ruhe

Tag 151 noch 2 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: leicht bewölkt 1°

heute habe ich nach mehr als einem halben Jahr mal meinen Rhythmus geändert, was das Aufstehen betrifft. So kurz vorm Start möchte ich nochmal alles genießen. Zu Hause werde ich noch 3mal schlafen können und dann beginnt die Wanderschaft.

Dieses Gefühl und der Gedanke zu wissen, dass man nie länger als einen Tag an einem Ort ist bringt Freude aber auch eine gewisse Belastung mit sich. Freude zu wissen, dass ich unterwegs bin und jeden Tag etwas neues erleben werde und die Belastung sich heimatlos zu fühlen.

Da ich aber weiß, dass ich jederzeit hier in Hamburg eine Heimat habe fällt es nicht so schwer.

Ich bin schon gespannt, welche Gedanken sich auf der Tour hervorbahnen werden und welcher Prozess in Gang gesetzt wird.

So kurz vor der Abfahrt ist noch so viel zu tun und ich merke richtig wie ich alles vor mich her schiebe. Auch ein Prozess der in diesem Stadium normal ist.

Heute wird ein letztes mal die Bude voll werden und meine Brüder und Freunde werden herkommen, danach wir die Ruhe einkehren und ich werde mich dann endgültig auf die Abfahrt vorbereiten.

Theoretische Vorbereitung:

xxx

Körperliche Vorbereitung:

Kraft und Dehnprogramm

Kostenzähler:

1823 Euro

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The last week

Tag 147 noch 6 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter:

Schon wieder Schnee, diesmal knappe 10-12 cm und diese Woche soll es durchgehend kalt bleiben. Ich bin langsam echt ein wenig gefrustet und hoffe einfach das beste.

Nochmal die Abfahrt zu verschieben hat keinen Sinn mehr, denn dann würde sich alles zu sehr nach hinten verschieben. Ich weiß allerdings auch nicht wie es später bei der Wanderung aussehen wird. Die Kälte hängt auch in Nordschweden und Norwegen fest und somit wird es später zur Schneeschmelze kommen und die Flüsse werden einen ziemlich hohen Pegel haben.

Ich hätte als einzige Alternative, die Strecke zwischen Göteborg und Trondheim abzukürzen. Die gesamte Strecke über Bergen ist für die Logistik nicht wichtig. Ich möchte sie aber gerne fahren, damit alles Rund wird und ich sagen kann, du hast es so geschafft wie geplant. Die Frage wäre auch, inwiefern ich mit dem Rad von Göteborg nach Trondheim fahren könnte.

Ich werde mir darüber aber wirklich erst den Kopf zerbrechen sobald ich unterwegs bin.

Heute in einer Woche geht es los. Die Abfahrt soll um 9h auf dem Rathausmarkt stattfinden und ich hoffe, dass zumindest dort der Schnee geräumt sein wird.

Gestern standen zwei Abschiede auf dem Programm. Zum einen der in der Schule und zum anderen der bei meinem Neffen.

In der Schule habe ich mich von allen Klassen verabschiedet und von den Kollegen. Ich habe einer Person versprochen zu ihren Abschluss wieder in Hamburg zu sein und dies werde ich einhalten. Alles in allem war es ein schöner Abschied aber das Gefühl war dennoch komisch. Ich habe meine Fächer ausgeräumt und irgendwie war es ein anderes Gefühl als wenn man nur für ein paar Wochen gehen würde.

Der zweite Abschied war der bei meinem Bruder, seiner Frau und meinem Neffen. Höchstwahrscheinlich kommen sie alle zu meinen Abschied auf den Rathaus. Ich Lieb es aber wo die wohnen und habe es genossen dort nochmal spazieren gehen zu können und das wir noch Spiele gespielt haben (auch wenn ich keines gewonnen habe).

Auf dem Rückweg hat dann allerdings der Schnee eingesetzt und das war der einzige Wermutstropfen.

Ich bin zu gefrustet heute einen längeren Artikel zu schreiben und nutze zumindest das schöne Wetter um ein wenig spazieren zu gehen, denn eigentlich liebe ich so ein Wetter.

Theoretische Vorbereitung:

folgt

Körperliche Vorbereitung:

Kraft und Dehnprogramm

Kostenzähler:

1578 Euro

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Der letzte Schultag

Tag 146 noch 7 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: heiter 1°

Das Wetter in den letzten Tagen ist sehr traumhaft und schön. Wenn man nur danach geht wäre ich jetzt schon gerne unterwegs. Der Start ist nun aber erst am 13.3. und das istauch gut so.

Es ist noch knapp eine Woche bis zum Start und ich werde diese letzte Woche sehr genießen.

Heute fahre ich zu meinen Bruder in die Nähe von Neumünster um mich auch dort von meinem Neffen und meiner Nichte zu verabschieden. Wieder ein Schritt mehr zur Tour hin.

Der letzte Schultag

Heute ist es nun soweit und ich habe meinen letzten Schultag. Ich bin was das betrifft sehr gespalten. Die Tour ist rein etwas für mich. Ich wäre aber lieber zum Abschluss des Schuljahres losgefahren. Mich haben noch viele Klassen gefragt ob ich nicht mit auf Klassenreise fahre und zu Ausflügen mitkomme.

Dies waren und sind immer Aufgaben gewesen, die mir sehr viel Spaß gemacht haben und ich hätte sie gerne alle erfüllt.

Trotz allem habe ich ein leichtes Gefühl die Schule im Stich zu lassen, obwohl mir alle zu meiner Tour gratulieren.

Der Abschied in den einzelnen Klassen wird mir sehr schwer fallen und besonders in einer Klasse auch ein wenig weh tun.

Allerdings werde ich auch viele der Schüler wieder sehen und daher bin ich auch gespannt wie sich diese Entwickeln werden.

Theoretische Vorbereitung:

xxx

Körperliche Vorbereitung:

xxx

Kostenzähler:

1578 Euro

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Hoffnung

Tag 139 noch 14 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: bewölkt 5°

Gestern konnte ich das erstemal mein neues Rad längere Zeit fahren. Es fährt sich sehr gut und ich komme  mit allem klar. In den nächsten zwei Wochen muss ich nun noch einige Tests machen und es auchmal mit vollem Gepäck fahren.

Vom Untergrund her ließ es sich sehr gut fahren. Sogar auf den Gehwegen ist schon ein Großteil des Eises und des Schnees weggeschmolzen.

Die Lymphdrainage war auch wieder sehr schön und in Verbindung mit meinen Trainingsprogramm geht die Schwellung endlich zurück.

Hoffnung

Es gibt Tage da hofft man auf gutes Wetter, es gibt andere Tage da hofft man auf mehr Sonne und wieder andere da hofft man auf mehr Schatten.

Man könnte diese Liste beliebig fortsetzen und man würde immer neue Dinge finden auf die man hoffen könnte.

Ich hoffe, dass ich die Tour gut überstehe und hoffe auf die Zukunft. 1,5 Jahre sind eine sehr lange Zeit und es gilt diese zu nutzen. Das Ziel welches ich vor Augen habe ist zweierlei. Zum einen geht es darum die Tour zu schaffen und diese dann positiv zu nutzen.

Das zweite Ziel ist eines, welches meine Zukunft noch viel mehr beeinflussen kann als diese Tour. Ich stecke die Hoffnung und mein Vertrauen in diese Zukunft, damit sie für immer und ewig eintreten wird.

Man benötigt solche Motivationshilfen und sie geben ungemein Kraft.

Auch auf der Tour werde ich oftmals in kleine und größere Löcher fallen. Gerade die Frage wie man damit umgeht wird interessant werden und ich hoffe sehr, dass diese Löcher nicht zu oft kommen und wenn sie kommen, dass dann die Hoffnung auf Besserung viel stärker ist.

Theoretische Vorbereitung:

xxx

Körperliche Vorbereitung:

Kraft und Dehnprogramm

Kostenzähler:

1578 Euro

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Nanga Parbat

Tag 99 noch 41 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: leichter Schneefall -2°

Wie gestern beschrieben habe ich mir den Film Nanga Parbat angesehen. Meine persönliche Meinung dazu werde ich etwas weiter unten äußern. Ansonsten habe ich gestern eher weniger für die Tour getan und war den Tag über viel unterwegs.

Mein Bein wird besser und es fällt mir immer einfacher zu gehen. Gestern habe ich es wohl ein wenig übertrieben, denn zum Ende des Tages hin wurde es immer dicker und ist angeschwollen. In diesem Umfang ist es bei einem Muskelfaserriss eher selten und ich habe es hoch gelagert über Nacht. Da es heute morgen besser ist denke ich, dass es wegen der Belastung kam. Ich werde es aber im Auge behalten.

Nanga Parbat

Ich hatte mich richtig auf den Film gefreut. Zum einen da mich die Thematik sehr interessiert und zum anderen wegen der spektakulären Aufnahmen.

Gleich vorweg, ich wurde nicht enttäuscht und fand den Film sehr gut. Für Personen die diese Thematik oder Bergaufnahmen mögen kann ich ihn nur empfehlen. Als Spielfilm ist er nett aber auch nicht mehr. Wer sich nicht oder wenig in die Lage der Menschen versetzen kann, ist in einem guten Actionfilm besser aufgehoben.

Wer das Buch „Der nackte Berg“ gelesen hat, wird nicht sonderlich viel neues erfahren, sondern sieht seine Vorstellungen teilweise in Bilder umgesetzt. Wer das Buch nicht kennt, sich für die Thematik etwas interessiert, kann durch den Film zum lesen des Buches angeregt werden.

Der Film

Der Film zeigt die zentralen Ereignisse der Nanga Parbat Expedition von 1970. Um aber das Verhältnis der beiden Brüder Reinhold und Günther Messner zu zeigen zeigt der Regisseur und Produzent Joseph Vilsmaier oftmals Szenen aus der frühen Kindheit der beiden Brüder.

Gerade die erste Szene zeigt den hohen Ehrgeiz den Reinhold Messner schon früher hatte und dass er um diesen zu stillen auch mal sehr eigensinnige Entscheidungen trifft. Auch die Beziehung der beiden Brüder wird sehr kritisch dargestellt und in den 50er Jahren hatte der „große“ Bruder meist ein höheres Ansehen. Dazu kam noch die besseren Fähigkeiten die Reinhold Messner besaß.

Immer wieder wird zwischen der eigentlich Expedition und der Vergangenheit hin und hergeblendet. Dies betrifft auch die Beziehung zwischen dem Expeditionsleiter Karl Herrligkoffer und Reinhold Messner.

Ich hatte ja vor ein paar Tagen etwas über Autoritäten geschrieben, welche Arten es gibt und welche Probleme es haben kann, wenn diese nicht klar und ausgewogen sind. Im Film kann man dies sehr gut erkennen.

Kritik

Kritik an dem Film gibt es reichlich. So wurde als Berater nur Reinhold Messner genutzt und andere noch lebende Teilnehmer nicht befragt. Der Sohn von Karl Herrligkoffer beklagt die Darstellung seines Vaters in dem Film und auch wie die beiden mittlerweile verstorbenen Teilnehmer Felix Kuehn und Peter Scholz dargestellt werden ist sehr umstritten.

Jeder sollte diese Darstellungen und den Film kritisch sehen wenn man sich für die Thematik interessiert und als Unterhaltungsfilm wenn man sich eher nicht für die realen Ereignisse interessiert. Dieser Film war nie als Dokumentation geplant.

Meine Meinung zum Tode Günther Messners

Die dramatischen Ereignisse, die zum Tode von Günther Messner geführt haben werde nie aufgeklärt werden können. Daher ist es eigentlich unsinnig eine Schuldfrage zu stellen. In meinen Augen trägt Günther Messner in erster Linie selber die Schuld an seinem Tod. Er ist in einer viel zu hohen Geschwindigkeit seinem Bruder nachgestiegen und dadurch Höhenkrank geworden. Diese Entscheidung hat er selber getroffen. Was ihn dazu bewegte wusste nur er.

Außerdem glaube ich, dass sich Reinhold Messner, unabhängig vom aüßeren Druck, selber genug Vorwürfe zum Tode seines Bruders macht. Diese Vorwürfe sich selbst gegenüber wird er niemals loswerden.

Wer versucht 8000er, gerade zur damaligen Zeit, zu besteigen muss damit rechnen, dass er ein solches Unternehmen mit dem Leben bezahlt.

Theoretische Vorbereitung:

Flyer und Aushänge erstellt und überarbeitet, Anschreiben für einige Firmen erstellt.

Körperliche Vorbereitung:

xxx

Kostenzähler:

88 Euro

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Improvisation

Tag 96 noch 44 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: bedeckt -1°

Als ich am Anfang der Woche geschrieben hatte, dass ich meine Trainingsumfänge herunterfahren will, habe ich nicht daran gedacht sie auf Null zu stellen. Leider ist dies jetzt aber der Fall.

Gestern im Sportunterricht mit den Schülern, wir spielten Volleyball, habe ich mir mehrere kleinere Muskelfaserrisse im linken Unterschenkel zugezogen. Ich mache im Sport eigentlich immer alles mit, was ich von den Schülern verlange und auch beim Volleyball spielen tue ich dies gerne. Ich war aufgewärmt und alles war gut und plötzlich, eine schnelle Bewegung und dann hat es mich zerrissen.

Auf jeden Fall darf ich nun erstmal 2 Wochen kein Sport machen und muss den Unterschenkel warm halten und mit Finalgon behandeln. Auf den Start der Tour wird dies keinen Einfluss haben und trotz des ersten Schocks war ich die gesamte Zeit über ruhig und hatte nie das Gefühl, die Tour müsste ich jetzt verschieben.

Planungstechnisch habe ich gestern die Tabellen aller Etappen bis Dänemark erstellt. Ich hoffe bis zum ende der Woche alles bis Hamburg zu erstellen um dann eine Kontrolle zu starten. Ich habe doch schon einige Fehler entdeckt.

Improvisation

Eigentlich wollte ich heute etwas übers Clustering schreiben. Aufgrund meiner Verletzung von gestern möchte ich aber diesen Artikel einschieben.

Improvisation bedeutet mit den gegebenen Umständen das Beste zu erreichen. Wer in der Lage ist schnell und effektiv auf Veränderungen zu reagieren hat in vielen Fällen Vorteile. Es ist nicht immer einfach in bestimmten Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen aber sie müssen getroffen werden.

Alleine ist dies einfach, denn man ist nur sich selber gegenüber verpflichtet. In einer Gruppe sieht dies schon anders aus und es stellt sich die Frage wer übernimmt diese Entscheidungen. Meist sind die Verhältnisse klar. so verlassen sich die Schüler auf den Lehrer, die Reisegesellschaft auf den Reiseleiter oder die Soldaten auf ihren Vorgesetzten.

Egal ob die Struktur klar ist oder nicht, umso größer eine Gruppe ist, umso eher gibt es Personen die mit den Entscheidungen nicht einverstanden sind. Es ist immer einfacher gegen eine Entscheidung zu sein als diese zu treffen. In Situationen wo man aufeinander angewiesen ist, kann dies sehr gefährlich werden. Das beste Beispiel in diesem Zusammenhang ist die  Seilgemeinschaft beim Bergsteigen.

Improvisation hat immer etwas mit Entscheidungen zu tun und man muss sich klar sein es niemals alles recht machen zu können. Man muss zu seinen Entscheidungen stehen und bereit sein diese zu überdenken wenn sie Probleme aufweisen oder die gesamte Gruppe dagegen sein sollte.

Ernest Shackleton schrieb auf seiner Südpolexpedition, als er versuchte die Antarktis zu durchquren und schon bei der Anfahrt mit seiner Mannschaft im Eis eingeschlossen wurde, mehr Angst als vor der Kälte und dem Wetter hat er davor, dass die Moral in der Gruppe verloren geht. Er hat viele Entscheidungen gefällt und es geschafft Querulanten zu beruhigen.

Wie kann man nun lernen zu improvisieren? Oftmals trifft man richtige Entscheidungen aus dem Bauch heraus aber man kann Situationen forcieren. So gibt es heutzutage viele Seminare für Manager die genau auf Improvisation und Teamarbeit ausgerichtet sind. Bei ihnen kann man sehr viele nützliche Informationen erhalten, wie die Respektverhältnisse wirklich sind.

Man kann also Situationen vorgeben und die Teilnehmer müssen daraus das beste machen. Mac Gyver hat es uns in den 80´ern sehr gut vorgemacht und die Masse an Survivalbüchern hat auch interessante Anregungen. Survival ist für mich nichts anderes, als aus einer bestehenden Situation das beste zu machen. Ob diese nun wirklich immer so Lebensgefährlich ist, wie uns die Bücher weiß machen wollen stelle ich allerdings in Frage.

Sollte eine größere Gruppe interessiert sein auf eine längere Tour zu gehen. Können ein solches Seminar gute Erkenntnisse bringen. Für denjenigen, der die Entscheidung am Ende treffen wird, kann es sehr interessant sein, wie die anderen ihn sehen, vor allem welche Art der Autorität sie in ihm sehen.

Man kann drei Arten der Autorität unterteilen:

Amtsautorität (Lehrer, Polizist, Vorgesetzter etc.)

persönliche Autorität (die, die wir alle in uns haben oder auch nicht)

fachliche Autorität (wenn die anderen wissen, dies ist das Gebiet einer bestimmten Person)

Vor allem der ersten Punkt ist sehr wichtig. Lehrer hatten früher eine viel höhere Amtsautorität als heute. Vorgesetzte die nur deswegen respektiert werden, da sie Vorgesetzte sind , sind für kein Unternehmen förderlich. Wer seine Führung nur auf die Amtsautorität aufbaut wird in schwierigen Situationen scheitern.

Dies alles sind nur einige kleine Anregungen die mir im Kopf herum schwirrten. Für mich persönlich hatte der kleine Unfall zwei direkte Auswirkungen. Zum einen, dass ich jetzt mehr theoretische Vorbereitung leisten werde und zum anderen, dass ich meinen Orthopäden gefragt habe, ob ich ihm einen Bericht zuschicken kann, der die Belastung des Bewegungsapparates thematisiert und er ihn korrigiert und Tipps für Langstreckenwanderer geben kann. Dies werde ich in den nächsten Tagen machen.

Theoretische Vorbereitung:

Einige Tabellen ergänzt und verbessert.

Körperliche Vorbereitung:

xxx

Kostenzähler:

88 Euro

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Die konkrete Utopie

Tag 92 noch 48 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: leichter Schneefall 1°

Der Sturm wütet weiterhin und ich war froh, gestern beim Radfahren noch wenig Wind gehabt zu haben. Beim Joggen war dies ein bisschen anders und ich froh wieder in die warme Wohnung zu kommen. Solange diese erreichbar ist nutze ich sie auch noch die nächsten paar Wochen.

Manchmal gibt es Zeichen die einen in  seinen Absichten bestärken. Wer „Der Alchimist“ von Paulo  Coelho gelesen hat weiß wovon ich rede. Gestern ergab sich so etwas bei mir.

Als ich in der Wohnung hin und her ging wurde mir bewusst, dass es ziemlich lange sein wird, bis ich wieder in Hamburg bin. Die Wohnung in dieser Zeit zu behalten wäre teuer und irgendwie ist der Gedanke alles aufzugeben auch schön. Zweifel sind dennoch vorhanden und ich kam ins grübeln ob es wirklich nötig tut die Wohnung zu kündigen.

Ungefähr zur selben Zeit habe ich mir überlegt was ich in den letzten knapp 50 Tagen noch machen möchte. Unter anderem wäre dies ein schöner DVD Abend. Ich gucke eigentlich selten Fernsehen und wenn meist Nachrichten oder eine Reportage.

Als ich so durch die Wohnung ging und grübelte alles aufzugeben, ging just in diesem Moment der Ferneseher kaputt und mit einen lauten Knall hat sich ein Widerstand verabschiedet. Genauso wie sich der Widerstand im Fernseher verabschiedet hat, so verabschiedete er sich auch in meiner Brust. Ein kleines Zeichen mit großer Wirkung. Naja den DVD Abend muss ich nun irgendwo anders veranstalten.

Heute steht meine Wochenendwanderung auf dem Plan. Ich werde auch gleich losgehen  nur leider ist die Bahnstrecke zu meinem Startpunkt nicht intakt zur Zeit. Mit dem Auto möchte ich nicht dorthin fahren und somit werde ich eine Wanderung absolvieren, die vor meiner Haustür beginnt. Mal sehen wo mich meine Füße hintragen werden.

Die konkrete Utopie

Ich habe ja schon gestern vom Begriff der konkreten Utopie berichtet. Nachdem ich jahrelang immer mal wieder an die Idee dachte vom Nordkap nach Sizilien zu wandern kam ich an einen Punkt wo mir bewusst wurde, dass ich mittlerweile die Vorraussetzungen für eine solche Tour hätte.

Im Laufe der Jahre hatte ich mir das nötige Fachwissen angeeignet und auch körperlich war ich besser trainiert. Das einzige was mir in der Quere stand, waren meine eigenen Gedanken und Ängste. Ich wollte den Gedanken die Strecke zu wandern allerdings nicht aufgeben und ließ mich auf einen Kompromiss ein. Ich sagte mir, ich werde immer mal wieder einen Teil der Strecke laufen und so irgendwann den gesamten Weg gelaufen sein.

Dies klappte auch, aber wer mal einen Fernwanderweg am Stück gelaufen ist weiß welch anderes Gefühl es ist, als wenn man ihn mit Unterbrechungen läuft. So war es auch bei mir und ich fühlte jedesmal einen bitteren Beigeschmack wenn ich Abschnitte des E1 gelaufen bin. Unter dem Menupunkt Die Tour-Die Idee habe ich ja schon beschrieben wie ich auf den Gedanken kam und auch die Begegnung mit dem alten Ehepaar habe ich dort beschrieben.

Diese Begegnung war der letzte Stein, der meinen utopischen Gedanken in eine konkrete Utopie abwandelte.

Wann dieser Schritt geschieht ist immer unterschiedlich und manchmal geschieht er leider auch garnicht. Sobald es aber geschehen ist, beginnt die konkrete Planungsphase.

Als erstes überprüfte ich meine utopischen Gedanken und merkte gleich, dass bestimmt nicht alle umsetzbar sind bzw sich einige auch widersprechen. Es gilt aber ein Maximum zu erreichen und die Mehrzahl an Ideen umzusetzen.

Warum habe ich nun soviel nur über diesen einen Punkt berichtet? es handelt sich nur um einen kleinen Schritt in uns aber dieser Schritt ist entscheidend um die Energie und Kraft zu haben ein solches Unternehmen zu planen. Außerdem wird man diesen Tag und diese Situation nie vergessen.

Theoretische Vorbereitung:

Tabellen der Etappen 201-205 erstellt und hochgeladen.

Körperliche Vorbereitung:

Wanderung

Kostenzähler:

88 Euro

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Der utopische Gedanke

Tag 91 noch 49 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: bewölkt 1°

Ein Blick aus dem Fenster hat mir gerade verraten, dass es nicht soviel geschneit hat. Auch der Wetterbericht bescheinigt dies. Daisy, so der Name des Tiefdruckgebietes, welches für die Wetterlage verantwortlich ist, wird Hamburg nicht voll erreichen.

Dies liegt vor allem an einem Hochdruckgebiet über Skandinavien. Die Grenzen der beiden Gebiete treffen ungefähr in Schlesiwig-Holstein aufeinander und dort wo sich Tief- und Hochdruckgebiet treffen gibt es meist sehr viel Wind und Sturm.

Für meine beiden Trainingseinheiten bedeutet dies, dass ich mich freue nicht im Tiefen Schnee zu fahren und zu laufen, der Wind wird es allerdings doch beschwerlich machen.

Wetter und Wolkenkunde wären auch noch Themen, die in Artikeln bearbeitet werden könnten. Da ich leider vor der Abfahrt nicht alle Themen hier besprechen kann, werde ich dies soweit möglich unterwegs machen. Die nächsten Tage möchte ich aufzeigen, wie sich diese Tour entwickelt hat, wie ich vom ersten Gedanken zur konkreten Planung kam. Ich habe schon einige nette Mails erhalten, in denen mir diese Fragen gestellt wurde.

Um dies ein wenig allgemeiner zu erklären werde ich alle Punkte aufzeigen, die in den einzelnen Planungsphasen interessant sein könnten. Bei vielen der Punkte wusste ich im voraus, dass sie auf meiner Tour eher unwichtig sind.

Der utopische Gedanke

Der erste Gedanke an ein Unternehmen ist oft ein Traumgedanke. Bei mir war dies nicht anders. Als ich mit knapp 16 Jahren erstmals von einem Weg durch Europa hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich träumte vor mich hin wie es sein würde diesen Weg zu wandern.

Eine Utopie zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Umsetzung zum Zeitpunkt des „erdenkens“ nicht durchführbar ist. Die Gründe hierfür sind vielfältiger Natur. Wichtig für meine weiteren Planungen sind in diesem Stadium allerdings gerade die utopischen Gedanken.

In meinem Fall sahen diese Gedanken ungefähr so aus:

Vom Nordkap nach Sizilien wandern, ohne große Unterbrechung, immer im Zelt schlafen, Essen unterwegs suchen bzw. fangen, keine Straßen und vorhandenen Wege benutzen, alles dokumentieren, sofort losgehen, alles aufgeben, keine Fähren benutzen.

Vielleicht waren es noch mehr Gedanken, ich weiß dies wirklich nicht mehr genau. In diesem Stadium kommen Gedanken und Ideen schnell und in einer Art Brainstorming werden diese dann festgehalten. Beim Niederschreiben sollten keine Einschränkungen gemacht werden, egal wie abwegig diese Gedanken auch sind.

Wenn man sich in diesem Stadium nur an mögliche Gedanken hält, wird das unmögliche nie möglich werden.

Eine Utopie ist wie gesagt zum Zeitpunkt ihrer Erdenkung (gibt es dieses Wort?) nicht realisierbar. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es kann an einem individuell liegen, die Gesellschaft lässt diese Gedanken nicht zu oder die Ressourcen sind nicht vorhanden um nur einige zu nennen. Die Utopie kann im Laufe der Zeit auch zu einer konkreten Utopie werden, wenn sich die störenden Punkte wandeln.

Der Begriff der konkreten Utopie ist auf den Philosophen Ernst Bloch zurückzuführen. Sein Buch „Geist der Utopie“ ist nicht einfach zu lesen und bezieht sich mehr auf gesellschaftlich relevante Utopien. Der Gedanke, an seine Tagträume zu glauben und die Hoffnung die daraus resultieren kann sind aber in vielen Bereichen gültig.

In meinem Fall gab es mehrere kleine begrenzende Faktoren zur damaligen Zeit. Der eine war mein Alter mit knapp 16 und meine Unwissenheit. Es war damals ein Tagtraum und ich glaubte nicht an eine Umsetzung. Der Gedanke blieb aber und kam im Laufe der Jahre immer wieder hoch. Weiterhin hatte ich keine Ausrüstung und ging noch zur Schule. Da ich auch nicht Tom Sawyer spielen wollte, war es zur damaligen Zeit mein utopischer Gedanke.

Wie es die Natur so will wurde ich älter, interessierter und planender. Sport und Wandern waren mir immer sehr wichtig und so erkannte ich bald, dass meine Träumereien von damals in den Bereich der Realisierbarkeit kamen. An einem Punkt, an dem ich körperlich dazu bereit war und vom Wissen und der Ausrüstung her es hätte machen können, kamen mir die Gesellschaftlichen Zwänge in den Weg. Eher noch die Gedanken die ich mir selber machte und in mich aufnahm.

Dieser Punkt wandelte sich schnell und die konkrete Utopie war vorhanden.

Theoretische Vorbereitung:

Tabellene der Etappen 182-200 erstellt und eingefügt, Etappen 229-232 vermessen und hochgeladen.

Körperliche Vorbereitung:

Rad: 2,5h ext., Laufen 1h Fahrtenspiel

Kostenzähler:

88 Euro

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mentale Vorbereitung Teil 2

Tag 86 noch 54 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: bewölkt -4°

Gestern war bei mir irgendwie der Wurm drin. Ich hatte ja schon geschrieben, dass es mir nicht so gut geht und dachte es würde beim wandern besser werden. Ich habe mich dann aber dafür entschieden mich einen Tag komplett auszuruhen. Dies habe ich getan und fühle mich heute auch schon besser. Ich werde gleich zum Schwimmen gehen aber nur eine kurze 1500m Einheit absolvieren.

Heute Nachmittag gehe ich dann für die letzte FSME Impfung zum Arzt und bespreche mit ihm noch einmal meine Reiseapotheke genauer.

Heute morgen in den Nachrichten habe ich gehört, dass in Dubai das höchste Gebäude der Welt eingeweiht wird. Es soll eine Höhe von über 800m haben und ist damit fast doppelt so hoch wie die ehemaligen Twin Towers. Auf der einen Seite ist es faszinierend was der Mensch alles schaffen kann. Auf der anderen Seite erschreckt es mich allerdings auch. Ich denke nicht alles was technisch möglich ist sollte man auch in die Tat umsetzen und diese Gebäude wird im Sommer, wenn Temperaturen von knapp 50° erreicht werden, stündlich soviel Energie benötigen wie nötig wären um 10000 Tonnen Eis auf 0° zu kühlen.

Die mentale Vorbereitung Teil 2

Gestern habe ich ja bereits die ersten  beiden Punkte beschrieben. Heute folgt nun der Rest.

3. Gruppendynamik und Lagerkoller

Wenn man in sich ein gewisses Maß an Frust verspürt, aus welchen Gründen auch immer, ist es nicht verwunderlich wenn man diesem Gefühl einen Ausdruck verleihen möchte. Leide ist es oft so, dass wenn man sich in einer Gruppe befindet sich dieser Frust gegen andere Gruppenmitglieder richtet. Besonders heikel in einer solchen Situation sind Gruppen von ungerade Anzahl her. Frustgefühle werden dann oftmals dadurch verstärkt, dass man sich ausgeschlossen fühlt bzw als 5. Rad am Wagen. Wenn es um Abstimmungen geht und genau eine Stimme über das Vorgehen entscheidet, da die anderen zu diesem Zeitpunkt unentschieden liegen, kann sich der Frust leicht gegen diese Person richten.

Bei kürzeren Touren stellt dies wahrlich nicht so ein großes Problem da, denn man kann den Ärger auch für kurze zeit runterschlucken. Auf längeren Touren sieht dies anders aus. Selbst wenn man sich gut kennt und weiß wie der andere fühlt kann es leicht zu Streiterein kommen.

Mit meinem besten Freund hatte ich diese Situation in Alaska. Wir waren auf einen mehrwöchigen Trip und es hat mehrere Tage durchgeregnet. In einem kleinen Salewa Sierra Leone Zelt gingen wir uns irgendwann gehörig auf die nerven und haben uns kurz angeschrien. Zum Glück kenne wir uns beide sehr gut und haben uns genau so schnell wieder vertragen. Seid also gut beraten eure Partner für längere Touren gut auszuwählen. Auch oder gerade wenn ihr vom Leistungsvermögen her sehr unterschiedlich sein solltet.

Eine zweite interessante Komponente in diesem Zusammenhang ist der Lagerkoller. Bei dem oben von mir beschriebenen Beispiel mit meinem Kumpel war wohl dieser Punkt derjenige der zu den Streiterein geführt hat.

Auf engstem Raume über einen längeren Zeitraum zusammen zu leben erfordert ein gewisses Maß an Masochismus. Dies Phänomen kann man allerdings auch schlecht trainieren. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten mitunter getrennte Zimmer in einer Pension genommen werden oder man überlegt sich ein vorgehen, dass jeder für sich eine gewisse Zeit zur Verfügung hat. Diese beiden Beispiele geben nur Anregungen wie man gemeinsam die Situation meistert.

Die Gefühle werden aber dennoch auftreten. Eine vertraute Sache aus dem „normalen“ Umfeld kann diese lindern und man kann sich immer sagen bald ist es geschafft.

4. Selbstvertrauen und Vorbereitung

Oftmals kommen Gedanken auf die einen Zweifeln lassen. Diese Gedanken kommen meist automatisch und man fragt sich warum ist das so? Eine Antwort darauf habe ich leider nicht aber auch bei mir kommen diese Zweifel in regelmäßigen Abständen.

Man kann diese Gedanken vermindern indem man sich gut vorbereitet und viel trainiert. Erfahrungen sind sehr wichtig und man weiß wo jeder seine Schwächen hat. Geht Schritt für Schritt vor und holt euch Vertrauen über kleinere Touren. So lernt ihr zu was ihr bereit und fähig seit und lernt vor allem euch und eurem Körper zu vertrauen.

Leider liegt darin auch wieder ein neuer Punkt der Schwierigkeiten bereiten kann. Das richtige Maß an Vorbereitung. Leicht kommt man an einen Punkt an dem man sich fragt….habe ich mich genug vorbereitet?, habe ich alles geplant?……usw.

dies sind Fragen die sich mir oft stellen. Dies liegt auch daran, dass ich diese Tour sehr intensiv und genau plane. Umso genauer eine Planung ist, umso eher führt ein Fehler bzw. eine Komplikation zu Schwierigkeiten. Ich für meinen Teil weiß aber von meiner Fähigkeit der Improvisation. Alles kann man nicht planen und diese Lücken müssen gemeistert werden. Darum gilt bei jeder Planung dieser nicht blind und stupide zu folgen.

5. Unterwegs

Unterwegs kommen, dann meist aus einer Mischung der ersten 4 Punkte, Frustgefühle auf. auch diese kann man nicht gänzlich verhindern. Meist ist dieser Frust die Summer der kleineren Übel. Daher kann man nur versuchen die kleineren Übel klein zu halten.

Probiert im Vorwege mal einen Trip, auf dem ihr euch mit Absicht Frustsituationen aussetzt. Ich habe mal mit selbigen Freund, mit dem ich auch in Alaska war, eine Wintertour im Harz unternommen. Dies war zwar keine gewollte Frust Auseinandersetzung aber führte aufgrund von schlechter Vorbereitung und schlechter Ausrüstung zu dieser. Es war zu diesem Zeitpunkt sehr kalt und unsere Ausrüstung für diese Verhältnisse nicht geeignet. Wir kämpften uns durch drei frierende Nächte und haben dann die Tour abgebrochen.

Erfahrung hat mir dies allerdings sehr viel gebracht.

Bei allen nun beschriebenen Punkten habe ich vor allem Ursachen aufgeführt wie es zu solchen mentalen Belastungen kommen kann. Hilfsmittel zu nennen, wie man diese Belastung minimiert bzw mit ihr umgeht habe ich nur wenig geliefert. Dies liegt vor allem daran, dass es wirklich von Mensch zu Mensch verschieden ist. Ich wollte vielmehr Punkte nennen, die ich bisher beobachtet habe und bei denen ich mir oft Gedanken mache wie man diese minimieren kann.

Theoretische Vorbereitung:

xxx

Körperliche Vorbereitung:

Schwimmen 1500m DS

Kostenzähler:

88 Euro

Tags:

mentale Vorbereitung Teil 1

Tag 85 noch 55 Tage bis zum Start von „The Long Walk“

Wetter: leichter Schneefall -2°

Meine vorerst letzten Ferien neigen sich dem Ende zu. Die Weihnachtsferien waren wunderbar und dies war eigentlich immer so. Auch wenn es nur 2 Wochen sind, schaffen sie es immer am besten mich völlig zu beruhigen. In anderen Ferien oder Urlauben schaffe ich es nie so vollständig abzuschalten. Über den Jahrewechsel hinaus geht dies und es fällt mir immer verdammt schwer dann wieder durchzustarten.

Heute fühle mich nicht so gut, habe Kopfschmerzen und ich bin völlig schlapp. Ich habe nicht das Gefühl, dass da eine Krankheit im Anmarsch ist aber irgendwo steckt der Wurm drin. Vielleicht fühle ich mich ja nach der Wanderung heute besser.

Nun ein paar Worte zur mentalen Vorbereitung.

Die mental/psychische Vorbereitung

Wie ich schon vor ein paar Tagen geschrieben habe, ist die mental/psychische Ebene auf einer Tour immer die große Unbekannte. Dies hängt mit so vielen Faktoren zusammen die man nicht beeinflussen kann. Auf Touren allgemein ist es das Wetter, auf Solotouren kommt noch die Einsamkeit hinzu und auf Gruppentouren die Belastung durch die Gruppe (Gruppendynamik, Lagerkoller). Weitere Punkte sind ein zu geringes Selbstvertrauen (schaffe ich das?) und halt Gedanken die unterwegs erst aufkommen.

Auch ich bin in frühen Jahren sehr naiv an meine erste Touren gegangen. Im Laufe der Jahre  habe ich mir allerdings gewisse Strategien angewöhnt damit umzugehen. Leider ist es für uns kaum möglich sich mental und psychisch so gut und schnell einzustellen wie es körperlich geht. Die mentale Ebene ist eine sehr erfahrungsabhängige Ebene. Ich werde dies an 5 Punkten erläutern.

1. Das Wetter als Belastung

2. Einsamkeit

3. Gruppendynamik und Lagerkoller

4. Selbstvertrauen und Vorbereitung

5. Unterwegs

1. Das Wetter als Belastung

Ich weiß nicht wie es euch geht, ich stelle immer wieder fest, dass Menschen über das Wetter reden, sich sorgen darüber machen, es aber nicht aktiv erleben. Gerade in einer Stadt wie Hamburg, wo man dem Wetter immer ausweichen kann ist es stärker ausgeprägt als auf dem Land.

Wir haben uns durch technische Geräte eine Ebene geschaffen, in der wir ein gleichmäßiges Klima erzeugen können. Das Wetter spielt unterbewusst und auch im biologischen Sinne eine sehr wichtige Rolle. So redet man von Winterdepressionen und einige Vitamine benötigen zur Verarbeitung innerhalb des Körpers Sonnenlicht. Im Frühjahr kommen die „Frühlingsgefühle“ auf und im Sommer sind alle gut gelaunt. Der Schnee sollte sich doch bitte in den Großstädten auf die Zeit zwischen Advent und Neujahr beschränken um uns eine weiße Weihnacht zu bescheren.

Der Trekker an sich kann dem Wetter nicht ausweichen. Er hat die Entscheidung morgens zu sagen ich bleibe noch einen Tag länger hier an diesem Ort oder auch zwei, er kann früher als geplant eine Tagesetappe beenden um dem Sturm und Regen auszuweichen. Alle diese Möglichkeiten sind aber begrenzt. Gerade auf längeren Touren unterliegt man meist einem Zeitrahmen. Dieser ist vom Proviant, der mitgeführt wird und von der Urlaubszeit abhängig.

Wie kann man die Demotivation durch das Wetter minimieren? Meist ist man geblendet durch schöne Fotos oder Reportagen die man über das Gebiet, welches man bereist gesehen hat und ist dementsprechend enttäuscht wenn es die ganze Zeit schlechtes Wetter ist. Ich erkunde mich schon bei der Planung nach vorherrschenden Wetterlagen im jeweiligen Gebiet. Daraufhin plane ich meine Etappen und „Motivationshilfen“.

Ein Beispiel auf meiner Tour ist die norwegische Süd- und Westküste. Niederschläge und Wind sind garantiert, dazu kommen im März noch geringe Temperaturen. Dieser Mix, gerade auf einer Radtour (beim Radfahren macht mir das Wetter immer mehr aus als beim wandern) lässt die Motivation schnell sinken. In der Stadt Bergen gab es mal eine Periode von mehr als 80 Tagen Regen am Stück.

Bei meiner Planung berücksichtige ich dies, indem ich an jedem 5. Tag eine feste Unterkunft eingeplant habe. Zeitlich dazu versetzt plane ich auch an jedem 5. Tag ein warmes Essen im Imbiss oder Restaurant mit ein. Dies sind meine „großen Motivationspunkte“, gerade die Betten. Ich habe in den Tabellen zu den einzelnen Etappen immer alle Kirchen aufgeführt, die am Wegesrand liegen oder mit wenig Umweg erreichbar sind. In Skandinavien sind die meisten Kirchen offen und auf deren Gelände liegt meist ein Friedhof mit Toilettenhäuschen. So habe ich einen Überblick wann die nächste trockene Zuflucht ist.

Eine gute Ausrüstung um dem Wetter zu trotzen ist auch sehr wichtig. Ob man in diesem Zusammenhang auf High Tech Produkte oder extra Klamotten setzt muss jeder für sich herausfinden.

Wenn es dann so ist, dass man ständig Gegenwind und Regen hat nutzen auch die oben beschriebenen Planungen auf Dauer nicht viel. Dann muss die Stärke zum durchhalten in einem sein. Wobei ich glaube, dass wenn man sich im Leben zu Hause, dort wo man dem Wetter entfliehen kann, bewusst auf selbiges einlässt und es mal erlebt, dass man es dann auch anders und besser erträgt.

2. Einsamkeit

In einer Zeit, in der einem vorgegaukelt wird nicht einsam sein zu müssen und wo es auch genug Angebote gibt der Einsamkeit zu entfliehen ist es schwer für jeden einzelnen zu erkennen, dass dies meist nur oberflächlich der Fall ist. Heutzutage kann man sich fast alles besorgen. Es gibt Clubs für jedes Interesse, man findet immer gleichgesinnte, man kann sich Sex kaufen und selbst im Urlaub gibt es Menschen die ständig vor einem auftauchen und es schaffen, dass man nie zur Ruhe kommt.

Ich denke dies ist ein wichtiger Punkt. In der heutigen Zeit wird man von Fremdreizen so dermaßen erschlagen und zugedröhnt, dass wir es verlernt haben aktiv zu ruhen. Ich sehe das täglich an meinen Schülern. immer wieder gucken aus dem Kragen die Kabel des Ipod hinaus. Meist nur auf einer Seite, denn die andere benötigt man für das Handy. Gleichzeitig werden noch Gespräche geführt in denen es oftmals darum geht welche neuen Produkte man denn erwerben kann und was am Wochenende so „abgeht“. Auf Sendern wie Viva weiß man garnicht wo man als erstes hinschauen soll. Im Hintergrund läuft ein Musikvideo, unten werden SMS eingeblendet, die man dorthin schicken kann und oben links wird schon zur Abstimmung für das nächste Lied aufgerufen. Nach jedem zweiten Song wird Werbung für irgendwelche Klingeltöne gemacht und es gibt diverse Sendungen bei denen sich mir der Sinn nicht erschließt.

Zugegeben, vieles von dem, was die Jugend bewegt verstehen wir und ich nicht, so wie es zu unserer Jugend auch schon der Fall war. Was bleibt ist allerdings eine Gesellschaft, die uns und auch unseren Kindern ein gewisses Konsumverhalten vorgaukelt.

Diese lange Einleitung zu dem Thema habe ich bewusst gewählt. Einsamkeit und Ruhe sind zwei sich ergänzende Pole und keine die zwangsläufig zusammen führen. Da wir es nicht mehr gewohnt sind aktiv zu ruhen kommt es einen schnell so vor, dass man sich einsam bzw langweilig fühlt, wenn die äußeren Reize weggenommen werden.

Daher habe ich mir von frühester Jugend an diese Eigenschaft bewahrt und sie gelebt. Ich weiß wo meine Schwierigkeiten liegen. Jeder muss dies für sich ausloten und trainieren. Eins ist klar, es wird nicht klappen einfach mal so auf eine Solotour zu gehen. Gerade die Dauer der Tour ist stark abhängig davon.

Ich für meinen Teil benötige einen routinierten Tagesablauf. Ich brauche Punkte die am Abend sein müssen. Da wären z.B. Tagebuch schreiben, Spiele zu spielen (Bsp. Patiancen) und mir im Vorwege für jeden Tag eine Frage oder Anregung zu stellen, die es gilt zu durchdenken. Menschen die einem wichtig sind und nicht in der Nähe sind sollte man wenn möglich zwischendurch anrufen. Dies aber nicht täglich, so bleibt es etwas besonderes und steigert die Motivation. Offen auf andere Menschen zu gehen, die Kulturen erleben. Ich denke man hat viele Möglichkeiten in Kontakt zu treten und die Einsamkeit dadurch zu umgehen.

Noch ein kleiner Tipp, ich jogge z.B. niemals mit MP3 Player. Dies liegt nicht daran, dass ich einen solchen garnicht besitze, sondern auch wenn, dass ich die Ruhe mit Absicht suche.

Dies waren die ersten beiden Punkte und auch die umfangreichsten. Morgen folgen die anderen drei.

Theoretische Vorbereitung:

Tabellen der Etappen 158-165 erstellt und hochgeladen.

Körperliche Vorbereitung:

Wandern (ausgefallen)

Kostenzähler:

88 Euro

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